19.10.2011, 07:59 Uhr | AFP, t-online.de - mmr
Schon mehrfach sollte die Schuldenkrise in Europa durch ein "Gesamtpaket" gelöst werden, doch inzwischen schwelt sie seit anderthalb Jahren. Am Ende dieser Woche werden die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs wieder über einer ganzen Reihe von Problemen und Ideen zur Lösung der Krise brüten. Die Wirtschaftsredaktion von t-online.de gibt einen Überblick über das Konfliktherde-Puzzle.
Die dreitägigen Beratungen beginnen zunächst am Freitagnachmittag mit einem Treffen der Eurogruppe, also der Euro-Finanzminister. Es wird erwartet, dass sie die Überweisung der nächsten Kreditrate für Griechenland beschließen. Die internationale Expertenmission, die sogenannte Troika, gab letzte Woche nach einer Prüfung der Spar- und Reformbemühungen Griechenlands für die Auszahlung grünes Licht.
Offen ist die Frage, wie durch einen "Hebel" die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds (EFSF) erhöht werden kann, ohne dass die Euro-Länder weitere Garantien geben. Möglich ist ein Versicherungsmodell: Demnach kauft der Fonds nicht unbedingt selbst etwa Staatsanleihen Italiens, um das Land zu stützen. Stattdessen werden Privatinvestoren dazu ermutigt mit dem Angebot, dass der Fonds bei einer Pleite 20 bis 30 Prozent der Verluste übernimmt. So könnte der Fonds zur Stabilisierung der Lage beitragen, ohne direkt Geld auszugeben. Ebenfalls in der Diskussion ist, den EFSF bereits 2012 durch den dauerhaften Nachfolgefonds (ESM) abzulösen, anstatt erst 2013.
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Zwei Hilfspakete sind für das hochverschuldete Griechenland bereits geschnürt, doch der griechische Schuldenberg droht weiter, das Land zu erdrücken. Jetzt soll es nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine "dauerhaft tragfähige Lösung" geben: Dafür müssten private Gläubiger des Landes auf mehr verzichten als auf die noch im Juli vereinbarten 21 Prozent. Im Klartext heißt das: Es kommt zum Schuldenschnitt, Griechenland zahlt einen Teil seiner Schulden nicht zurück. In Brüssel ist von 50 Prozent die Rede, auf die Banken und andere Privatinvestoren verzichten müssen. In diesem Punkt könnten am letzten Tag der Beratungen auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Sonntag wichtige Weichen gestellt werden.
Den Banken droht also, auf einen bedeutenden Teil ihrer Forderungen an Griechenland verzichten zu müssen. Auch die Anleihen anderer Euro-Länder können in der Folge an Wert verlieren. Beides birgt die Gefahr, dass die Banken selbst in Schwierigkeiten geraten und Geld brauchen. Ihnen soll deswegen vorgeschrieben werden, mehr Geld für Notfälle zurückzulegen. Die nötigen Mittel sollen sie sich am Finanzmarkt besorgen - oder zur Not bei den nationalen Regierungen. Frankreich befürwortet Hilfen aus dem EFSF, was für Deutschland aber letztes Mittel sein soll. Die Bankenbranche wehrt sich gegen die Pläne und will ganz besonders Zwangsfinanzspritzen durch die nationalen Regierungen vermeiden.
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Die "Ansteckungsgefahr" für Wackelkandidaten wie Italien und Spanien soll eingedämmt werden. Dazu dienen neben nationalen Sparplänen etwa der EFSF-"Hebel" und auch die Banken-Rekapitalisierung. Doch langfristig will besonders Deutschland eine "Fiskalunion" schmieden, in der kein Euro-Land mehr durch zu hohe Schulden die gesamte Währungszone an den Rand des Abgrunds bringen kann. Dafür wäre eine Änderung der EU-Verträge nötig - und somit langwierige Verfahren. Auch ein eigener Präsident für die Eurogruppe ist im Gespräch. Ein weiteres Langzeitprojekt ist eine Steuer auf Finanzgeschäfte entweder in der EU oder nur in der Eurozone. So eine Abgabe soll Geld zur Krisenbekämpfung einbringen und Spekulationen an den aufgeheizten Finanzmärkten eindämmen.
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Quelle: AFP , t-online.de
Lothar schrieb:
am 21. Oktober 2011 um 09:51:23
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Geld für nichts
Der Lacher an der Sache ist doch,daß die priv.Banken, durch das lange hinauszögern der Politik,fast keine faulen Anleihen
mehr haben.Die sind bereits im Depot der EZB.Nur die Deppen der staatl. Banken halten noch diese Giftpapiere.Dafür darf ja nun noch einmal der dt. Michel bezahlen.So sieht es doch aus!Die Ursache des ganzen ist,daß die EZB lt. Lissab.-Vertrag keine Kredite direkt an die Staaten geben darf, nur über priv.Banken.Gelddrucken ist aufwendiger!!!! Keiner sagt die Wahrheit!
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Retter der Retter schrieb:
am 20. Oktober 2011 um 00:08:16
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Wen Merkel rettet
Der ganze gewaltige Aufwand mit ganz neuen Dimensionen, den diese Bundesregierung samt ihren nächsten
"Verbündeten" betreibt, hat zum Ziel, die durch eigene verbrecherische Spekulationen in Gefahr geratenen Investment-Banken zu entlasten und deren unverschämten Maximalprofit weiter zu gewährleisten.
Die "Rettungswilligen" haben eines gemeinsam: Diese Staaten werden von der Bankenoligarchie beherrscht.
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Wivine schrieb:
am 19. Oktober 2011 um 13:49:33
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Griechenland
Hier können die Politiker keine echte Lösung finde, wenn die als erstes betroffenen Griechen selbst nicht wollen. Jetzt wird
auch noch zum Generalstreik aufgerufen, nichts mehr. Was glauben die denn wann da vielleicht mal wieder Urlauber hinfahren oder fliegen? Es sind Menschen,die Ihnen helfen wollten, aber selbst in den Abgrund gezogen werden,ohne GERINGSTE SCHULD. Toll,ich jedenfalls glaube,besser griechenland abhaken,besser Ende m.schrecken,als Schrecken ohne Ende.
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