Für Schiesser geht es wieder bergauf (Foto: dpa)Der Wäschehersteller Schiesser, der durch seine Feinripp-Textilien bekannt wurde, kann laut Insolvenzverwalter Volker Grub wieder vollkommen eigenständig handeln. Dies ist möglich, weil das Unternehmen die Insolvenz zum Jahreswechsel offiziell hinter sich gelassen hat. Die Firmenleitung liegt demnach nun in den Händen der drei Schiesser-Vorstände. Grub selbst wechselt in den Aufsichtsrat.
Rudolf Bündgen arbeitet den Angaben zufolge mit einer kurzen Unterbrechung bereits seit 1991 in verschiedenen leitenden Positionen für Schiesser, seit 2008 als Vorstandssprecher. Karl-Achim Klein ist seit 2003 bei dem Radolfzeller Unternehmen, seit 2005 als Mitglied des Vorstands. Johannes Molzberger gehört seit Mai 2009 zum Vorstandsteam.
Zustimmung für den künftigen Börsengang
Das Unternehmen will im Sommer an die Börse gehen. Bereits Mitte Dezember hatte die Gläubigerversammlung den Plänen des Insolvenzverwalters für einen Börsengang mit großer Mehrheit zugestimmt. Mit dem Erlös will Grub die Gläubigerforderungen zu 100 Prozent erfüllen, es geht um insgesamt 67 Millionen Euro. Der Insolvenzplan sieht zunächst eine Stundung bis maximal Ende 2012 vor. Der Modedesigner Wolfgang Joop soll als Kreativdirektor dabei helfen, das als bieder geltende Image der Traditionsmarke aufzupolieren.
Schiesser wieder auf dem aufsteigenden Ast
Das 1875 gegründete Unternehmen mit Sitz in Radolfzell am Bodensee hatte im Februar 2009 Insolvenz angemeldet. Hauptgrund waren inzwischen zum Großteil gekündigte unrentable Lizenzverträge für fremde Marken wie Tommy Hilfiger oder Puma. Die Belegschaft wurde um 400 Arbeitnehmer auf 1900 reduziert. Volker Grub brachte das Unternehmen durch die Eröffnung eines Outlet-Stores wieder in die schwarzen Zahlen. Bereits 2009 ist der Hersteller von Unter- und Nachtwäsche sowie Bademoden und Sportwäsche wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.