23.12.2011, 16:04 Uhr | AFP, t-online.de
Bei der angeschlagenen Drogerie-Kette Schlecker müssen viele Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten. Geschäftsführungsmitglied Lars Schlecker sagte der "Welt am Sonntag", dass das erste Quartal des kommenden Jahres von weiteren Schließungen von Filialen "geprägt" sein werde. Die Gewerkschaft Ver.di erwartet das Aus für mehrere hundert Schlecker-Läden.
Schlecker hatte nach drei Jahren mit Verlusten bereits im November und Dezember 600 seiner ursprünglich knapp 8000 Filialen geschlossen. Trotz der Schließungen gab es laut Lars Schlecker bisher keine betriebsbedingten Kündigungen. "Wir können aber nicht garantieren, dass das im nächsten Jahr so bleibt", sagte er der "WamS".
Der bei Ver.di für die Kette zuständige Achim Neumann sagte dem Blatt, "wir rechnen mit der Schließung von mehreren hundert Filialen". Sollten tatsächlich über die 600 bereits geschlossenen Filialen hinaus noch mehrere hundert weitere Läden geschlossen werden, hätte der Sparkurs des Konzerns weit drastischere Folgen als noch im Sommer prognostiziert - da hatte Lars Schlecker die Schließung von insgesamt 500 bis 800 Filialen angekündigt.
Die Gewerkschaft und die Geschäftsführung hatten sich laut "Welt am Sonntag" am vergangenen Mittwoch am Schlecker-Stammsitz in Ehingen getroffen. Ver.di hatte die Initiative dazu ergriffen, weil Mitarbeiter und Betriebsräte über die mangelnde Transparenz bei den Schließungen der vergangenen Wochen entsetzt gewesen seien. Deutschlands größte Drogeriefachmarkt-Kette habe die Schließungen oft ohne Ankündigung vorgenommen und den Betriebsrat nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen informiert.
Ver.di werfe Schlecker vor, auch gegen den Sozialtarifvertrag, der Abfindungen vorschreibt und an den bis Juli gültigen Beschäftigungssicherungsvertrag gekoppelt ist, verstoßen zu haben. Schlecker-Bezirksleiter hätten Mitarbeitern oft Kündigungsverträge ohne Abfindung angeboten.
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Dennoch zeigte sich Ver.di kompromissbereit. Bei einem Personalkostenanteil von 30 Prozent wäre es "eine betriebswirtschaftlich ungesunde Situation", wenn alle Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz verloren ging, weiterbezahlt werden, sagte Neumann. Falls die Abfindungen für Schlecker zu viel seien, solle der Konzern auf Verdi zukommen: "Unter bestimmten Voraussetzungen sind wir bereit zu reden."
Gerüchte um Geldprobleme wegen leerer Regale in vielen Filialen wies Schlecker zurück: "Es gibt keine Probleme mit Lieferanten, vereinzelte Regallücken schließen sich gerade", versicherte Meike Schlecker, wie ihr Bruder Lars Mitglied der Geschäftsführung, gegenüber der Zeitung. Die Restrukturierung werde aus eigener Kraft bezahlt. Ihr Bruder Lars gab sich optimistisch: "Aber 2012 werden wir den Turnaround schaffen." Laut "WamS" probieren die Konzernerben jetzt ein neues Konzept: "Bloß weg vom Ramsch."
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Quelle: AFP , t-online.de
Marc schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 19:45:42
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Schlecker und Co ADE
Das kommt davon, wenn man eine einzige (arme) Frau in einem Laden arbeiten lässt für einen Futzekapores, um möglichst
viel Gewinn abzuschöpfen. Oder sind wir Deutschen da nicht richtig informiert? Wenn doch, dann können die armen Verkäuferinnen froh sein, wenn die Läden schließen. Auch andere Ketten sollte es nicht besser ergehen. In Spanien z.B. haben die Menschebn drauf geachtet, dass der "Tante Emma Laden" erhalten bleiben. Klecker und haben wenig Chancen.
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Lyl schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 19:42:09
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Schlauberger
Was soll denn dieses Geiz-ist-geil-Geschwätz? Schon mal darüber nachgedacht, daß es Menschen gibt, die billig kaufen müssen,
weil sie kein Geld haben? Sollen die den halben Monat im Bioladen einkaufen und die restlichen Tage hungern? Und warum haben sie kein Geld? Weil sie sich krumm arbeiten und nicht anständig bezahlt werden? Von Leuten wie den Schleckers? Wenn ich will, daß Leute Geld ausgeben, müssen sie erstmal welches haben. Wie B. Brecht sagte:,,Erst kommt das Fressen, dann die Moral!"
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Peter schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 19:37:32
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@Angie
Natürlich wird man gezwungen, solche Arbeitsverträge zu unterschreiben. Von Amts wegen. Ich hoffe, sie werden niemals
arbeitslos.
Seltsam auch, das Verdi sich hier so vorteilhaft bückt - da sind doch bestimmt vorher Gelder geflossen.
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