Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt, Ex-Vorstände bei Siemens (Foto: dpa)Im Zuge der Siemens-Korruptionsaffäre hat der Konzern zwei frühere Vorstände auf 20 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Das Unternehmen reichte beim Landgericht München Klage gegen den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger sowie gegen Ex-Vorstand Thomas Ganswindt ein, teilte die Firma mit. #
Schwarze Kassen bei Siemens
Von Neubürger fordert Siemens 15 Millionen Euro. Ganswindt, der früher für die Sparte Telekommunikation zuständig war, soll fünf Millionen Euro zahlen. Siemens wirft den beiden Managern vor, die Entstehung eines Schmiergeldsystems durch mangelnde Kontrolle begünstigt zu haben. Ganswindt gehörte von 2004 bis 2006 als Mitglied des damaligen Zentralvorstands zum engsten Führungszirkel bei Siemens. Er war für die Kommunikationssparte Com verantwortlich, in der Ende 2006 zuerst Schmiergeldzahlungen aufgedeckt worden waren.
Beschuldigte lehnten Vergleich ab
Siemens hatte die Klagen bereits angekündigt, weil der Konzern sich mit den beiden Managern nicht auf Vergleiche einigen konnte. Schon im September 2009 habe der Aufsichtsrat beschlossen, Klage gegen die Manager zu erheben, mit denen keine außergerichtliche Einigung gebe, hieß es.
Absegnung auf Hauptversammlung
Dagegen erzielte das Unternehmen noch im vergangenen Jahr mit den früheren Siemens-Chefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sowie sieben weiteren Ex-Topmanagern Vergleiche. Sie zahlen zusammen etwa 19,5 Millionen Euro. Den höchsten Betrag zahlt Pierer mit fünf Millionen Euro. Auf der Siemens-Hauptversammlung am Dienstag (26.01.) sollen die Aktionäre die Vergleiche mit den früheren Topmanagern absegnen. Der Skandal kostete den Konzern nach eigenen Angaben mindestens 2,5 Milliarden Euro.