Transrapid in Shanghai (Foto: dpa)Gute Nachrichten für den Transrapid in China. Zwar planen die Behörden in Ostchina nun erst im Jahr 2010 den Baubeginn für die verlängerte einzige kommerzielle Transrapidstrecke der Welt. Das ist drei Jahre später, als ursprünglich geplant. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am einem Aktionsplan der Provinzbehörden im ostchinesischen Zhejiang. Dass die Trasse aber überhaupt gebaut wird und außerdem länger als erwartet ausfällt, sind positive Faktoren.
Die Trasse von der Hafenmetropole Shanghai ins benachbarte Hangzhou war bereits im März 2006 vom Pekinger Staatsrat genehmigt, nach Protesten von Anwohnern aber auf Eis gelegt worden. Laut dem Aktionsplan soll der Bau nun aber erst bis 2015 beendet werden, fünf Jahre später als eigentlich vorgesehen. Mit 199 Kilometern wird diese Verbindung etwa 25 Kilometer aber länger als ursprünglich geplant. Erste Vorarbeiten sollen bis Ende dieses Jahres fertig sein.
Positive Resonanz auf Entscheidung
Die Tageszeitung "Die Welt" bezeichnete die Entwicklung als "unverhoffte Wende im chinesischen Transrapid-Projekt" und als "neue Chance". Die chinesische Regierung wolle die Shanghai-Strecke nun insgesamt doch deutlich verlängern, um rund 200 Kilometer bis in die Touristenstadt Hangzhou. Dabei habe das Transrapid-Konsortium nach der Absage für eine Strecke in München schon alle Hoffnungen begraben – und bereits Personal abgebaut. "Nach mehr als einem Jahr der Verzögerungen gibt es endlich grünes Licht für den Bau der Transrapid zwischen Shanghai und Hangzhou“, berichtete die "Shanghai Daily". Der Zug werde die Fahrzeit zwischen beiden Millionenmetropolen von derzeit 90 Minuten auf 30 Minuten verkürzen.
Transrapid auf der Tagesordnung
Die “Welt“ zitierte ungenannte Branchenkenner: "Die Chinesen wissen, dass wir uns in Deutschland aus dem Projekt verabschieden. Vielleicht wollen sie uns nur bei der Stange halten, weil sie unsere Technologie brauchen." Die Aufnahme in den Fünfjahresplan von Zhejiang und die detaillierten Finanzierungsplanungen bedeuten, dass der Transrapid "in China wieder auf der unmittelbaren Tagesordnung steht."
Börse reagiert verhalten positiv
Die Aktien der im Transrapid-Konsortium vertretenen Firmen Siemens und ThyssenKrupp reagierten am Morgen in einem eher schwächeren Markt positiv und legten jeweils um ein Prozent zu. Nach dem Aus für die Münchner Transrapidstrecke konzentrieren sich die Hoffnungen für die in Deutschland von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp entwickelte Technik auf das Projekt in Shanghai, wo die schnelle Bahn bereits seit 2003 zwischen einem Flughafen und dem Stadtzentrum hin- und herpendelt. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen laut früherer Angaben 35 Milliarden Yuan (3,5 Milliarden Euro). Der durch Zhejiang und nicht Shanghai verlaufende Teil soll dem Aktionsplan zufolge allein 22 Milliarden Yuan (2,2 Milliarden Euro) kosten.