
26.02.2012, 09:34 Uhr | Spiegel Online
Die Drogeriekette Schlecker braucht dringend Geld - jetzt bittet der Betriebsrat den Staat um Hilfe. Das Argument: Das Unternehmen erfülle eine gesellschaftliche Aufgabe, Dorfbewohner seien auf die Versorgung durch Schlecker angewiesen.
Schlecker-Betriebsräte setzen auf eine staatliche Rettung der insolventen Drogeriekette. Mit öffentlichen Fördergeldern, so die Hoffnung, könnten zumindest die Läden in Dörfern und Kleinstädten erhalten bleiben. "Schlecker-Filialen sind für die Grundversorgung auf dem Land unverzichtbar", sagte Elke Lill, Rechtsanwältin und Beraterin des Gesamtbetriebsrats, zu "Manager Magazin Online".
Schon heute müssten Dorfbewohner oft mehr als 20 Kilometer fahren, um den nächsten Einzelhändler zu erreichen, sagt die Insolvenzexpertin. Sie fürchte, dass weitere Schließungen die Situation verschlimmern: "Insbesondere ältere Menschen ohne Auto und Internetzugang würden erhebliche Probleme bekommen, überhaupt noch Waren einkaufen zu können", warnt Lill. "Eine staatliche Förderung wäre deshalb nicht nur möglich, sondern unseres Erachtens auch erforderlich."
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Schlecker hat Ende Januar Insolvenz angemeldet. Rund 30.000 Mitarbeiter bangen seitdem um ihre Jobs. Derzeit prüfen McKinsey-Berater das Sparpotential im Unternehmen. Sie sollen einen Plan für Schleckers Zukunft erstellen. Ein solcher Plan könnte drastischer ausfallen als gedacht. So wird laut "Manager Magazin" geprüft, die 650 Ihr-Platz-Läden des Konzerns zum neuen Kern der Kette zu machen und die verbleibenden Schlecker-Filialen lediglich zu integrieren. Das hieße: Die Marke Schlecker könnte ganz verschwinden.
Wie eine Unterstützung durch den Staat aussehen könnte - da hat der Betriebsrat bereits klare Vorstellungen: Mittel könnte beispielsweise der Europäische Sozialfonds (ESF) bereitstellen, der speziell für die Förderung strukturschwacher Regionen gegründet wurde. Mit Hilfe der Staatsgelder, so die Kalkulation der Betriebsräte, könnte Schlecker dann die Verluste seiner häufig defizitären Dorfläden ausgleichen. Auch direkte Landeshilfen wären denkbar: Das Land Schleswig-Holstein beispielsweise unterstützt schon seit längerem kleinere Lebensmittelläden in ländlichen Gegenden, die sich ohne staatliche Hilfe kaum halten könnten.
Zuletzt hatten einige Landespolitiker bereits Unterstützung für Schlecker in Aussicht gestellt. So nannte beispielsweise der baden-württembergische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Nils Schmid (SPD), eine Landesbürgschaft für mögliche Schlecker-Investoren als denkbare Lösung. Zudem erklärte Manuela Schwesig (SPD), Arbeitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern: "Es muss alles getan werden, dem Unternehmen eine tragfähige Zukunft zu eröffnen und den Beschäftigten eine Perspektive zu geben."
Nun will der Schlecker-Betriebsrat die Politiker beim Wort nehmen.
Quelle: Spiegel Online
Werner schrieb:
am 23. Februar 2012 um 19:47:25
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(3)
Schlecker
Ich sage nur: Gleiches Recht für alle!! Es gab keine Staatsgelder für Quelle, was dann zur Abwicklung führte. Warum soll das bei
Schlecker nicht mehr gelten? Wieso sollte der Staat hier anders handeln? Auch hier wird s tausende Arbeitslose geben, die in den staatlichen Statistiken anschließend versteckt werden.
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mudstamper schrieb:
am 23. Februar 2012 um 19:42:06
(64)
(2)
Schlecker
... die Forderung, einen der unsozialsten Arbeitgeber überhaupt mit Staatsgeldern zu fördern?
Wie krank ist das denn?
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Ossi schrieb:
am 23. Februar 2012 um 19:41:29
(41)
(3)
Schlecker
Der Staat sollte nur dann in die Wrtschaft eingreifen, wenn es um gesamtstaatliche Verantwortung geht. Das sehe ich bei einer
Drogerie nun wirklich nicht. Man kann sich ja organisieren und 1 x pro Woche in die Stadt fahren oder in der Gemeinde das Parkett für einen Tante-Emma-Laden bereiten.
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