Der Internet-Dienst Twitter (Foto: imago)Der russische Internet-Konzern Digital Sky Technologies (DST Global) hat sich einen Anteil an Twitter gesichert. Das kalifornische Unternehmen teilte mit, es habe "eine bedeutsame Finanzierungsrunde" abgeschlossen, angeführt von der russischen Investmentfirma. Nach Medienberichten soll Twitter 800 Millionen Dollar erhalten haben. Damit würde der Kapitalwert des Internet-Unternehmens auf acht Milliarden Dollar steigen.
Der Finanzinvestor DST Global, der auch schon an den Internet-Unternehmen Facebook, Groupon und Zynga beteiligt ist, erwirbt nach Informationen der britischen Tageszeitung "Financial Times" für 400 Millionen Dollar einen Anteil von fünf Prozent an Twitter.
Weitere 400 Millionen werden demnach von einer Investorengruppe bereitgestellt, zu der die US-Finanzfirmen T Rowe Price Group und JPMorgan Chase gehören. Die Hälfte der neuen Mittel sollen dem Zeitungsbericht zufolge verwendet werden, um Aktien von Mitarbeitern zurückzukaufen. Für die andere Hälfte sollen neue Anteilsscheine ausgegeben werden.
Russlands Oligarchen treiben Web-Economy voran
DST gehört dem russischen Webmagnaten Juri Milner, der es sich zur Aufgabe gemacht, über die Web-Economy Russlands Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren. Milner kontrolliert den größten russischen E-Mail-Dienst mail.ru, der es auf rund 70 Prozent Marktanteil bringt. Eine weitere Tochter ist die Website Odnoklasniki.ru, auf der sich ehemalige Klassenkameraden finden können. DST arbeitet eng mit der US-Investmentbank Goldman Sachs zusammen und beschäftigt auch viele ehemalige Manager von dort.
Teilhaber von DST ist Alischer Usmanow, russischer Stahl- und Energiemagnat mit besten Kontakten zum Kreml. Der usbekisch-stämmige Usmanov ist der Eigentümer des Stahlriesen Metalloinvest, ihm gehören aber auch die größte russische Wirtschaftszeitung "Kommersant" und der Mobiltelefon-Provider Megafon. Ferner ist Usmanow Mehrheitseigner beim englischen Fußballclub Arsenal London.
Twitter will expandieren
Twitter teilte mit, die Firma werde das neue Kapital nutzen, "um aggressiv Innovationen voranzutreiben, mehr großartige Beschäftigte einzustellen und in die internationale Expansion zu investieren". Im Firmenblog erklärte das Unternehmen, die Zahl der Mitarbeiter sei in den vergangenen zwölf Monaten von 250 auf mehr als 600 gestiegen. Täglich würden mehr als 200 Millionen Kurzmitteilungen (Tweets) verschickt, rund drei Mal so viel wie vor einem Jahr.
Bei Twitter können Nutzer 140 Zeichen lange Textnachrichten absetzen, die jedermann lesen kann. Twitter verdient mit Werbung im Umfeld der Kurznachrichten. Das Unternehmen gilt als Senkrechtstarter der Internetbranche.