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Skandal um "Schienen-Kartell" weitet sich aus

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Illegales "Schienen-Kartell" immer größer

18.08.2011, 11:20 Uhr | dpa, dapd

Etwa zehn Jahre zahlte die Bahn wohl zu viel für ihre Schienen  (Foto: imago)

Etwa zehn Jahre zahlte die Bahn wohl zu viel für ihre Schienen (Foto: imago)

Die Ermittlungen zu illegalen Preisabsprachen für Bahnschienen sind ausgeweitet worden. In den vergangenen Jahren waren offenbar weit mehr Unternehmen beteiligt als zunächst vermutet. Unter dem Vorwurf eines Schienenkartells werde derzeit gegen 30 Firmen und 90 Menschen ermittelt, teilte die Bochumer Polizei am Mittwoch mit. Am Morgen seien die Privatwohnungen von zwei Beschuldigten und einem Zeugen in Bochum, Essen und Dortmund durchsucht worden. Den Schaden schätzen die Ermittler inzwischen auf eine dreistellige Millionensumme.

Über 2000 Einzelstraftaten

Vor vier Wochen hatte die Bochumer Staatsanwaltschaft noch von 30 Beschuldigten aus zehn Unternehmen gesprochen. Seit Beginn des Verfahrens hätten zahlreiche weitere Firmen Selbstanzeige beim Bundeskartellamt in Bonn erstattet, teilte die Polizei mit. 2100 Einzelstraftaten seien bislang bekannt, hieß es. Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Bochum fahndet gemeinsam mit einer Bochumer Polizei-Sonderermittlungsgruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Bundeskartellamt. Ermittelt werde auch wegen Ausschreibungsbetrugs. Der Skandal war im März durch anonyme Strafanzeigen bekanntgeworden.

"Schienenfreunde" verabredeten überhöhte Preise

Das Kartell soll mindestens seit 1998 unter dem Namen "Schienenfreunde" mit Absprachen überhöhte Preise für Eisenbahnschienen durchgesetzt haben. Als Kronzeuge der Ermittlungen gilt der österreichische Stahlkonzern Voestalpine. Nach Angaben der Behörden ist außerdem die ThyssenKrupp-Tochterfirma GfT Gleistechnik im Visier der Ermittler. Die Deutsche Bahn prüft als Hauptabnehmer Schadenersatzforderungen. Nach früheren Zeitungsberichten soll das Kartell der Deutschen Bahn zwischen 2003 und 2008 rund 400 Millionen Euro zu viel berechnet haben.

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Privatwohnungen durchsucht

Am Mittwoch wurden im Zuge der Ermittlungen gegen das Schienenkartell drei Privatwohnungen in Bochum, Essen und Dortmund durchsucht. Sie gehörten ehemaligen Vorstandsmitgliedern einer stahlverarbeitenden Firma, teilte die Polizei in Bochum mit.

Das Kartell sei 2008 auseinandergebrochen, als der Stahlkonzern ArcelorMittal Huta Katowice kaufte und die Preise des Kartells um rund 35 Prozent unterbot, schreibt das Blatt. Der Konzern habe danach den größten Liefervertrag mit der Deutschen Bahn gewonnen.

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Quelle: dpa , dapd

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Kommentare (2)

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Thema: "Skandal um "Schienen-Kartell" weitet sich aus"

Deutscher schrieb: am 18. August 2011 um 17:53:19
(0) (0) Korruption
Die Korruption ist in Deutschland viel weiter verbreitet als denkbar gewesen. Gerade in Behörden ist sie Gang + Gebe! Wann
werden hier endlich einmal ordentliche Untersucheungen und fristlose Entlassungen der Beamten durchgesetzt?
mehr Kommentar melden

N. ter Beil schrieb: am 17. August 2011 um 19:49:22
(0) (0) Korruption
Hat da nicht jemand vor kurzen afrikanische Staaten angemahnt der Korruption dort Einhalt zu gebieten? Bein uns war solches
Verhalten bisher unbekannt und nun sowas.
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