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S&P will Eurozone abstrafen: Abstufung droht

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S&P stuft Frankreich ab

16.01.2012, 11:10 Uhr | dpa, dapd

Frankreichs Top-Bonität ist in Gefahr (Quelle: dapd)

Frankreichs Top-Bonität ist in Gefahr (Quelle: dapd)

Der US-Ratingriese Standard & Poor's (S&P) hat einen Rundumschlag begonnen, der die Kreditwürdigkeit zahlreicher Euroländer gefährdet. Glück im Unglück hat dabei anscheinend Frankreich gehabt: Nach Informationen des "Wall Street Journal" hat sich S&P entschieden, die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone lediglich um eine statt um zwei Stufen zu senken.

Änderung muss zuvor Regierungen mitgeteilt werden

Aus der französischen Bestnote "AAA" würde damit ein immer noch sehr gutes "AA+". Die Zeitung berief sich auf einen französischen Regierungsmitarbeiter. Die Ratingagenturen sind dazu verpflichtet, Änderungen bei der Kreditwürdigkeit den Staatsspitzen zuvor mitzuteilen.

S&P hatte Anfang Dezember erklärt, eine Abstufung Frankreichs um bis zu zwei Stufen zu prüfen. Ein schlechtere Kreditwürdigkeit bedeutet, dass die Staaten schwerer an frisches Geld herankommen oder höhere Zinsen zahlen müssen. Das hätte den Druck auf das Land noch weiter erhöht. Auf die Rettungsbemühungen in der Schuldenkrise kann Frankreichs Herabstufung gravierende Auswirkungen haben. Die Kapazität des Rettungsschirms EFSF könnte dadurch erheblich geschwächt werden.

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Österreich vor Verlust der Bestnote

Auch Österreich wird einem Bericht des französischen Magazins "Les Echos" zufolge nach Börsenschluss an der New Yorker Wall Street seine Bestnote "AAA" verlieren und ebenfalls um eine Stufe niedriger bewertet. Die Bonität Spaniens, Italiens und Portugals soll der Webseite des Magazins zufolge um zwei Stufen gesenkt werden. Die Bewertung Italiens würde damit noch drei Noten über dem sogenannten Ramsch-Niveau liegen, mit dem Ratingagenturen spekulative Anlagen kennzeichnen.

Deutschland hingegen wird seine Spitzennote von "AAA" behalten, hieß es in Finanzkreisen. Ebenfalls von einer Herabstufung verschont bleiben nach Medienberichten die Niederlande, Luxemburg und Finnland.

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Berlin und Paris bleiben gelassen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) reagierte gelassen auf mögliche Herabstufungen: "Wir haben uns ja in den letzten Monaten zunehmend weltweit darauf verständigt, wir sollten die Rating-Agenturen auch nicht überschätzen in ihren Beurteilungen", sagte er dem Fernsehsender RTL am Rande einer Wahlkampfveranstaltung im schleswig-holsteinischen Henstedt-Ulzburg. Dass es eine große Verunsicherung bei den Finanzmärkten gegenüber der Eurozone insgesamt gebe, sei ja nicht neu.

Auch die französische Budgetministerin Valérie Pécresse bemühte sich um Beruhigung. "Frankreich ist ein sicherer Wert, es kann seine Schulden zurückzahlen und das Defizit hat sich zuletzt besser entwickelt als erwartet", sagte sie dem Fernsehsender BFMTV. Von Präsident Nicolas Sarkozy gab es zunächst keine Stellungnahme.

Börse reagierte mit Turbulenzen

Die Ankündigungen ließen die Kurse an den europäischen Börsen zunächst deutlich abrutschen, bevor der Markt sich wieder etwas beruhigte. Der deutsche Leitindex DAX ging mit einem Minus ins Wochenende. Der Euro sank unter die 1,27-Dollar-Marke, Gold und Rohöl verbilligten sich ebenfalls. Der drohende Bonitätsverlusts in Europa belastete auch die Wall Street.

Harte Sparprogramme angekündigt

Standard & Poor's verweigerte zunächst jeglichen Kommentar zu den bevorstehenden Herabstufungen. Frankreich steht wegen seines hohen Staatsdefizits seit Monaten unter erheblichem Druck der Märkte. Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage musste die Regierung innerhalb weniger Monate zwei Sparprogramme ankündigen, um die Ziele beim Schuldenabbau einhalten zu können.

Frankreich hat zugesagt, das Defizit bis 2013 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken. 2010 lag es bei sieben Prozent, im vergangenen Jahr nach jüngsten Regierungsangaben knapp unter 5,7 Prozent. Auch die Ratingagentur Moody's warnte bereits mehrmals vor einer Herabstufung Frankreichs. Sie rechnete zuletzt vor, dass die steigenden Refinanzierungskosten des Staates den dringend notwendigen Defizitabbau weiter erschweren könnten.

Selbst Rettungsfonds EFSF könnte Bonität verlieren

S&P hatte bereits vor einem Monat vor einer möglichen Abstufung zahlreicher Eurostaaten gewarnt und in der Schuldenkrise ein entschlossenes Durchgreifen der Staats- und Regierungschefs gefordert. Nun stelle sich die Frage, in welchem Ausmaß welche Länder betroffen seien und ob eventuell auch der Rettungsfonds EFSF seine Top-Bonität verliere, erklärten Börsenhändler.


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Quelle: dapd , dpa

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Kommentare (99)

zum Forum

Thema: "S&P will Eurozone abstrafen: Abstufung droht"

willywinzig schrieb: am 13. Januar 2012 um 20:21:38
(235) (5) Kritik schrieb 13.01.2012
Ach und die USA sind die soliden Experten in der Welt? Über diese Feststellung Mister Kritik kann doch jeder
Mensch mit gesunden Menschenverstand nur lachen, oder das ganze als Witz abtun! Sie sehen übersehen offenschtlich die in den USA bestehende Realität. Sie standen ohne Einigung im Kongress echt vor der Staatspleite und trotz allem von S&P noch in AAAplus eingestuft. Das sagt doch alles. Weiter kein Kommentar. Schlimmer gehts nimmer!!!
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Egalster schrieb: am 13. Januar 2012 um 20:19:22
(161) (7) wurscht
Interessiert doch keinen mehr :-) Lasst doch die Amis machen, was die wollen, wenn in Europa endlich alle bei Ramsch sind, ist doch
wieder alles ok. Ramsch x Ramsch macht positiv. Wichtig ist nur, daß ALLE auf dem selben Level sind. So einfach ist das, sollen die Amis doch verschimmeln in ihrem Amerika bei AAA.
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ich schrieb: am 13. Januar 2012 um 20:17:38
(205) (3) USA
Die Finanzwelt ist einfach nur noch krank, die sollen erst mal Werte schaffen wie es jeder Handwerker und Mitteständler tut. Und nicht
nur Luftnummern!!
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