
25.08.2010, 09:57 Uhr | Financial Times Deutschland
Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew prophezeit eine Verdoppelung der Gaspreise bis 2012 (Foto: imago)
Schlechte Nachrichten für Gaskunden: Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew prophezeit eine eine Verdoppelung der Preise bis 2012. Einzelne Anbieter verlangen bereits ab Herbst mehr.
Deutschlands wichtigster Gaslieferant Gazprom prophezeit einen drastischen Preisanstieg. "Bis 2012 ist unserer Meinung nach das Niveau der Vorkrisenzeit wieder erreicht", sagte der Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew der "Financial Times Deutschland" (FTD). Stimmt die Prognose des russischen Energiekonzerns, entspräche dies nahezu einer Verdopplung der gegenwärtigen Großhandelspreise. Medwedews Worte haben enormes Gewicht in der Branche. Der russische Exportmonopolist Gazprom liefert gut ein Viertel des in Europa verbrauchten Gases, in Deutschland gar ein Drittel.
Gazprom wittert die Trendwende nach der Rezession, kann die Preise aber nicht mehr diktieren. Durch die globale Krise sank der Industrieverbrauch, zugleich sorgte Schiefergas aus US-Vorkommen für ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Die Folge war ein enormer Preisverfall. Wurde der Brennstoff im Sommer 2008 auf der deutschen Handelsplattform Gaspool noch mit mehr als 30 Euro je Megawattstunde gehandelt, so waren es ein Jahr später weniger als 10 Euro. Doch seit Herbst vergangenen Jahres ziehen die Notierungen wieder an, auf derzeit 17 bis 18 Euro.
Gazprom will seinen Marktanteil nun noch ausbauen: "Wir gehen davon aus, dass russisches Gas im Jahr 2020 mehr als 30 Prozent des europäischen Gasmarkts ausmachen wird", so Medwedew in dem schriftlich geführten Interview. Langfristig werde der Bedarf an Erdgas sowohl in Russland als auch im Ausland wieder steigen. Viele Experten stimmen seiner Prognose zu. Erdgas gilt als die sauberste fossile Energiequelle. Zudem harmonieren Gaskraftwerke wegen ihrer hervorragenden Regelbarkeit gut mit Windkraft. Im ersten Halbjahr stieg der Verbrauch in Deutschland bereits wieder um 14 Prozent.
Zahlreiche Anbieter wollen die allmählich wieder anziehende Nachfrage nutzen, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Nach Erhebungen des Verbraucherportals Verivox planen 81 Gasversorger zum Beginn der Heizsaison im Herbst Preiserhöhungen bis 20 Prozent. Das Portal Toptarif ermittelte ähnliche Werte, allerdings lohne der Vergleich: 42 Anbieter planten Tarifsenkungen von durchschnittlich 6,7 Prozent. Laut Verivox liegen die Preisnachlässe mancher Versorger sogar im zweistelligen Prozentbereich.
Die Differenzierung zeigt, dass die Kopplung der Gas- an die Ölpreise zunehmend erodiert, weil sich immer mehr Anbieter am Spotmarkt eindecken. Dort ist das Gas deutlich günstiger als in den klassischen langfristigen Lieferverträgen. Medwedew verteidigte das alte System: "Wir sind überzeugt, dass es sehr gute Gründe für langfristige Verträge mit Ölpreisbindung gibt." So werde ein Ende der Kopplung das Erdgas keineswegs automatisch verbilligen. "Stattdessen werden größere Preisschwankungen in einem kürzeren Zeitraum die Folge sein", warnte der Gazprom-Manager.
Doch der Druck ist gewaltig. So hatte E.ON Ruhrgas kürzlich erstmals eine Lieferung von Teilmengen ohne Ölpreisbindung bei Gazprom durchgeboxt. "Um einigen unserer Kunden entgegenzukommen, haben wir einige Änderungen an den ölpreisgebundenen Preisen vorgenommen", gestand Medwedew zu.
Vergleichen Sie jetzt - Der Gaspreis-Rechner
Jetzt mit dem Verivox-Stromrechner Anbieter vergleichen, wechseln und Geld sparen!
Strompreisvergleich
Quelle: Financial Times Deutschland
ätsch schrieb:
am 29. September 2010 um 19:44:22
(0)
(0)
ökodiktatur läßt grüßen
Warum regen sich die Leute so auf, Deutschland tut alles um immer abhängiger von Energie von außerhalb zu
werden, alle wollen die AKW's abschalten die wenig Platz brauchen und viel Energie erzeugen, jedes Land mit AKW's hat es geschafft ein Endlager zu finden/bauen, nur Deutschland ist unfähig , achja ich vergas wir sind ja die Klimaretter, na dann auf mit dem Geldbeutel Ökoreligion hat eben seinen Preis
mehr
Kommentar melden
Nachdenker schrieb:
am 26. August 2010 um 16:47:24
(0)
(0)
Gaspreis
Schröder + Fische rmit ihren hörigen Helfershelfern haben uns anno 2002
mit ihrem Atomausstiegsgesetz vom Russengas abhängig
gemacht. Nach seinem Amtsverlust hat Schröder einen lukrativen Posten in der russ. Erdgasindustrie erhalten .Muß man noch mehr sagen ? Eine Hand wäscht die andere.
mehr
Kommentar melden
Querdenker schrieb:
am 26. August 2010 um 10:22:20
(0)
(0)
Kernenergie vs. Preisdiktatur
Was ich seit mittlerweile 10 Jahren immer wieder sage:
Der grüne "Atomausstieg" Schwachsinn wird uns noch
teuer zu stehen kommen.
Idioten, die sowas verzapfen, haben zu 99% keine Ahnung von der Materie, Volksverblödung per Panikmache tut das nötige dazu. Wir haben sichere Kraftwerke - eine Kernschmelze in der Tschechei kann auch passieren, wenn wir die Öko Apostel zu unserem Nachteil spielen!
Also neue Kraftwerke bauen, Kernfusion vorantreiben und Fossile Energieträger sparen!
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de
Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video