27.08.2007, 07:55 Uhr | dpa/ AFP/ T-Online
Die wegen ihrer Hypothekengeschäfte in den USA in Finanznöte geratene Landesbank Sachsen (Sachsen LB/Leipzig) verliert ihre Unabhängigkeit und wird an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) veräußert. Die LBBW übernimmt die Sachsen LB zum 1. Januar 2008. Dazu stelle die Stuttgarter Bank 250 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.
Starke Marktstellung
"Ungeachtet der aktuellen Probleme besitzt die Sachsen LB eine starke Marktstellung in ihrer Heimatregion. Dieses Potenzial wollen wir nutzen", sagte Siegfreid Jaschinski, Vorstandsvorsitzender der LBBW, am Sonntag in Stuttgart. Bei der Sachsen LB sollten der Standort Leipzig und der Umfang der Beschäftigung erhalten bleiben.
Konzentration auf Mittelstand und gehobene Privatkunden
Mit der Übernahme erhalte die Landesbank Baden-Württemberg eine hervorragende Marktposition in der wirtschaftlich stärksten Region in den neuen Bundesländern, hieß es in einer Erklärung der LBBW. Gemeinsam wollten beide Institute künftig das Geschäft in Sachsen mit dem Mittelstand und gehobenen Privatkunden ausbauen. Zudem werde die Sachsen LB innerhalb der LBBW Kompetenzzentrum für Osteuropa sein, wo sie auf Grund der geografischen Nähe über beste Beziehungen insbesondere nach Polen, Tschechien und in die Slowakei verfüge.
Genauer Kaufpreis steht noch nicht fest
Der genaue Kaufpreis solle Ende des Jahres festgelegt werden, wenn die LBBW die Konten der Sachsen LB eingehend geprüft habe, sagte ein Sprecher der Bank der Nachrichtenagentur AFP. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte dazu laut MDR, der Mindestpreis liege bei 300 Millionen Euro, sei aber nach oben offen.
Sachsen LB verspekuliert sich
Die Sachsen LB war in eine ernsthafte Liquiditätskrise geraten, weil sich eine Irland-Tochter der Bank mit dem Fonds Ormond Quay am US-Markt für Hypothekendarlehen verspekuliert hatte. Das Bekanntwerden neuer Liquiditätslücken hatte in den vergangenen Tagen den Verkaufsdruck weiter erhöht.
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Quelle: t-online.de
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