Foster's soll übernommen werden (Foto: Reuters) Der Getränkeriese SAB Miller will den Konkurrenten Fosters schlucken - doch die ausgespähte Beute wehrt sich. Die Australier lehnten das noch unverbindliche Übernahmeangebot von SAB Miller von 9,5 Milliarden australischen Dollar ab, das sind rund sieben Milliarden Euro. Die Offerte von 4,90 Dollar pro Aktie entspreche bei weitem nicht dem Wert des Unternehmens, teilte Foster's mit. Daher werde man nichts weiter unternehmen. An der Börse in Sydney stieg der Kurs der Foster's-Aktie daraufhin um mehr als 13 Prozent.
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SAB Miller lässt nicht locker
SAB Miller ließ sich von der Absage nicht beeindrucken. Konzernchef Graham Mackay erläuterte in einer Telefonkonferenz, er werde weiterhin die Gespräche mit Foster's suchen. "Wir glauben immer noch, dass der angebotene Preis attraktiv ist." Die SAB-Miller-Aktie gab nach der Offerte um rund drei Prozent nach. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Medienberichte gegeben, wonach SAB Miller die Biersparte der australischen Getränkegruppe übernehmen wollte.
Attraktiver Markt Australien
Australien besitze eine starke und wachsende Wirtschaft mit einem anhaltenden demografischen Wachstum, teilte SAB Miller nun mit. Außerdem profitiere das Land vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in Asien. Foster's sei im profitablen australischen Biermarkt gut positioniert und stelle sieben der zehn führenden Marken. Attraktiv sei ferner das gut ausgebaute Vertriebsnetz und die hohen Produktionszahlen.
Probleme mit der Markenführung
Allerdings hätten die Australier deutliche Probleme im Management ihrer erfolgreichen Marken, die sich teilweise kannibalisierten. Dies sei auch der Grund, warum das Unternehmen in den vergangenen Jahren permanent Marktanteile verloren habe. Hier könne sich SAB Miller mit seiner Kompetenz einbringen. Das Unternehmen gehört zusammen mit AB Inbev und Heineken zu den drei größten Bierbrauern der Welt. Unter dem Dach des Kaufinteressenten werden Marken wie Grolsch, Pilsner Urquell und Peroni gebraut.
Foster's schon lange ein Übernahmekandidat
Foster’s gilt laut "Handelsblatt" schon seit Jahren als mögliches Übernahmeziel. Nicht zuletzt als Folge einer gescheiterten Expansion ins Weingeschäft hatte der Konzern seit Mitte der 90er-Jahre stetig an Wert verloren. Das Weingeschäft war demnach schließlich im Mai in eine separate Firma eingebracht und unter dem Namen Treasury Wine Estates an der australischen Börse gelistet worden. Und genau diese Aufspaltung machte die Firma letztlich für Aufkäufe interessant.