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Siemens verdient mehr und streicht Stellen

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Siemens steigert Gewinn und streicht Stellen

26.01.2010, 16:36 Uhr | DAPD, dpa-AFX

Hauptversammlung bei Siemens (Foto: ddp) (Quelle: ddp)Hauptversammlung bei Siemens (Foto: ddp)Mit einem deutlichen Rückgang bei Neuaufträgen und Umsatz bekommt Siemens die Krise zu spüren - der Konzern hat einen Stellenabbau angekündigt. Dank eines bereits laufenden Sparprogramms konnte der Konzern aber den operativen Gewinn im ersten Finanzquartal steigern - die Aktie zog deswegen an. Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie Siemens noch vor der heutigen Hauptversammlung mitteilte. Die Siemens-Führung muss sich dort kritischen Fragen der Aktionäre stellen, diese sollen die Vergleiche mit früheren Topmanagern über Schadenersatz absegnen. Zudem lässt Siemens die Anleger erstmals über die Vorstandsgehälter abstimmen.

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Siemens steigert Gewinn bei fallendem Umsatz

Zur Überraschung von Analysten blieb im Quartal von Oktober bis Dezember unter dem Strich ein Gewinn von 1,5 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal. Deutlich bemerkbar machte sich die Krise beim Umsatz - er sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang brach um 15 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro ein.

In Kürze Info über Stellenabbau

Für "spezifische Geschäfte und einzelne Standorte" seien trotz Kurzarbeit "Anpassungsmaßnahmen unumgänglich", kündigte Konzernchef Peter Löscher an. Das Management werde mit den Betriebsräten am kommenden Donnerstag "eine Reihe punktuell notwendiger Maßnahmen" besprechen und danach Mitarbeiter und Öffentlichkeit informieren. "Wo immer sich Brücken zur Überwindung von Nachfrage-Tälern bauen lassen, gehen wir diesen Weg", sagte Löscher. Bereits 2008 hatte Siemens den Abbau von weltweit fast 17.000 Stellen bis zu diesem Jahr angekündigt. Siemens beschäftigt weltweit 402.000 Mitarbeiter.



Hoher Auftragsbestand

"Verglichen mit den Vorquartalen sehen wir eine Stabilisierung des Auftragseingangs, allerdings auf einem niedrigeren Niveau", sagte Löscher. Getragen werde die Stabilisierung von Großaufträgen. Der Auftragsbestand lag Ende Dezember bei 83 Milliarden Euro. "Er wirkt wie ein Stabilitätsanker in unruhiger See", erklärte Löscher.

"Die Krise ist noch nicht vorbei"

Für das Gesamtjahr bestätigte Siemens seinen verhaltenen Ausblick und rechnet mit weniger Umsatz und operativem Gewinn als 2009. "Die Krise ist noch nicht vorbei. Auch wenn wir mit unserem ersten Quartal zufrieden sein können, wir bleiben vorsichtig", sagte Löscher. "Zum Halbjahr, also auf halber Wegstrecke, werden wir unsere Prognose überprüfen", kündigte er aber zugleich an. Denn im ersten Quartal hat Siemens schon fast ein Drittel des für 2010 angepeilten operativen Gewinns von bis zu 6,5 Milliarden Euro eingefahren.


Die Börse applaudiert

Siemens-Aktien waren am Dienstag nach den Zahlen zum ersten Quartal unangefochtener Spitzenreiter im DAX. Zwischenzeitlich kletterten die Aktien um 4,1 Prozent auf 67,22 Euro. Derweil ging es für den DAX um ein Prozent auf 5575 Zähler abwärts. Thomas Langer, Analyst bei der WestLB, hob nach den Zahlen seine Einstufung für die Papiere von "Reduce" auf "Add" an und erhöhte das Kursziel von 59 auf 73 Euro. Die Margen-Entwicklung sei "exzellent" trotz der schwächeren Umsätze, urteilte der Experte. Der Cash Flow sei ebenfalls sehr gut. Michael Busse, Analyst bei der LBBW, verwies lobend auf den Konzerngewinn, der deutlich über den Erwartungen gelegen habe. Die Programme zur Kostensenkung hätten somit positive Effekte gezeigt. Busse bewertet die Aktien mit "Buy" und einem Kursziel von 80,00 Euro. Unicredit-Analyst Günther Hollfelfder bezeichnete den Start ins neue Geschäftsjahr ebenfalls als gelungen.

Verhaltene Prognose stößt auf Skepsis

Jörg-Andre Finke von Kepler zeigte sich von den Zahlen ebenfalls positiv überrascht. Bereits im ersten Quartal habe Siemens etwa ein Drittel seines prognostizierten Gewinns erzielt. Es sei daher etwas überraschend, dass der Konzern seine Prognose noch nicht angehoben habe. Finke bewertet die Aktien mit "Reduce" und einem Kursziel von 59 Euro. Ein weiterer Analyst hob ebenfalls hervor, dass Siemens bereits etwas mehr als ein Drittel seines Gewinnziels für das laufende Jahr erwirtschaftet habe. Er geht davon aus, dass zahlreiche Analysten nun ihre Gewinnschätzungen anheben dürften. Dabei dürften vor allem die Schätzungen für den Gewinn je Aktie in die Höhe gehen. Er sieht weiterhin klares Aufwärtspotenzial für Siemens.


Quelle: apn , dpa-AFX , t-online.de

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