29.06.2009, 11:45 Uhr | dpa-tmn, Tobias Schormann / t-online.de/business
Der eigene Chef statt arbeitslos? Das kann klappen. (Foto: Imago)
"Wenn mich meine Firma nicht mehr will, gründe ich eben selbst eine" - die Idee scheint für viele Menschen verlockend, die gerade um ihren Job bangen. Eventuell ein Grund dafür, dass laut dem Statistischen Bundesamt trotz Krise die Zahl der Unternehmensneugründungen im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr sogar um zwei Prozent gestiegen ist. Doch ganz so einfach geht der Plan oft nicht auf. Wir zeigen Ihnen, wann Ihre Chancen, als Ihr eigener Chef Erfolg zu haben, wirklich gut stehen.
"Nur aus der Not heraus sollte man sich dazu besser nicht entscheiden - so eine Gründung will schließlich gut überlegt sein", sagte Romy Schnelle vom High-Tech Gründerfonds in Bonn. Es sei der falsche Weg, wenn Beschäftigte, die in der Wirtschaftskrise ihren Job verlieren, spontan ein eigenes Geschäftsmodell aus dem Boden stampfen. "So etwas wird nicht zum Erfolg führen", warnt die Expertin.
Um Chancen auf dem Markt zu haben, bräuchten Firmengründer eine gute Geschäftsidee. "Und die muss man auch noch besser umsetzen als die Konkurrenz", erläuterte Schnelle. Reinen "Copycats" - Nachahmer erfolgreicher Geschäftsmodellen - gelinge das nicht unbedingt. "Es ist eben nicht gerade innovativ, ein bestehendes Modell einfach zum fünften Mal anzubieten", so die Frachfrau. Wer also als Blumenliebhaber aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Online-Blumenversand gründet, wie es ihn bereits zigfach im Internet gibt, scheitert womöglich schnell.
Wer seine Selbstständigkeit allerdings schon länger vorbereitet hat, sollte sich demnach von der derzeitigen Rezession nicht abschrecken lassen. "Die, die jetzt gründen, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen", meint Schnelle. Denn sie seien die ersten, die davon profitieren, wenn es nach der Rezession wieder aufwärts geht. Auch gebe es derzeit durchaus noch Nischen, in denen Potenzial für neue Geschäftsideen stecke. "Der E-Commerce zum Beispiel, das ist ein Markt, der noch lange nicht am Ende ist", sagte Schnelle.
Dem staatlich initiierten Fonds zufolge ist der Mut zur Unternehmensgründung im Technologie-Sektor trotz der Wirtschaftskrise größer denn je. Das europaweit größte Förderprogramm für High-Tech-Gründer steckt Risikokapital in junge Technologieunternehmen aus allen Branchen. Im vergangenen Jahr hat der Fonds nach eigenen Angaben in 120 Beteiligungen an Start-up-Unternehmen investiert.
dpa-tmn, Tobias Schormann / t-online.de/business
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