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Skimming: Wettrüsten am Geldautomaten geht weiter

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Skimming: Wettrüsten am Geldautomaten geht weiter

21.11.2011, 10:42 Uhr | dpa

Eine Skimming-Methode: das Tastenfeld mit einer Attrappe überkleben (Quelle: dapd)

Eine Skimming-Methode: das Tastenfeld mit einer Attrappe überkleben (Quelle: dapd)

Auf den ersten Blick sieht die graue Abdeckung wie eine normale Blende eines Geldautomaten aus. Dann hält Ralf Kricsanowits sie in die Luft und zeigt auf einen winzigen, schwarzen Punkt. "Da sitzt die Kamera drin", sagt der Leiter des Fachbereichs Technologie und Digitalelektronik am Kriminaltechnischen Institut des Bundeskriminalamts (BKA). Mit der Mini-Technik könnten Täter die Eingabe der Geheimnummer filmen und später Konten plündern. Das BKA sei ihnen ständig auf der Spur, aber die Kriminellen würden immer raffinierter, sagt der Experte.

Vorsichtig dreht Kricsanowits die Plastikblende um. Auf der Rückseite ist die stecknadelgroße Kamera zu sehen. Bunte Drähte schlängeln sich dicht gedrängt unter der Abdeckung und verbinden die Linse mit zwei Handyakkus und einer kleinen Speicherkarte. "Darauf werden die Daten dann gesichert", erklärt er. Am Kartenschlitz sei zudem ein Lesegerät angebracht, das jeweils eine Kopie vom Magnetstreifen der EC-Karte anfertige.

60 Millionen Euro Schaden an Geldautomaten

Im vergangenen Jahr zählte das BKA in Deutschland 3183 Angriffe auf Geldautomaten. Das waren 55 Prozent mehr als im Jahr 2009 mit 2058 Fällen. Auf rund 60 Millionen Euro bezifferten die Ermittler den Schaden 2010 aufgrund von Skimming (englisch für Abschöpfen). So nennen die Fahnder diesen Datendiebstahl, bei dem die Informationen auf dem Magnetstreifen der Karte und die Geheimzahl "abgeschöpft" werden.

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Früher seien die geklauten Daten meist direkt gespeichert worden. "Was die Jungs heute machen, ist, die Daten zu verschlüsseln", sagt Kricsanowits. Das sei ein Problem, denn der Diebstahl von Bankdaten müsse nachgewiesen werden. "Sonst können die Täter nur für Sachbeschädigung belangt werden." Dank einer neuen Technik ließen sich nun aber auch verschlüsselte Dateien auslesen.

Chips machen Karten vorerst sicherer

Das Wettrüsten zwischen Kriminellen und Behörden geht dabei immer weiter: Seit 2011 werden fast alle Zahlungen im Euroraum über einen Chip abgedeckt. Darauf sind die Daten verschlüsselt im Gegensatz zum Magnetstreifen. "Da werden sich die Täter erst mal die Zähne dran ausbeißen", sagt die Leiterin des Sicherheitsmanagements bei Euro Kartensysteme, Margit Schneider. Die Frankfurter Firma ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft.

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Nach Erhebungen von Euro Kartensysteme hat sich die Zahl der Skimming-Attacken seitdem deutlich reduziert. Von Januar bis September 2011 halbierten sich die Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Illegal kopierte Karten würden von den modernen Automaten am Chip erkannt, das Konto könne nicht einfach geplündert werden.

Diebe senden Daten nach Übersee

Angriffe auf Geldautomaten haben seit 2006 stark zugenommen (Quelle: dpa) Grafik zum Großklicken: Angriffe auf Geldautomaten haben seit 2006 stark zugenommen (Quelle: dpa)Die Gegenseite hat aber offensichtlich bereits reagiert: Die kopierten Karten benutzten die Diebe nun nicht mehr im Euro-Raum, sondern sie gingen mehrheitlich in die USA und Südamerika, berichtet Schneider. Dort werde die Chiptechnik meist noch nicht eingesetzt. "Es ist ein Wettrennen mit den Kriminellen." Aber von dem neuen Chip sei sie sehr überzeugt. In Großbritannien sei zwar schon eine einfachere Form des Chips geknackt worden, aber die deutschen seien sicher.

BKA-Experte Kricsanowits kennt das ewige Wettrennen zur Genüge und beklagt: "Die Gegenseite hat viel mehr Leute." Zu neuen Schutzmaßnahmen gebe es etwas später auch eine Gegenstrategie der Täter. "Aber deshalb haben wir hier ein sportliches Interesse dagegenzuhalten." Und: Manchmal seien die Ideen der Kriminellen sogar richtig gut.


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Quelle: dpa , t-online.de

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Kommentare (106)

zum Forum

Thema: "Skimming: Wettrüsten am Geldautomaten geht weiter"

mp schrieb: am 20. November 2011 um 19:09:07
(0) (0) @CT
Richtig, da lag der Kommentator "Alt" etwas daneben, bei der "weiblichen" Kartenbenutzung. Aber der Schlußsatz mit dem
Profit der Banken sollte etwas ausgeleuchtet werden. Banken schlagen aus allem Profit. Wer ein Konto bei einer Bank einrichtet, bekommt dies nur als Paket inklusive sämtlicher Gebühren. Und die sind tatsächlich willkürlich angelegt und dürfen sich ständig ändern. Auch neue kommen hinzu. Also ein konkurrenzloses, fragwürdiges Vorgehen.
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CT schrieb: am 20. November 2011 um 18:00:38
(0) (0) Skimming
@Alt. Wenn ich ein Konto habe, nutze ich auch die Karte. Und ein Konto habe ich, wenn ich Einkommen habe. Was ist daran so schlimm?
Weil ich den Herrn und Göttergatten nicht um Geld anbetteln und Rechenschaft ablegen muß? Oder bist Du einer von Jenen, der mit dem Herumwedeln der Kreditkarte vor der Nase der Angebeteten Eindruck zu schinden versucht? Dann hast Du den falschen Umgang und solltest Dein Beuteschema ändern. Natürlich achten die Banken auch auf Profit, wer tut das heute nicht?
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mp schrieb: am 20. November 2011 um 17:53:57
(4) (0) Banken
Sehr geehrter Herr Filialleiter, dies ist ein Banküberfall. Da ich nicht persönlich vorbei kommen kann, möchte ich Sie bitten,
sämtliches Bargeld in meinem Bankschließfach zu deponieren. Ich hole es die nächsten Tage ab. Mit freundlichen Grüßen .. Dagobert Duck
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