Salzgitter verhandelt Verträge neu und sieht mehr Umsatz
11.10.2010, 13:05 Uhr | dpa-AFX
Stahlproduktion bei Salzgitter (Foto: dpa)Der Stahlkocher Salzgitter macht den Anlegern Mut: Dank neuer Preisverhandlungen hat Salzgitter die von der Rohstoffseite ausgehenden Preisrisiken inzwischen weitestgehend minimiert. "Wir haben sämtliche Verträge mit Kunden, die verhandelbar waren, neu verhandelt", sagte Finanzvorstand Heinz Jörg Fuhrmann der "Börsen-Zeitung". Besonderer Nebeneffekt auf der Umsatzseite: Damit sei "nahezu flächendeckend eine signifikante Erlösanhebung - speziell vom zweiten zum dritten Quartal - erreicht worden", sagte der designierte Vorstandsvorsitzende, der Mitte 2011 Wolfgang Leese an der Spitze ablösen wird. Die Börse applaudierte.
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Salzgitter verhandelt Verträge neu aus
Dabei kam Salzgitter zugute, dass ohnehin eine Vielzahl von Verträgen zur Neuverhandlung anstand. Die Preisanpassungen waren notwendig geworden, nachdem die Eisenerzlieferanten von Jahres- auf Quartalskontrakte übergegangen waren und damit viel mehr Preisvolatilität in das gesamte Geschehen kam. Dank der von Salzgitter eingeführten neuen Transparenz brauche der Konzern in diesem Jahr auch kein Hedging, also keine Absicherung.
Neuer Auftrag für Nord Stream
Nicht verhandelbar war allerdings der zu Festpreisen abgeschlossene große Röhrenvertrag für die Ostseepipeline "Nord Stream II". Hierfür war im ersten Halbjahr eine Drohverlustrückstellung gebildet worden. Allerdings vermindert sich auch im Röhrengeschäft der Problemdruck, weil bei einem Nachfolgeauftrag für eine Anschlussleitung der Ostseepipeline verbesserte Konditionen ausgehandelt werden konnten. Hier geht es um ein Volumen von rund 350.000 Tonnen Großrohre, die bis Ende 2011 geliefert werden sollen.
15 Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital
Fuhrmann betonte, dass die Renditeerwartung (Roce) über einen Zyklus gerechnet unverändert bei 15 Prozent liege. Das erreiche man auch über die Krisenjahre "locker". Obwohl Salzgitter ein Unternehmen sei, das sich am Stakeholder Value orientiere, habe man "um das Zigfache" mehr Wert für die Aktionäre geschaffen als die meisten Industrieunternehmen, die sich selbst als extrem Shareholder-Value-orientiert bezeichnet hatten.
Salzgitter-Aktie steigt
Nach Ansicht eines Händler haben "die ziemlich zuversichtlichen Kommentare" den Aktien geholfen, ihren Widerstand bei 50 Euro zu überwinden. Weitere Marktteilnehmer werteten die Zahlen ebenfalls als positiv und stützend für den Kurs. Zudem äußerten sich Analysten von HSBC in einer aktuellen Studie positiv zum Sektor. Die Nachfragetrends seien weiter positiv, schrieben die Experten und verwiesen dabei auf die zuletzt angehobene Prognose des Branchenverbandes VDMA. Die Zahlen und der Ausblick von Alcoa vergangene Woche seien ebenfalls positiv gewesen.