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Saudi-Arabien erhöht Ölförderung - dennoch neuer Rekordpreis

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Saudis drehen Ölhahn auf - dennoch neuer Rekordpreis

17.06.2008, 09:38 Uhr | dpa / AFP / t-online.de

Ölpreis auf hohem Niveau (Foto: dpa)Ölpreis auf hohem Niveau (Foto: dpa) Saudi-Arabien will seine Erdölproduktion um 200.000 Barrel pro Tag erhöhen. Doch die Ölpreise reagierten auf die Angebotsausweitung nur kurz mit nachgebenden Notierungen. Am Montagnachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli zeitweise 139,89 Dollar und damit so viel wie noch nie. Inzwischen notiert der Ölpreis aber wieder deutlich unter den am Vortag erreichten Rekordwerten. Die Lage auf dem Ölmarkt bleibt angespannt.


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Weltwirtschaft ernsthaft bedroht

Nach Ansicht der Finanzminister der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G8) stellen die hohen Ölpreise zusammen mit hohen Nahrungsmittelpreisen eine ernste Bedrohung für die Weltwirtschaft dar. Sie könnten zu einem höheren Inflationsdruck weltweit führen. Sie bewirkten einen "enormen Kaufkraftentzug, auch in der Eurozone", erklärte dazu der deutsche Finanzstaatssekretär Thomas Mirow zum Abschluss der zweitägigen Beratungen der G8-Finanzminister am Samstag im japanischen Osaka.

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Stagflation wird zum Problem

Aus Sicht der UniCredit sind die Rohstoffpreise nach der Finanzkrise zum beherrschenden Thema der Politik geworden. Dies sei die klarste Botschaft des G8-Treffens vom Wochenende in Japan. Damit werde Stagflation, also eine stagnierende Wirtschaft bei erhöhtem Inflationsdruck, offenbar zur beherrschenden Sorge der Politik. Einer solchen Konstellation sei nur schwer zu begegnen, da die erhöhte Inflation Zinserhöhungen erfordere und die lahmende Wirtschaft eigentlich Zinssenkungen.

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Mahnung an die Verbraucher

Am Montagmorgen hatte die Aussicht auf eine mögliche Produktionsausweitung Saudi-Arabiens die Ölpreise noch leicht sinken lassen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte nach einer Visite des Landes am Wochenende gesagt, das mächtigste Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (OEPC) wolle seine tägliche Ölproduktion im Juli um 200.000 Barrel erhöhen. Dies habe ihm Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Nuaimi zugesagt. Zugleich habe Saudi-Arabien aber darauf bestanden, dass die Industrieländer ihrerseits Maßnahmen gegen die hohen Ölpreise ergreifen sollten, sagte Ki-moon. Ihm gegenüber habe der saudiarabische Ölminister betont, dass es die Rolle der Verbraucher und anderer sei, sich gegen Spekulanten durchzusetzen und Steuern zu senken, um die aktuelle Ölkrise zu lösen, sagte Ban auf dem Weiterflug nach London.



Kartell beruft Krisengipfel ein

Saudi-Arabien ist der weltgrößte Rohöl-Exporteur und wichtigstes Mitglied des Ölkartells OPEC, dessen 13 Mitgliedstaaten rund 40 Prozent des Welt-Rohölbedarfs fördern. Wegen der ständig steigenden Ölpreise will Saudi-Arabien mit den wichtigsten Förder- und Abnehmerländern am 22. Juni auf einer internationalen Konferenz über neue Strategien beraten. Die Regierung wolle alle "ungerechtfertigten und abnormen" Steigerungen der Ölpreise, die möglicherweise die Weltwirtschaft und die Entwicklungsländer bedrohten, verhindern.

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Quelle: t-online.de

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