26.09.2011, 16:55 Uhr | FinanzBuch Verlag
Silberbarren (Foto: dpa)Silber nimmt in der Gruppe der Edelmetalle aufgrund der hohen Produktionsmengen und der starken Verwendung in der Industrie eine Sonderrolle ein und könnte aus Börsensicht ebenso als Industriemetall eingestuft werden. Mit einer jährlichen Minenproduktion von 20.000 Tonnen und einer Recyclingquote von noch einmal einem Viertel des Minenabbaus ist Silber im Gegensatz zu den anderen Edelmetallen sehr reichhaltig vorhanden.
Aktueller Kurs - Silber
Übersicht - Alle Rohstoffe auf einen BlickDie Anwendungsmöglichkeiten von Silber
Silber ist vielseitig anwendbar. Es wird heute vor allem in der Schmuck- und Silberwarenindustrie eingesetzt. Darüber hinaus ist Silber auch in der Elektronik- und Fotoindustrie begehrt. Weitere Industrien sind das Gesundheitswesen und die Medizintechnik. Auch im Umweltschutz erweist das Edelmetall gute Dienste. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es eine starke antiseptische Wirkung hat.
Silber hat eigenen Spot-Kurs
Silber wird ebenso wie Gold beinahe rund um die Uhr gehandelt, so dass auch bei Silber ein eigener Spot-Kurs für die sofortige Auslieferung ermittelt wird. Dieser dient bei vielen Zertifikaten und Optionsscheinen als Referenzkurs. Daneben finden auch hier die am London Bullion Market (LBMA) täglich festgesetzten Fixing-Kurse große Beachtung. Die Notierung erfolgt in Dollar je Feinunze ("troy ounce"), wobei eine Feinunze rund 31,103 Gramm entspricht.
Rally des Silberpreises
Der Silberpreis bewegte sich über mehr als zehn Jahre in einem engen Preiskorridor zwischen vier und sechs Dollar je Feinunze. Vom Aufschwung der anderen Rohstoffe und der anderen Edelmetalle konnte Silber lange Zeit nicht profitieren. Erst im Laufe des Jahres 2004 begann eine leichte Kurserholung, die dann Ende 2005 in eine rasante Rally mündete, die bis ins Jahr 2011 reichte. Am 25. April 2011 markierte der Silber-Preis bei knapp 50 Dollar sein Allzeithoch, das selbst die Höchstpreise von Anfang der 80er-Jahre übertraf. Ausgelöst wurde die Rally durch die Auflegung des weltweiten ersten Silber-Fonds, der physische Bestände des Edelmetalls zur Absicherung der Anlagegelder erwirbt. Ein anderer Erklärungsansatz führt über die zeitgleich stattfindende Rally des Kupfer-Preises, der in der Vergangenheit häufig eine hohe Korrelation zur Entwicklung des Silberpreises hatte. Ein Grund hierfür ist, dass der Großteil der Silberproduktion als "Nebenprodukt" beim Abbau anderer Metalle (unter anderem Kupfer) entsteht.Angebot und Nachfrage von Silber
Das weltweite Silberangebot setzt sich neben der Minenförderung aus Recycling, Regierungsverkäufen sowie Lagerbeständen der Minengesellschaften zusammen. Silber wird nur selten allein in Bergwerken gewonnen, wesentlich häufiger wird das Metall als Nebenprodukt bei der Förderung der Basismetalle Kupfer, Blei und Zink aus dem Boden geholt. Das bedeutet konkret, dass die Gewinnung dieser NE-Metalle auch einen zeitweise nicht unerheblichen Einfluss auf das Silberangebot und damit auch den Silberpreis hat. Bei den größten Silber-Produzenten hat Peru in den vergangenen Jahren Mexiko verdrängt, wobei beide zusammen rund ein Drittel der weltweiten Silberförderung abdecken. Drittgrößter Produzent ist China, die unter den großen Anbietern neben Russland und Peru die stärksten Zuwächse verzeichneten. Größter Verbraucher sind die USA mit einem Anteil von rund 18 Prozent. Es folgen Japan und Indien, die zusammen auf knapp 27 Prozent der Weltanfrage kommen. Auf die europäischen Länder entfallen insgesamt knapp 30 Prozent.
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