02.03.2008, 10:12 Uhr | Spiegel Online
Verdi Vorsitzender Frank Bsirske (Foto: ddp) Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat bei den Wahlen der Arbeitnehmervertreter für den Lufthansa-Aufsichtsrat eine herbe Schlappe erlitten. Statt sechs Mitgliedern entsendet Ver.di nach "SPIEGEL"-Informationen künftig nur noch drei Kontrolleure in das Gremium. Ver.di-Chef Bsirke droht nun ein empfindlicher Machtverlust.
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Vizechef-Posten in Gefahr
Wichtigster Ver.di-Vertreter des Ende April neu zu bildenden Lufthansa-Aufsichtsrats wird weiterhin Gewerkschaftboss Frank Bsirske sein. Doch durch das heutige Abstimmungsergebnis könnte seine Machtposition bei der Lufthansa empfindlich geschwächt werden. Bsirske fungiert im Kontrollgremium bislang als Stellvertreter von Konzern-Chefüberwacher Jürgen Weber. Weil Ver.di im Aufsichtsrat künftig nur noch drei Mandatsträger stellt und in dem Gremium neben einem Entsandten der Leitenden Angestellten ab Ende April gleich sechs Angehörige gegnerischer Organisationen sitzen, gilt es als fraglich, ob Bsirske wieder zum Vizechef bestellt wird.
Kleinere Konkurrenten rücken nach
Auf die frei werdenden Plätze rücken Angehörige kleinerer Konkurrenten um die Gunst der Lufthansa-Angestellten nach, darunter Vertreter der Kabinengewerkschaft UFO, der Vereinigung Boden oder der erst kürzlich neu gegründeten Organisation "Mitarbeiter für Mitarbeiter". Auch die Pilotengewerkschaft Cockpit konnte ihren Einfluss im Lufthansa-Aufsichtsrat mit Hilfe von Stimmen der Boden- oder Kabinenbeschäftigten ausbauen und stellt demnächst sogar zwei Angehörige auf der zehnköpfigen Arbeitnehmerbank.
Schwierige Verständigung erwartet
Auch für die Lufthansa-Konzernführung könnte der heutige Wahlausgang noch weitreichende Konsequenzen haben. Personalchef Wolfgang Lauer muss sich in Zukunft gleich mit fünf rivalisierenden Organisationen verständigen, wenn er unpopuläre Entscheidungen durchsetzen will. Hinzu kommt, dass auch auf der Kapitalseite des Aufsichtsrats wichtige personelle Veränderungen anstehen. Dort scheiden voraussichtlich rund die Hälfte der Mandatsträger aus, darunter der in die liechtensteinische Steueraffäre verwickelte Ex-Postchef Klaus Zumwinkel oder der frühere Lufthansa-Personalchef Klaus Schlede.
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Quelle: t-online.de
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