30.09.2011, 13:37 Uhr | dpa
Solarenergie gilt als Branche der Zukunft. Nicht erst seit der Energiewende setzen Konzerne auf Strom aus der Sonne. Nachdem Bosch im großen Stil in die Branche eingestiegen ist, will nun auch Siemens sein Solargeschäft kräftig ausbauen. "Wir möchten im großen Stil in die Solartechnik hinein", sagte der neue Siemens-Energie-Chef Michael Süß dem "Handelsblatt".
Der Zeitpunkt ist laut Experten bewusst gewählt. So hat Siemens zum einen erst sein Atomgeschäft begraben. Daneben dürfte sich der Weltmarkt für Photovoltaik nach Einschätzung von Solarworld-Gründer Frank Asbeck von derzeit 40 Milliarden Dollar bis 2020 verfünffachen. Das weckt Begehrlichkeiten bei großen Industriekonzernen, die von dem rasanten Wachstum profitieren möchten.
"Für die Elektronik-Riesen wird der Photovoltaik-Markt jetzt richtig interessant", sagte Asbeck dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Nicht nur chinesische Anbieter hätten die Chancen entdeckt. "Da werden ganz andere kommen, etwa Samsung aus Südkorea und Foxconn aus Taiwan", sagte der Solarpionier. Bislang machten vor allem chinesische Produzenten den deutschen Solarfirmen mit billigen Produkten schon heute schmerzhaft Konkurrenz.
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"Ich glaube, dass Photovoltaik ein größerer Markt wird als Solarthermie", sagte Siemens-Manager Süß der "Financial Times Deutschland" (FTD). In den vergangenen Jahren hatte sich der Konzern auf die Solarthermie konzentriert, bei der das Sonnenlicht durch die sogenannte Parabolrinnentechnik Flüssigkeiten erhitzt und der dadurch gewonnene Dampf eine Kraftwerksturbine antreibt. Die Finanz- und Schuldenkrise bremste jedoch Großprojekte aus.
Zudem leitete der Preisverfall bei Photovoltaikpanels einen Sinneswandel ein. So hatte der Kraftwerksentwickler Solar Millennium im kalifornischen Blythe jüngst entschieden, statt der Parabolrinnentechnik die preiswertere Photovoltaik einzusetzen.
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Beide Märkte seien noch im Stadium der Technologiewetten, sagte Süß der "FTD". "Keiner weiß, wer dieses Rennen gewinnen wird." Die vor wenigen Wochen angekündigte Aufspaltung des Siemens-Bereichs für erneuerbare Energien und die Gründung der neuen Division "Solar & Hydro" für die Bereiche Solarenergie und Wasserkraft sei "ein Signal, dass wir dieses Geschäft ausweiten wollen."
Da "Solar & Hydro" nach Berechnungen von Analysten mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro lediglich einen Bruchteil der übrigen Siemens-Geschäftsbereiche ausmacht, gehen die Branchenexperten davon aus, dass der Konzern nach Zukäufen Ausschau hält. Womöglich seien unter den derzeit von ihrer Finanzschwäche und der wachsenden Konkurrenz geplagten Solarfirmen geeignete Kandidaten. Siemens werde sich jedoch nicht dem kleinteiligen Geschäft mit Endkunden widmen, sondern seine Stärken als Kraftwerksbauer betonen.
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Während Siemens als Anbieter von Windkraftanlagen besonders auf hoher See weltweit Erfolge feiert, hinkt das Solargeschäft bisher hinterher. Siemens war 2009 mit der Übernahme von Solel in den Solarmarkt eingestiegen - allerdings eher ein missglückter Einstieg. So verbuchte der Konzern im Ende Juni zu Ende gegangenen dritten Geschäftsquartal einen Verlust.
Insgesamt bringt der Energiesektor von den künftig vier Siemens-Sektoren (Energie, Industrie, Gesundheit sowie Infrastruktur und Städte) den meisten Umsatz. "Der Energiesektor läuft auf einem sehr hohen Niveau", sagte Süß der "Börsen-Zeitung". Die Gefahr eines größeren Abschwungs sehe er nicht.
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Quelle: dpa , t-online.de
Solarus schrieb:
am 22. September 2011 um 11:25:57
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@Cleanfuture Carport
Mal nachgerechnet: auf den Carport passen maximal 2,5 KWp Solarpanele. Bei vollem Sonnenschein kommen also etwa 2 KW pro
Stunde und das einmalige Aufladen einer entladenen Autosolarbatterie dauert somit mindestens 15 Stunden. D.h., man kann pro Woche vielleicht zwei bis drei Aufladungen realisieren, die man nachts verfährt, im Winter viel weniger! Mehr Fläche muss also her und vor allem bezahlbare Batteriespeicher. Siemens ist aber insgesamt auf dem richtigen Weg.
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cleanfuture schrieb:
am 21. September 2011 um 19:37:43
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Integrierte Solar-Haus-Technik
Das Bepflastern von Hausdächern mit Solarpanelen wirkt wie ein Kinderspiel im Sandkasten. Fotovoltaik muss
den Sprung in die integrierte Haustechnik schaffen mit beschichteten Glasfassaden und Carports zum Aufladen des Elektroautos. Solarkraftwerke müssen im Verbund mit Wind- und Biomasse-Stromerzeugern laufen (virtuelle Kraftwerke), gesteuert durch intelligente Netze (smart grid) und Verbraucher (smart housetec). Erst Erneuerbare Energien + Energieeffizienz ergeben die Synergieeffekte.
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kolkrabe schrieb:
am 21. September 2011 um 16:24:07
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Siemens
So einen Schwenk muss man ernst nehmen. Leider kommt er recht spät. Die Lage der Fakten auf dem Felde der Energieerzeugung hätte
ihn schon vor gut 10 Jahren möglich gemacht und mit ein wenig mehr Unternehmergeist sicher auch schon vor 20. Unternehmen wie Siemens haben ihre technologische Vorreiterrolle schon längst verloren und folgen mit ihren Entwicklungen heute eher dem Zeitgeist als eigenen Visionen, und eigener Kompetenz.
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