Zwölf-Monats-Chart Henkel in EUR (Grafik: t-online.de)Der Konsumchemiekonzern Henkel konnte im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres seinen Umsatz steigern, hat aber weitaus weniger Gewinn eingefahren als ursprünglich geplant. Angesichts von Finanzkrise und beginnender Rezession blickt der Konzern in eine unsichere Zukunft. Der Abwärtstrend der Aktie dürfte weiter anhalten.
Finanzkrise trifft Henkel
Nachdem die Finanzkrise mit voller Wucht auf die Realwirtschaft durchgeschlagen hat, sind die Auswirkungen der Konjunkturflaute nun auch in den jüngsten Zahlen vieler Unternehmen schwarz auf weiß abzulesen. Unter anderem bei dem Konsumchemiekonzern Henkel: Das Unternehmen musste im dritten Quartal einen Gewinneinbruch vermelden und die Zukunftsprognose revidieren. Die gestiegenen Rohstoffkosten konnte Henkel nicht an die Verbraucher weitergeben, so dass das traditionsreiche Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetik und Körperpflege stagnierte. Zwar konnte Henkel den Gesamtumsatz steigern, dies ist jedoch lediglich auf die Übernahme der Klebstoffsparte von National Starch zurückzuführen. Der Umsatz erhöhte sich von 3,36 auf 3,76 Milliarden Euro. Der Gewinn brach zwischen Juli und September vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahresquartal von 359 auf 191 Millionen Euro ein.
Abwärtstrend hält an
Wie die meisten DAX-Werte befindet sich auch die Henkel-Aktie in einem sauberen Abwärtstrendkanal. Vom Hoch im Jahr 2007 bei 41,94 Euro hat das Dividendenpapier mittlerweile knapp die Hälfte seines Wertes verloren. Und auch für die Zukunft sieht es nicht gut aus, die technischen Signale deuten weitere Kursverluste an. Eine starke charttechnische Unterstützungszone besteht erst im Bereich von 18 Euro. Dort stoppte nicht nur die jüngste Abwärtsspirale der Aktie im Oktober dieses Jahres, vielmehr diente dieses Niveau bereits in den Jahren 1999 bis 2003 als Untergrenze für den damaligen Seitwärtstrend. Einen charttechnischen Widerstand stellt dagegen die Hürde von 26 Euro dar. Ungefähr dort verläuft zudem der 200-Tage-Durschnitt (siehe Grafik), der mit einem abwärtsgerichteten Verlauf einen soliden Indikator für einen bestehenden langfristigen Abwärtstrend liefert. Erst wenn dieser gleitende Durchschnitt nach oben hin überwunden wird, verbessern sich die Aussichten nach den Kriterien der Chartanalyse.
Die Anteilsscheine von Henkel (ISIN: DE0006048432) haben am Donnerstag nach der Vorlage der Quartalszahlen deutlich nachgegeben. Bis 11.35 Uhr fiel die Aktie des Konsumgüter-Konzerns um satte 5,9 Prozent auf 21,90 Euro. Trotz des ermäßigten Kursniveaus sollten Anleger den Titel nicht kaufen. Mit schlechten Fundamentaldaten, einer ungewissen Konjunkturentwicklung und einem charttechnischen Abwärtstrend sind weitere Kursverluste mindestens bis auf das Niveau von 18 Euro wahrscheinlich. (06.11.2008)
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