Die Vorstandschefs von Signal Iduna und DR Kranken, Reinhard Schulte und Wolfgang Fauter (Foto: dpa)Die Versicherungsgruppe Signal Iduna und die Krankenversicherungssparte des Deutschen Rings (DR Kranken) wollen sich zusammenschließen. Mit mehr als 5,2 Milliarden Euro Beitragseinnahmen wird der neue Konzern zu den Top 10 der Erstversicherer in Deutschland gehören, wie die Vorstandsvorsitzenden beider Unternehmen in Hamburg mitteilten. Ziel sei es, die Vertriebskräfte zu bündeln. Den Abbau von Arbeitsplätzen schlossen die Vorstände aus. Auch für die Kunden ändere sich nichts.
Der neue Konzern, in dem die Hamburger DR Kranken und die in Hamburg und Dortmund ansässige Signal Iduna gleichberechtigt vertreten sind, soll am 1. April an den Start gehen. Den Aufsichträten liegen entsprechende Empfehlungen der Vorstände vor.
Für den Kunden bleibt alles gleich
Die DR Kranken wird als vierte Obergesellschaft in die Signal Iduna Gruppe eingegliedert, zu der außerdem die Signal Krankenversicherung, die Iduna Lebensversicherung sowie die Signal Unfallversicherung gehören. Die Ring-Vorstände werden Mitglieder im Signal-Iduna-Vorstand und umgekehrt. Das Unternehmen werde insgesamt rund 12.500 Mitarbeiter und mehr als 13 Millionen Kunden und Verträge umfassen, wie die Konzernchefs ausführten. Für die Kunden ändere sich nichts: Beide Krankenversicherungen bleiben getrennt nebeneinander bestehen.
Vertriebskraft soll gestärkt werden
"Mit dem Zusammenschluss werde beide Unternehmen ihre Marktposition stärken", sagte der designierte Chef des neuen Konzerns und Signal-Iduna-Vorstandsvorsitzende Reinhard Schulte. Das wichtigste Argument sei die Stärkung der Vertriebskraft. Dabei ergänzten sich die Unternehmen ebenso wie bei den Zielgruppen: So erziele der Deutsche Ring mehr als 80 Prozent der Neuabschlüsse über Makler und freie Vertriebe und sei vor allem bei Privatkunden stark. Signal Iduna mache hingegen den Großteil des Geschäfts vor allem bei Handwerk, Handel und Gewerbe.
"Nicht Kosteneffizienz, sonder Stärkung"
Auch sollen beide Standorte von dem Zusammenschluss profitieren. "Der Zusammenschluss zielt nicht auf Kosteneffizienz sondern auf Stärkung ab", sagte der Vorstandschef des Deutscher Ring Krankenversicherungsvereins, Wolfgang Fauter. "Ich sehe eher noch einen Wachstumsschub." Fauter soll in dem neuen Unternehmen stellvertretender Vorstandsvorsitzender werden.
Ergebnis interner Kämpfe beim Ring
Der Zusammenschluss ist auch vor dem Hintergrund eines Kampfs innerhalb des Deutschen Rings zu sehen. Während die DR Kranken selbstständig ist, gehören die beiden Sparten DR Lebens- und DR Sachversicherung zu 100 Prozent der Schweizer Baloise-Holding. Vorstandschef aller drei Sparten war bis November Fauter - dann setzte ihn die Baloise-Gruppe ab. Weil sie ihre Deutschlandgeschäfte nach eigenen Angaben bündeln will, setzte die Gruppe den Vorstand ihrer in Bad Homburg sitzenden Basler Versicherungen an die Spitze der DR Leben und Sach.
DR Leben und Sach werden nicht verkauft
Die Belegschaft in Hamburg fürchtet seither einen massiven Stellenabbau. Baloise reagierte auf die Fusion mit der Erklärung, der Zusammenschluss der DR Kranken mit Signal Iduna ändere nichts an der Strategie, in Deutschland zu wachsen. Die DR Leben und Sach stünden nicht zum Verkauf.