
19.01.2012, 11:11 Uhr | Financial Times Deutschland
Der Verband der Solarwirtschaft BSW geht mit einem eigenen Kürzungsvorschlag auf die Bundesregierung zu: er will die geplanten Einschnitte in der Solarbranche stückeln. Der Vorstoß ist der Minimalkonsens unter den Unternehmen.
Die Solar-Branche geht mit einem eigenen Kürzungsvorschlag in die Verhandlungen mit der Bundesregierung. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Industriekreisen erfuhr, einigten sich führende Branchenvertreter auf ein Modell, das statt halbjährlicher, großer Kürzungen häufigere kleine Einschnitte vorsieht. Am Nachmittag trifft sich der Branchenverband der Solarwirtschaft BSW mit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Danach wird ein konkreter Vorschlag erwartet.
Damit hat sich in der Branche die Erkenntnis durchgesetzt, dass man angesichts des politischen Drucks nicht untätig bleiben kann. Im Jahr 2011 wurden Solaranlagen mit einer Leistung von 7500 Megawatt neu installiert - das entspricht etwa sieben Atomkraftwerken und ist deutlich mehr als die von der Bundesregierung angestrebten 3000 Megawatt. Ein zu schneller Ausbau der Photovoltaik ist nicht nur für das Stromnetz schwer zu verkraften, sondern auch für die Stromkunden. Die zahlen derzeit per Stromrechnung rund 8 Milliarden Euro an Einspeisevergütung.
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Das neue Modell der stetigen Kürzung soll den Zubau reduzieren. Bisher wird die Einspeisevergütung immer zum 1. Juli und zum 1. Januar gekürzt. Davor kommt es regelmäßig zu enormen Schlussverkaufseffekten. So wurden im Dezember 3000 Megawatt installiert, um der 15-Prozent-Kürzung zum Jahreswechsel zuvorzukommen. Eine schnellere Anpassung könnte helfen, Blasen zu vermeiden: Die tauchen auf, wenn die Preise für Solaranlagen schneller sinken als die Vergütungen. Noch unklar ist, ob die Anpassung in Zukunft vierteljährlich oder monatlich erfolgen soll. Aus Sicht der Branche ließe sich so das Marktgeschehen verstetigen.
Für die Solarwirtschaft ist der Vorstoß ein Minimalkonsens. Einzelne Unternehmen hätten sich auch weiter gehende Schritte vorstellen können - allerdings auf Kosten der jeweils anderen. Der Vorschlag birgt jedoch auch politische Risiken: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz müsste novelliert werden, was bisher regelmäßig für großes Gezerre in Bundestag und Bundesrat gesorgt hat.
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Umweltminister Röttgen kündigte eine Änderung an. "Wir brauchen eine Anpassung", sagte er auf der "Handelsblatt"-Energietagung in Berlin. Der Ausbau müsse so kontrolliert werden, dass er 3000 Megawatt pro Jahr nicht überschreite.
Als Grund für den unerwarteten und teuren Boom im Dezember machte Röttgen die chinesische Solarpolitik aus. "Dort gibt es unlimitierten Kapitalzugang für Unternehmen", sagte er. Der Verfall der Modulpreise durch chinesische Konkurrenz sei so stark, dass man mit Kürzungen der Vergütung nicht hinterherkomme. Röttgen unterstellte China eine "Politik des Verdrängungswettbewerbs gegen deutsche Unternehmen" mit dem Ziel, ein Technologiemonopol in der Fotovoltaik zu erreichen. "Ich möchte aber ein Überleben unserer Industrie, sonst hätte sich die Förderung nicht gelohnt", sagte der CDU-Politiker.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Blumenfreund schrieb:
am 20. Januar 2012 um 10:58:20
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@Bundeshirni
Herr Minister Sie haben geschworen, für das deutsche Volk Nutzen zu mehren und Schaden von uns ab zu wenden. Das war ein Eid
halten Sie sich gefälligst daran, sonst sind Sie ein Verbrecher/Meineidling. Wir zahlen lieber über chin. Solaranlagen auf unseren Dächern produzierten Strom zu 12/KW cent eigen Kosten als jetzt 19 cent und jedes Jahr mehr und mehr an die Strommafia, die ja einen Teil der Politiker durch Vorstandgehälter in den Firmen (moderne Korruption) bezahlt. Wir sind das Volk
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solar schrieb:
am 19. Januar 2012 um 16:52:54
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Zugeständnisse
So so, Herr Röttgen meint also dass jene Chinesen welche wir mit Entwicklungshilfegeldern beglücken einen
Verdrängungswettbewerb gestartet haben! Ich beglückwünsche Sie Herr Röttgen, Sie sind ein richtig kluger Bundesminister!
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Kropp schrieb:
am 19. Januar 2012 um 13:50:03
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Röttgen will deutsche Solarbranche schützen
Ein Großteil der "deutschen Solarbranche" bezieht doch bereits einen Großteil seiner
Modul-Komponenten aus Asien bzw.USA. Rein deutsche Module sind eher die Seltenheit. Und diesen Zug können wir auch nicht aufhalten, siehe Handys, da telefoniert auch kein Mensch mehr mit Siemens,Telefunken,Grundig. Also lieber das Geld in den schnelleren Ausbau der Netze stecken und die Energiewende voranbringen.
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