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Banken suchen riskante Wege aus der Krise

17.11.2011, 19:48 Uhr | dpa

Abendstimmung in der Bankenstadt Frankfurt (Quelle: Reuters)

Abendstimmung in der Bankenstadt Frankfurt (Quelle: Reuters)

Hier kommt die Kreditklemme: Europas Banken suchen einem Pressebericht zufolge händeringend nach Auswegen aus ihren sich zuspitzenden Finanzierungsproblemen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, entwickeln die Institute komplizierte Konstrukte, um zumindest von der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin Geld zu bekommen. Dabei geht es darum, Anlagen zu schaffen, die die Notenbank als Sicherheit akzeptiert. Diese Tauschgeschäfte könnten ein neues systemisches Risiko bedeuten, hatte der Zeitung zufolge die britische Finanzaufsicht bereits im Juli gewarnt.

Andere Finanzierungsquellen als die EZB sind für viele Banken angesichts der zunehmenden Verunsicherung über die Auswirkung der europäischen Staatsschuldenkrise weitgehend versiegt. Vor allem US-Geldmarktfonds ziehen zunehmend Kapital ab. Außerdem leihen sich die Banken unter einander immer weniger Geld. Stattdessen parken sie es lieber bei der EZB. Dafür gibt es zwar kaum Zinsen, es verspricht aber eine höhere Sicherheit.

Gleiche Gefahr wie 2008

Schon in der Finanzkrise 2008 war der direkte Handel zwischen den Banken praktisch zum Erliegen gekommen. Hauptgrund für das Misstrauen war das starke Engagement einzelner Institute in Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten gewesen. Die Folgen hatte auch die Realwirtschaft gespürt, weil die Banken kaum noch Kredite vergeben hatten.

Somit lief die Wirtschaft in eine deflationäre Rezession und der Staat musste einspringen, um Jobs zu schaffen und den Konsum anzukurbeln - mit der Sanierung von Autobahnen und der Abwrackprämie.

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EZB soll riskantere Anlagen als Sicherheit annehmen

Konkret geht es bei den neuen Konstrukten zur Sicherung der Liquidität darum, illiquide Anlagen, etwa Unternehmenskredite ohne Investmentstatus - die meist höhere Renditen bieten, weil das Ausfallrisiko größer ist - in von der EZB als sicher eingestufte Papiere umzutauschen, etwa in Staatsanleihen.

Das geschieht laut Zeitung dadurch, dass die Institute die heiklen Papiere an Investmentbanken und Versicherungen geben und im Gegenzug Wertpapiere bekommen, die die EZB als Pfand akzeptiert.

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Das Misstrauen greift um sich

"Das ist eine Möglichkeit, deine Liquidität zu verbessern und nichtliquide Papiere liquide zu machen", zitierte das Blatt einen Manager der gerade zerschlagenen belgisch-französischen Dexia Banque.

Bankenmanager wie Commerzbank-Chef Martin Blessing kritisieren seit langem, dass die EZB viele Unternehmenskredite anders als Staatsanleihen nicht als Sicherheiten akzeptiert. Aber das Vertrauen in Staatsanleihen geht in der jüngsten Schuldenkrise immer mehr verloren.

Europas größter Versicherer Allianz rechnet sich bereits Chancen aus, von den Problemen der Banken zu profitieren. Als langfristiger Anleger könne die Allianz von den Banken Vermögenswerte wie langfristige Hypotheken übernehmen, die die Geldinstitute wegen der verschärften Kapitalanforderungen losschlagen müssten. Damit will der Versicherer die Niedrigzinsen für Staatsanleihen teilweise ausgleichen, wie Vorstandsmitglied Oliver Bäte vor wenigen Tagen erklärte.

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Quelle: dpa , t-online.de

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Kommentare (25)

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Thema: "Schuldenkrise"

Ziu57 schrieb: am 18. November 2011 um 12:04:17
(1) (0) @ Insider
INSIDER schrieb: am 18. November 2011 um 09:57:22 ---------- Von Weltkriegen war ja auch garnicht die Rede - es reicht schon wenn
es in Südwesteuropa zur Sache geht - gehen ein oder mehrere Staaten pleite, werden Kriege in Europa nicht mehr vermeidbar sein. Der Untergang des Euro würde den US-Dollar mit sich reißen. Dann allerdings werden sich die USA verstärkt in Europa einmischen - dann, genau dann tritt möglicherweise genau das geben, was sich Ihrer Vorstellung zu entziehen scheint.
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Ziu57 schrieb: am 18. November 2011 um 11:53:43
(1) (0) @ Soester
Die Manager begreifen schon - scheinbar begreifen Sie nicht.

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Ziu57 schrieb: am 18. November 2011 um 11:52:26
(1) (0) Die Einen lassen Europa ausbluten -
- andere wiederum werden findig und liefern Waffen - wiederum andere freuen sich darüber, dass ein Plan funktioniert.

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