30.01.2012, 17:08 Uhr | Goldman Sachs
Seit Sommer 1998 wird mit dem Rogers International Commodity Index ("RICI") ein weiterer Index berechnet. Dieser Index wurde von dem ehemaligen Hedge-Fonds-Manager Jim Rogers aufgelegt, der durch seine Zusammenarbeit mit George Soros berühmt wurde, mit dem gemeinsam er erfolgreich gegen das Britische Pfund spekulierte.
In mehreren Büchern und ungezählten Presseartikeln hat Rogers seitdem seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass die Rohstoffmärkte insgesamt noch immer am Anfang eines lang anhaltenden Aufschwungs stehen. Seine Indexfamilie soll einen Beitrag dazu leisten, diese Märkte für Anleger handelbar zu machen. Demzufolge ist auch bei diesem Index wenig wirklich Neues zu vermelden. Auch der RICI bezieht sich auf den nahen Kontrakt, auch hier wird von einem in den nächsten Monat gerollt, und auch hier sind eine Reihe verschiedener Futureskontrakte, konkret derzeit 35, im Index enthalten.

Der Unterschied zum GSCI® liegt eher im Detail: So wird die Gewichtung der einzelnen Rohstoffe zueinander, die durch monatliche Anpassungen hergestellt wird, nicht von objektiven Kriterien abgeleitet, sondern sie wird jährlich entlang den Erwartungen von Jim Rogers & Co. festgelegt. Zwar kann der Index damit nicht mehr als Benchmark für den Rohstoffmarkt allgemein dienen, aber die recht günstige Vergangenheitsperformance, die allerdings einen noch nicht allzu langen Zeitraum umfasst, zeigt, dass dies nicht nur ein Nachteil sein muss.
Eine Spezialität des RICI sind aber insbesondere die vielen verschiedenen, teilweise recht exotischen Rohstoffe, die im Index vertreten sind. Dies erleichtert die Handelbarkeit nicht. Deshalb, und womöglich auch wegen des weniger scharfen Wettbewerbs bei RICI-Produkten, sind die tatsächlichen Finanzprodukte, die bisher auf den RICI existieren, mit höheren Managementgebühren belegt als vergleichbare Produkte auf den GSCI®. Anleger sollten diesen Umstand beim Vergleich von Anlagenmöglichkeiten selbstverständlich mit beachten.
Eine weitere Einschränkung ist zu machen: Unter den vielen Rohstoffen des RICI gibt es eine ganze Reihe, die ein sehr geringes Gewicht im Index haben. Der Extremfall ist Seide, deren Gewicht im Index bei nur 0,05 Prozent liegt. Bei einem solch geringen Gewicht haben Preisbewegungen des Rohstoffs nur einen sehr geringen Effekt: Selbst wenn sich der Preis für Seide zwölf Monate lang verdoppeln und sich damit im Wert verviertausendfachen würde, würde dem Anleger wegen der Indexmethodik und des geringen Gewichts von diesem sagenhaften Anstieg ein Wertanstieg von nur 0,6 Prozent zugute kommen.
Goldman Sachs
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