29.12.2011, 16:27 Uhr | dpa, dapd, t-online.de - mmr
Saab beantragt Insolvenz - Mitarbeiter hoffnungslos (Quelle: dpa)
Der schwedische Autohersteller Saab gibt auf und geht in Insolvenz. Das seit neun Monaten stillstehende Unternehmen hat nun selbst die Insolvenz beantragt. das bestätigte der Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller. Als letzte Hoffnung galten Verhandlungen mit dem chinesischen Autokonzern Youngman, die noch am Wochenende in Stockholm geführt wurden. In einer Erklärung von Swedish Automobile hieß es, das Unternehmen habe sich für einen Insolvenzantrag entschieden, nachdem der vorherige Saab-Besitzer General Motors (GM) am Samstag alle Rettungspläne für den schwedischen Autobauer zurückgewiesen hatte.
Wegen der Haltung von GM sei der chinesische Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus Automobile aus den Verhandlungen um die weitere Finanzierung der Umstrukturierung von Saab ausgestiegen, erklärte Swedish Automobile. Es werde erwartet, dass das Gericht dem Insolvenzantrag zustimmt.
Saab schuldet seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan seit Ende November die Löhne und hat Milliarden-Schulden bei Zulieferern. Das Unternehmen gehörte bis Anfang 2010 zum US-Konzern GM und wurde dann vom sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars übernommen. Muller konnte durch mehrere Sanierungspläne mit chinesischen Partnern immer wieder Gläubiger hinhalten und die Insolvenz aufschieben. Die dabei versprochenen Soforthilfen sowie langfristigen Milliarden-Investitionen blieben aber stets aus.
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Muller selbst verfügte mit seinem inzwischen zu Swan (Swedish Automobile N.V.) umbenannten Unternehmen über kein nennenswertes Kapital. Der hinter ihm stehende russische Bankier Wladimir Antonow sitzt seit einigen Wochen in Großbritannien in Auslieferungshaft. Die Behörden in Litauen werfen ihm die Ausplünderung einer ihm früher gehörende Bank unter anderem zugunsten der Saab-Finanzierung vor.
"Swan erwartet keine Einnahmen aus eigenen Saab-Anteilen und wird diese komplett abschreiben", hieß es nach dem Insolvenzantrag in einer Mitteilung des niederländischen Eigners. Saab, das 1937 zunächst für den Flugzeugbau gegründet wurde, hat sich mit seinen technisch betont anspruchsvollen, aber auch durchweg hochpreisigen Autos weltweit einen Namen gemacht. Die Schweden schafften aber auch schon unter dem Dach von GM in den letzten zwei Jahrzehnten so gut wie nie den Sprung in die Gewinnzone.
Als kleiner Nischenhersteller mit Produktionszahlen um 100.000 Wagen pro Jahr wurde die GM-Tochter dann im Gefolge der Finanzkrise zum Verkauf gestellt. Während der heimische Konkurrent Volvo nach dem Verkauf durch Ford mit der neuen chinesischen Mutter Geely Erfolg hatte, ging es bei Saab steil bergab. Nach nur noch 30.000 produzierten Autos 2010 liefen in diesem Jahr ganze 13.000 Wagen in Trollhättan vom Band, ehe im April ganz Schluss war.
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Quelle: dpa , dapd , t-online.de
steuermob schrieb:
am 20. Dezember 2011 um 11:34:25
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GM & Saab @ bero
bero hats gut dargestellt. GM hatte für Saab nie eine stringente Strategie. Einstieg war eine Fehlentscheidung, wie sie
Daimler und BMW auch getroffen haben. Die Probleme mit dem Isuzu-Motor (hinterer Zylinder) waren bekannt. Das Reil zu verbauen ohne das Problem gelöst zu haben war eigentlich Betrug am Kunden, die GM-Technik als Saab getarnt Täuschung der Kunden. Saab fuhr sich auch wie Opel, nur schwerfälliger. Wer sollte so etwas zu den Preisen kaufen?
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bero schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 19:28:04
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langer Leidensweg
GM hat Saab kaputtgewirtschaftet. Erst wurden die Saab-Werkstätten außerhalb Skandinaviens dichtgemacht und die Kunden in
GM bzw. Opel-Werkstätten geschickt, deren Mitarbeiter mit älteren "echten" Saabs (900 oder 9000) völlig überfordert waren, dann wurde GM- bzw. Opel-Technik verbaut, vorne und hinten Saab draufgepappt und dann für 7 bis 9000 Euro mehr als beim vergleichbaren Opel verkauft. Der 3 Liter Diesel der im Saab reihenweise verreckt ist, hat schon im Isuzu Trooper nur Stress ge
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docma schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 18:09:10
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Keine Staatsknete für schlechte Autobauer
Die schwedische Regierung hat sich die ganze Zeit geweigert Staatsknete für SAAB auszugeben. Das
war sehr vernünftig, denn das Geld wäre jetzt futsch oder noch schöner: in der Tasche von GM.
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