
13.10.2011, 10:12 Uhr | Financial Times Deutschland
Weil sie das Eingreifen des Staates fürchten, werden die meisten hiesigen Institute versuchen, sich frisches Geld zunächst am Markt zu beschaffen. Denn die Vorstände fürchten Auflagen für den Wettbewerb, Eingriffe in die Rechte ihrer Aktionäre - und nicht zuletzt die Deckelung ihrer Gehälter.
Deutschlands Banken stemmen sich gegen den wachsenden Druck, in einer europäisch koordinierten Aktion staatliche Kapitalhilfen anzunehmen. "Wir hoffen, die Regierungen noch überzeugen zu können, dass nicht jede Bank frisches Kapital braucht", sagte ein deutscher Spitzenbanker. "Selbst wenn die europäische Bankenaufsicht EBA auf italienische Staatsanleihen in den Bankbilanzen Marktwerte ansetzen sollte, glaube ich, dass die deutschen Banken auch in einem solchen Stressszenario mit ihrer Kapitalausstattung noch gut aussehen", sagte ein anderer hochrangiger Banker.
In den Vorstandsetagen der Frankfurter Bankentürme macht sich Angst breit, für die aktuellen Refinanzierungsprobleme französischer und italienischer Banken in Mithaftung genommen zu werden - und ungewollt den Staat als Aktionär ins Haus zu bekommen. Deutsche Bank-Vorstandschef Josef Ackermann betont bei jeder Gelegenheit, sein Haus sei ausreichend kapitalisiert.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten dagegen am Sonntag gemeinsame Pläne für eine Kapitalaufstockung der größten europäischen Banken angekündigt. Ihr erklärtes Ziel ist es, das in der Staatsschuldenkrise schwindende Vertrauen der Investoren in den Bankensektor mit einem Schlag wiederherzustellen. Der EU-Gipfel soll sogar nicht weniger als eine Gesamtlösung für die Euro-Schuldenkrise bringen. Er wurde dafür am Montag um gut eine Woche auf den 23. Oktober verschoben.
Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen machte den Banken am Montag wenig Hoffnung, dass einzelne Großbanken um eine europaweit koordinierte Aktion herumkommen. Die Kapitalisierung solle "im Kontext der 27 EU-Staaten stattfinden", um Stigmatisierungseffekte für Einzelinstitute zu vermeiden. "Es wäre das Beste, dies für alle systemisch wichtigen Banken unter denselben Bedingungen zu tun", sagte Asmussen im EU-Parlament.
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In Kreisen der Euro-Gruppe hieß es, die EBA habe bereits einen Kriterienkatalog für die neue Risikobeurteilung der Banken entwickelt, müsse diese aber jetzt noch Bank für Bank bei den systemrelevanten Instituten durchrechnen. Die Sicherheitsmargen sollten erhöht werden. In Bankenkreisen wird damit gerechnet, dass die EBA Wertabschläge nicht nur auf die Anleihen von Griechenland, Irland und Portugal vornimmt, sondern auch auf Anleihen Italiens und Spaniens.
Die Analysten von JP Morgan erwarten, dass Deutschland und Frankreich ihre Banken selbst rekapitalisieren, andere Eurostaaten aber auf den Euro-Rettungsfonds EFSF zurückgreifen. Eine Zwangskapitalisierung wäre besonders nach dem deutschen Aktienrecht ein gravierender Eingriff in die Rechte der Aktionäre, deren Anteile dadurch verwässert würden.
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"Das käme einer Enteignung gleich", sagte ein Banker. In deutschen Bankenkreisen wird deshalb damit gerechnet, dass Banken zumindest einige Monate Zeit bekommen, um den in einem Stressszenario ermittelten Finanzbedarf per Kapitalerhöhung am Markt zu decken oder von ihren Anteilseignern einzufordern.
Wer Staatshilfen bekommt, muss im Gegenzug mit harten Auflagen der EU-Wettbewerbsaufsicht rechnen. Auch droht die Deckelung der Vorstandsgehälter auf 500.000 Euro, wie sie bereits während der ersten Welle der Bankenrettung 2008 für staatlich gestützte Banken festgelegt wurde.
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Quelle: Financial Times Deutschland
goldfisch schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 15:49:00
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zwangskapital
wenn jeder lügt betrügt falsche angaben macht .sachen ermischt,daß keiner
einen einblick mehr hat.dann bekommen wir das
ergebnis was wir heute
haben gratulation an banken politik und die spezialisten.!!!!
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markof schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 10:36:33
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@Kaufmann
Daß Staaten betrügen, falscheAngaben machen ist 1nes. Andererseits gehört mit allen Mitteln das Zocken der Banken abgeschaft.Die
sind es, die nachher um Hilfe bitten müssen, falls sie sich verzockt haben.Der Dumme ist eigentlich dabei immer der Steuerzahler. Bringt allerdings das Gezocke Gewinne provitieren nur 1nige Wenige.Scheiß System!!!!!
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Faller schrieb:
am 11. Oktober 2011 um 23:01:48
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Seit beihenahe 2 Jahren wird....
in ganz Europa nur noch über "Griechenland" geredet. Kann wirklich ein Volk so schlecht oder so
dumm sein ein Jahrzent nur Geld zu verheizen ohne dass irgend jemand das in Europa merkt.......??
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