02.11.2010, 20:00 Uhr | FinanceScout24
Intelligente Stromzähler: Seit Januar gesetzlich bei Neubauten und Sanierungen vorgeschrieben (Foto: imago)
Stromkonzerne bitten ihre Kunden immer wieder kräftig zur Kasse. Damit das Loch in der Haushaltkasse durch die Erhöhungen beim Strom nicht zu groß ausfällt, können Verbraucher aber gegensteuern, Preise vergleichen oder ihren Stromverbrauch mit Hilfe von intelligenten Stromzählern nachhaltig senken.
Die neuen Stromzähler sind auf dem Vormarsch, weil Brüssel es so will: Eine neue EU-Umweltrichtlinie schreibt vor, dass seit Januar 2010 bei Neubauten sowie umfassenden Sanierungen und Umbauten die intelligenten Zähler zum Einsatz kommen. Das betrifft rund ein Prozent aller deutschen Haushalte oder 400.000 Gebäude. Bis zum Jahr 2020 sollen die Zähler sogar in 80 Prozent der Häuser ihre mechanischen Brüder ablösen.
Im Gegensatz zu den alten, schwarzen Drehstromzählern erfassen intelligente Zähler den Stromverbrauch elektronisch – und zwar sekundengenau. So sollen die "Smart Meter“ Stromfresser entlarven und den Verbrauch transparent machen. "Damit können die Kunden besser erkennen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um Energie zu sparen“, erklärt Errit Schlossberger, Geschäftsführer des Verbraucher- und Vergleichsportals FinanceScout24.
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In Italien, Großbritannien und den Niederlanden sind die schlauen Stromzähler bereits Standard. Sie zeichnen kontinuierlich den aktuellen Stromverbrauch auf und speichern die Daten als digitale Signale. Diese werden in Echtzeit an die Kunden sowie viertelstündlich über Mobilfunknetze an den Stromversorger weitergeleitet. Auf diese Weise erhalten beide Seiten eine sekundengenaue Übersicht über den jeweiligen Verbrauch. Damit kann der Versorger regelmäßig eine Fernablesung des Stromverbrauchs durchführen und die Stromerzeugung besser an den Verbrauch der Haushalte anpassen. Im Gegenzug erfährt der Kunde durch die Anzeige auf dem Bildschirm sekundengenau, wann etwa der Stromverbrauch durch das Einschalten eines Gerätes rapide zunimmt. Die neue Transparenz soll damit einen Anreiz schaffen, generell weniger Energie zu verbrauchen und Stromfresser durch neue, energieeffizientere Geräte zu ersetzen.
Damit wird auch die Abrechnung einfacher. Mussten Kunden bislang Abschläge auf den geschätzten Verbrauch zahlen und bei der Jahresabrechnung eventuell Nachzahlungen leisten, gleicht die Abrechnung mit dem intelligenten Stromzähler mehr einer Handyrechnung. Bezahlt wird nur, was unmittelbar verbraucht wird. Wenn Kunden es wünschen, ist also auch eine monatliche Abrechnung möglich. "Die Versorger sparen Verwaltungs- und Ablesekosten, und die Verbraucher tappen nicht mehr im Dunkeln über die Höhe ihres tatsächlichen Verbrauchs", so Schlossberger. "Der mögliche Kostenschock beim Jahresabgleich gehört der Vergangenheit an."
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Zudem ermöglichen die intelligenten Helfer neue Dienstleistungen: Zum Beispiel bieten immer mehr Energieunternehmen mittlerweile tageszeitabhängige Tarife an. Bis Ende 2010 sind solche Angebote sogar gesetzlich verpflichtend. Diese Tarife sind entweder ganz trivial in Tages- und Nachtphasen unterteilt, oder sie bestehen aus mehreren Teilphasen, bei denen etwa zwischen Vormittag, Nachmittag sowie Abend- und Nachtstunden unterschieden wird. Da Kunden dank des "Smart Meter" wissen, wann sie mit welchen Geräten wie viel Strom verbrauchen, können sie ihren Verbrauch dem gewählten Tarif anpassen und Kosten sparen. Als Stromfresser bekannte Geräte wie etwa der Wäschetrockner oder die Spülmaschine können dann in günstigen Tarifzonen eingeschaltet werden.
Noch einfacher als bisher wird der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Noch im Jahr 2005 verursachte ein Wechsel des Versorgers 100 Euro Verwaltungskosten pro Kunde, heißt es in der Studie „eEnergy“ von WIK Consult in Bad Honnef und des Fraunhofer-Verbunds für Energie. Elektronische Stromzähler können den Wechsel wesentlich effizienter gestalten: Für den Anbieter wird er günstiger, für den Verbraucher geht es schneller.
"Unter dem Strich wird der intelligente Zähler mehr Vorteile als Nachteile bringen", sagt FinanceScout24-Geschäftsführer Schlossberger. "Es muss jedoch gewährleistet sein, dass die Versorger mit den Daten der Kunden sensibel umgehen und vor allem die durch den Einsatz der "Smart Meter" eingesparten Verwaltungskosten auch an den Kunden weitergeben." Optimiert werden müsse in jedem Fall die Datenübertragung über das so genannte "Powerline-System", das als nicht besonders sicher gelte. "Es muss garantiert sein, dass Daten, die vom Stromzähler über dieses System geleitet werden, weder von außen abgefangen noch manipuliert werden können“, fordert Schlossberger.
Mit freundlicher Unterstützung von FinanceScout24.de
FinanceScout24
Theo schrieb:
am 6. November 2010 um 11:22:59
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Manipulation u. Spionage
Mit den sog. intelligenten Zählern (neudeutsch: smart-meter) ist es möglich das Verbraucherverhalten
minutengenau auszuspionieren => gläserner Verbraucher. Über die Preisgestaltung werden wir manipuliert.
Mit dieser Technik (Zweirichtungsbetrieb) wird es in einigen Jahren möglich sein, dass der Stromnetzbetreiber den Betrieb der Haushaltgeräte selbst steuern kann (geschah bereits bei Nachtstromspeicherheizungen).
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Rabauke schrieb:
am 3. November 2010 um 12:34:41
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Strom-Sparen
Ich bin für eine Methode wie einst im alten England bzw. Amerika. Ein Münzeinwurfzähler auf dem Flur für jede Wohnung.Da
kann ich besser planen, habe den absoluten Überblick und bin vor horrenden Nachzahlungen gefaiht.Zudem währe wohl zu erwarten das die Geburtenrate wieder ansteigt und ein bisschen ist der Spieltrieb auch noch befriedigt und letztend wird wohl richtig gespart. Und bei sinkender Nachfrage sinkt auch der Preis.Unendlich aus Leitung ziehen verführt ungemein. Mal drüber nachdenken.
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Traditionalist schrieb:
am 3. November 2010 um 09:47:38
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Alte Zähler
Mein alter Zähler zählt genau genug und kann von niemandem von außen gelesen oder manipuliert werden, und das ist sehr gut
so! Den Verbrauch meiner Geräte kenne ich selber sehr sehr gut, da ich im Physikunterricht nicht geschlafen habe! Ich habe keine Geräte, die mitten in der Nacht betrieben werden könnten, um vermeintlich zu sparen. Auch dann würde keine einzige KWh weniger verbraucht! Dafür kann ich nichts beweisen, wenn der Intellicounter von Computerviren befallen wird und spinnt....
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