14.05.2010, 14:18 Uhr | dpa
Ifo-Chef Hans-Werner-Sinn kritisiert das Rettungspaket für den Euro (Foto: imago)
Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat vor gefährlichen Folgen des Euro-Rettungspaketes gewarnt und das Vorgehen der Bundesregierung hart kritisiert. "Wir stürzen uns mit dem neuen Gewährleistungsgesetz in ein unkalkulierbares Abenteuer", sagte Sinn der "Süddeutschen Zeitung". Europa drohe, "eine gewaltige Schuldenblase aufzubauen, die irgendwann mit einem großen Knall platzen wird". Zugleich warf der Ökonom Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, zu wenig für die Interessen Deutschlands getan zu haben. Die deutsche Staatskrise sei "vorprogrammiert". (Hier finden Sie mehr zum Thema Staatskrise)
Aus seiner Sicht hätte sich Merkel gegen den Rettungspakt wehren müssen. "Der Pakt bedeutet nichts anderes, als dass Deutschland für die Schulden anderer Länder geradesteht", sagte Sinn. "So sehr ich den Euro grundsätzlich für richtig halte: Ich verstehe, wenn sich nun viele Deutsche hereingelegt fühlen." Das neue Gesetz bedeute zwar nicht, dass Deutschland sofort zahlen müsse, weil zunächst nur Kredite für bedrohte Länder abgesichert würden. Bevor Verluste kämen, drohten aber andere Probleme.
"Der Rettungspakt verzerrt den Kreditfluss über die Kapitalmärkte", sagte Sinn. "Zum einen verringern wir unsere eigene Bonität, indem wir haften, und müssen in Zukunft entsprechend höhere Zinsen für deutsche Staatsschulden zahlen. Zum anderen senken wir durch unsere Bürgschaften die Zinsen der Schuldenländer." Dadurch werde solchen Ländern geholfen, deutsches Sparkapital abzuziehen. (Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Geld vor einem drohenden Crash schützen)
Aus Sicht von Sinn gilt es nun, die Schuldenblase angeschlagener Länder nicht weiter aufzublähen, sondern langsam abschlaffen zu lassen, so dass sie nicht platzen könne. "Man kann schon helfen, wenn ein Land in Not ist, aber man braucht einen Pakt, bei dem die Inhaber der Staatspapiere an den Lasten einer Staatsinsolvenz mitbeteiligt werden. Wie bei einem privaten Konkurs auch", sagte Sinn. Bevor Geld fließen könne, müssten Altgläubiger auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten. "Das würde die Gläubiger veranlassen, bei der Vergabe der Mittel vorsichtiger zu sein und höhere Zinsen zu verlangen."
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Quelle: t-online.de , dpa
Kaffeesatz schrieb:
am 10. Januar 2012 um 18:32:07
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Euro
Nachdem Herr Prof. sinn vor der finanzkrise so "tolle2 Prognosen erstellt und den Neoliberaismus gepredigt hatte, war er nach der
Krise lange Zeit ganz still, weil seine Vorhersagen ziemlich daneben lagen. Nun meldet er sich wieder zu Wort. Soll man ihm nun glauben ?
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Fritz schrieb:
am 6. Januar 2012 um 19:28:12
(4)
(1)
EU
Und wenn die EU und Euroblase erst geplatzt ist, werden sich Merkel und Schäuble vor das Volk stellen und sie werden behaupten, sie
könnten nicht dafür.
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vorwärts58 schrieb:
am 4. Januar 2012 um 19:29:40
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Hinweis
Der "geniale" Ökonom Sinn hätte mal bei Marx nachlesen sollen.Denn schon da steht es geschrieben was im Kapitalismus
früher oder später passieren muß.Eigentlich ist das in sich eine Logik.Verstehe nicht,daß diese Tatsache von den sogenannten "Experten" pausenlos negiert werden.Ob sie denn dafür bezahlt werden,daß Volk im Unklaren zu lassen..Ein Schelm wer Arges dabei denkt
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