
20.01.2012, 09:47 Uhr | Financial Times Deutschland
Das Schweizer Departement für Verteidigung gilt als besonders preisbewusst. Seine Entscheidung für ein schwedisches Saab-Kampfflugzeug - und gegen Eurofighter und Rafale - ist eine schwere Schlappe für gleich zwei europäische Flugzeughersteller.
Die Schweiz hat mit der Wahl ihres neuen Kampfflugzeugs der etablierten Rüstungsbranche einen Rückschlag verpasst. Der Bundesrat entschied sich nicht für eines der beiden in Europa führenden Modelle Eurofighter oder Rafale, sondern für das leistungsschwächere und billigere schwedische Gripen-Modell vom Saab-Konzern. Der Kampfjet erfülle die Bedürfnisse - lasse im Etat aber Spielraum für andere Beschaffungen, erläuterte Verteidigungsminister Ueli Maurer die Entscheidung.
Der Kauf der 22 Jets soll 3,1 Milliarden Franken (rund 2,5 Milliarden Euro) kosten und liegt damit angeblich eine Milliarde Franken unter der Offerte der Konkurrenten. Ursprünglich wollte die Schweiz zum Ersatz ihrer veralteten Tiger-Modelle 33 Maschinen kaufen.
Die Entscheidung der Schweiz ist ein Indiz für einen Wandel bei Rüstungseinkäufen. Einige Nationen leisten sich nicht mehr sogenannte teure Goldrandlösungen mit der besten Technologie, sondern kaufen billigere Angebote, um Geld zu sparen. Die Rüstungslobby in Europa und den USA hat bereits vor den Folgen gewarnt, weil somit Neuentwicklungen gebremst würden. Vor wenigen Tagen sprach sich auch der französische Senat für den Kauf einer billigeren US-Drohne aus.
Die Entscheidung zugunsten des Gripen-Modells ist ein schwerer Rückschlag sowohl für das Eurofighter-Konsortium mit den Konzernen EADS, BAE Systems und Alenia als auch für den französischen Dassault-Konzern, der sein Rafale-Modell anbot. Eurofighter und Rafale gelten als die aktuell technologisch führenden Modelle und stehen in Indien in der Endausscheidung über einen Zehn-Milliarden-Dollar-Auftrag. Der Zuschlag wird in Kürze erwartet.
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Ein Sprecher der EADS-Rüstungssparte Cassidian sprach am Mittwoch von einer enttäuschenden Entscheidung der Schweiz, die aber respektiert werde. Es sei ein attraktives Angebot vorgelegt worden.
Die Gripen-Kampfflieger sollen zwischen 2015 und 2018 ausgeliefert werden. An der Börse sorgte der Zuschlag für den Schweden-Jet zu einem Anstieg der Saab-Aktie von gut acht Prozent. Neben Schweden nutzen das Gripen-Modell noch die Tschechische Republik, Ungarn, Südafrika und Thailand.
Quelle: Financial Times Deutschland
kenner schrieb:
am 11. Januar 2012 um 18:04:58
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schweiz
Ist eine ganz normale entscheidung in der rüstung/armee.
Die Eidgenossen verkaufen über RUAG Ihren Geniepanzer an Schweden und
kaufen dann bei den Schweden für die Luftwaffe ein.
Mann/Frau sollte nicht denken das es nicht überlegt ist lieber Pigalle...
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Hajü schrieb:
am 16. Dezember 2011 um 23:57:02
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Namen
Mit Verlaub: Der Name des französischen Kampfjets - ist der Name eines Erzengels. Man kann sich den wohl gut mit Schwert vorstellen.
Dan Simmons in Hyperion und Endymion darf sowas.... Raumschiffe der Erzengelklasse von Patres kommandiert ....
Aber einen Jet so zu nennen, das ist vermessen! Das hat was von Kreuzzug!
Hajü
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schwarzwald-süd-west schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 17:53:48
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die Schweiz und ihre Verteidigung
Da sieht man, dass in der Schweiz Politiker im Parlament und der Regierung sitzen, die einen Beruf haben
... und keine "Berufspolitiker". Da wird vernünftig gerechnet und nachgedacht. Und wenn ein Kampfflugzeug den Anforderungen genügt, dann ist es gut und richtig, es zu kaufen. Wenn ich einen Pkw-Kombi brauche, um damit (auch) Vieh zu transportieren, dann kaufe ich ja auch keine "Edelmarke" mit "hochwertigen Velours-Teppichen" - oder ? Gute Entscheidung, Eidgenossen !
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