13.08.2010, 14:56 Uhr | cs mit dpa
Verbraucher finanzieren über den Strompreis die Förderung der Solarenergie (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der Solarboom in Deutschland beschert deutschen Verbraucher eine saftige Stromrechnung. Denn alle Bürger zahlen über ihren Strompreis die Solarförderung mit. Je mehr Solaranlagen in Deutschland installiert werden, desto tiefer muss der Stromkunde dafür in die Tasche greifen. Dabei übertrifft die Zahl der neu installierten Anlage selbst die kühnsten Erwartungen der Politiker, die den Boom mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz erst so richtig befeuert hatten. Und so dürfte allein im kommenden Jahr der Strompreis um zehn Prozent steigen - wohlgemerkt nur wegen des enormen Zuwachses an neuem Solarstrom.
Die Bundesregierung befeuerte den Solarboom dabei durch die kürzlich beschlossene Förderungskürzung. Denn seit Juli wurden die Subvention um bis zu 13 Prozent gekürzt. Ab Oktober gibt es dann bis zu 16 Prozent weniger für den Sonnenstrom. Das trieb interessierte Sonnenanbeter dazu, durch den Bau einer Solaranlage noch schnell den höheren Förderbetrag abzugreifen. So gab es im Juni einen Zuwachs von bis zu 2000 Megawatt - das wäre fast die Hälfte der gesamten Zunahme von Solarstromkapazitäten im Jahr 2009. Mit 2000 Megawatt lassen sich etwa 570.000 Haushalte mit Strom versorgen.
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet wegen des enormen Zuwachses im Photovoltaikbereich mit bis zu zehn Prozent höheren Strompreisen im kommenden Jahr. Die Solarbranche dagegen verweist darauf, dass die Vergütungszahlungen über den Strompreis zuletzt nur moderat gestiegen seien. Der Zuwachs bei der Solarenergie sei so enorm, dass das ganze System kollabieren könnte, warnt RWI-Energieexperte Manuel Frondel.
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So könnte es in Zukunft zu einem schwerwiegenden Dilemma in der deutschen Energieversorgung kommen. Denn bei einer Verlängerung der Atomlaufzeiten könnte es angesichts einer erwarteten Zunahme des Erneuerbaren-Anteils beim Strom bis 2020 auf knapp 40 Prozent zu massiven Überkapazitäten kommen. Daher könnte eine Diskussion über den Einspeisevorrang für Solar- oder Windenergie entbrennen. Zum anderen erlaubt ein Passus im Energiewirtschaftsgesetz die Abschaltung von Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, wenn die Sicherheit der Stromversorgung in Gefahr ist. Das könnte bei zu viel Atom- oder Kohlestrom in Zukunft häufiger der Fall sein.
Atomstrom hatte 2009 einen Anteil von 22,6 Prozent an der deutschen Bruttostromerzeugung, die Erneuerbaren kamen auf 15,6 Prozent, Kohle auf gut 42 Prozent. Die Energiekonzerne werden nicht müde, billigen und praktisch CO2-freien Atomstrom anzupreisen und im Gegenzug Strompreiserhöhungen den Solar-Subventionen anzukreiden.
Der Erfolg des Solarstrom begründet sich im Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Darin verabschiedete die Rot-Grüne Regierung vor zehn Jahren den Vorrang Erneuerbarer Energie vor fossilen Trägern. Seitdem muss der Ökostrom vorrangig ins Netz eingespeist werden. Außerdem wurde diese Energieform in Form einer Umlage bezuschusst. Die Stromkunden finanzieren die Solarsubventionen über den Strompreis - 2009 waren dies bei insgesamt 23 Cent pro Kilowattstunde 1,1 Cent. 2010 liegt die EEG-Umlage bei gut 2 Cent je Kilowattstunde Strom. Es wird nun für 2011 mit einem Aufschlag von bis zu 3,5 Cent gerechnet - das wären für einen Durchschnittshaushalt etwas mehr als zehn Euro pro Monat.
Vor allem der Preis an der Strombörse in Leipzig beeinflusst die EEG-Umlage. Immer, wenn der Börsenstrompreis sinkt, steigt die Umlage. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hält daher die Attacken gegen den Solarstrom für etwas ungerecht, weil mehr Sonnenenergie auch zur Dämpfung der Strompreise beitrage.
Droht durch den Solarboom nun ein stetiger Strompreisanstieg? Bis Mitte des Jahrzehnts könnte der Trend weitergehen, bis dahin sorgt die jährliche Degression der Vergütungssätze wie eine Kostenbremse dafür, dass sich die EEG-Umlage einpendeln und langfristig wieder sinken wird.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) weist aber darauf hin, dass zwischen 2000 und 2010 die EEG-Umlage, über die alle Stromverbraucher in Deutschland den Ausbau der Erneuerbaren fördern, um weniger als drei Euro gestiegen sei. Die monatliche Stromrechnung eines Durchschnittshaushaltes hingegen stieg im gleichen Zeitraum um etwa 27 Euro. Zudem sei der langfristige volkswirtschaftliche Nutzen der Solarenergie nicht außer Acht zu lassen. Denn beim Sonnenstrom fallen keine Folgekosten wie bei der Atomenergie an. Auch die Bürger sind bereit, für den Ausbau des grünen Stroms etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Einer "Zeit"- Umfrage aus dem Juli zufolge sind 58 Prozent bereit, dafür bis zu zehn Prozent mehr zu zahlen.
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cs mit dpa
technikfreund schrieb:
am 14. August 2010 um 16:14:07
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Stromkosten
Steigt auf ernergiesparende Geräte und LED-Leuchten um. lasst keine Geräte im Standby-Betrieb laufen, lasst den Fernseher und
den Compi häufiger aus, dann ist die Ersparnis durch Wenigerverbrauch größer als die Mehrkosten. wer die Entwicklung verpennt und nicht umsteigt ist selbst Schuld, dass er mehr bezahlt. Erst denken, dann motzen!
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Gerry schrieb:
am 14. August 2010 um 14:43:15
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Solarstrom
Es war von Anfang an klar, dass die Totgeburten Solarstrom und Windkraft den Verbraucher Unsummen kosten würdne ohne jeglichen
Nutzen. Nutzen haben nur die Grünen mit ihrer Lobby, die es blendend verstanden haben, durch gewaltsame Demos die Minderheitenhörigkeit in Deutschland auszunutzen. Dann kaufen wir eben künftig Atomstrom von den cleveren Tschechen und Franzosen (oder aus dem Iran ??).
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Gerd schrieb:
am 14. August 2010 um 13:32:04
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Subventionen
Da der deutsche Staat bankrott ist müssen alle Subventionen gestrichen werden,sofort !!!
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