11.05.2011, 09:21 Uhr | dpa, ciw
Robert Wilhelm Bunsen, deutscher Tüftler. (Foto: dpa)
Erinnern Sie sich noch an den Bunsenbrenner aus Ihrem Chemie-Unterricht? Dann müssten Sie eigentlich auch den deutschen Erfinder Robert Wilhelm Bunsen kennen. Doch der pfiffige Tüftler aus Göttingen ist noch für zahlreiche deutsche Entdeckungen mehr verantwortlich, die bis heute wirken.
Ehrlich gesagt, ist die Geschichte mit dem Bunsenbrenner fast ein wenig geschummelt. Denn der kleine Gasbrenner zum Erhitzen von Flüssigkeiten stammt nicht direkt von ihm, sondern von dem englischen Naturforscher Michael Faraday. Bunsen hat den Brenner nur wesentlich verbessert. Was er aber definitiv entdeckt hat, ist ein Gegenmittel für Arsenvergiftungen. Dieser Wurf gelang ihm im Jahr 1834.
Geboren wurde der Chemiker am 30. März 1811 in Göttingen. Sein Weg führte ihn aber über Kassel, Marburg, Breslau nach Heidelberg, wo er am 16. August 1899 im Alter von 88 Jahren starb. Bunsen forschte und lehrte bis zu seinem 78. Lebensjahr in Heidelberg. "Es lebt sich hier himmlisch in Heidelberg", schrieb er begeistert, nachdem er 1852 eine Professur in der Neckarstadt angenommen hatte. Das zuständige Ministerium wisse gar nicht, "was man mir alles zuliebe tun soll. Mir wird oft angst und bange, wie ich so großen Erwartungen entsprechen soll." Diese Sorge war allerdings wenig begründet.
Gemeinsam mit Gustav Robert Kirchhoff entwickelte Bunsen 1859 die Spektralanalyse, mit deren Hilfe chemische Elemente nachgewiesen werden können. Dazu wird Licht durch einen Spalt auf ein Prisma oder Gitter gelenkt und dort in seine Bestandteile zerlegt. Aus den Wellenlängen der Spektrallinien können bestimmte Stoffe ermittelt werden. Für Astronomen bedeutete diese Erfindung eine Revolution. Denn die Spektralanalyse ermöglicht es auch, die chemische Beschaffenheit von Himmelskörpern zu bestimmen.
Ebenso bedeutend war die Herstellung von Metallen durch Elektrolyse geschmolzener Salze. 1860 isolierte Bunsen aus 30 Tonnen Bad Dürkheimer Mineralwasser ein Metall, das er Caesium nannte. Das Element Rubidium wurde ebenfalls von Bunsen entdeckt. Auch als Erfinder verschiedenster wissenschaftlicher Geräte und Hilfsmittel machte sich der Forscher einen Namen. Die Wasserstrahlpumpe, das Bunsenventil und nicht zuletzt die Weiterentwicklung Zink-Kohle Batterie (Bunsenelement) waren Produkte der kreativen Laborarbeit des Wissenschaftlers.
Quelle: dpa
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