Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Energie > Versorgerwechsel >

Sonne und Wind: So groß ist die Not der Öko-Firmen

...

So groß ist die Not der Öko-Firmen

05.01.2012, 17:05 Uhr | Financial Times Deutschland

Die Solarbranche hat mit Problemen zu kämpfen (Quelle: dpa)

Die Solarbranche hat mit Problemen zu kämpfen (Quelle: dpa)

Deutschland will die Energiewende - dennoch gehen Solarunternehmen pleite. Auch mit der Windkraft steht es nicht zum Besten. Ein Überblick über eine Branche in Bedrängnis.

Die Bundesrepublik schaltet Atomkraftwerke ab, auf See werden reihenweise Windparks geplant. Eigentlich müsste es der Ökoenergiebranche blendend gehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Etliche Unternehmen stecken in Schwierigkeiten - vor allem wegen großer Überkapazitäten und starker Konkurrenz aus China.

Was bedrängt die Solarfirmen?

Die Zukunftsbranche Greentech, der Motor der Energiewende, rutschte in den vergangenen Monaten in eine Krise. Besonders betroffen ist Deutschlands größte Umwelttechnik-Sparte, die Solarkraft. Diese ist - anders als etwa die Windenergie - vergleichsweise jung. Bei einigen Unternehmen zeigt sich nach und nach: Sie sind auf längere Sicht zu klein, nicht wettbewerbsfähig, produzieren zu teuer oder sind nicht spezialisiert genug.

Tarifvergleich
Strompreise vergleichen
Der Stromrechner

Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.


Verbrauch

Es hat also eine Marktbereinigung unter Solarfirmen eingesetzt. Das bedeutet: Unternehmen werden gekauft oder geben auf. Mit Solon rutschte im Dezember einer der prominentesten Solarkonzerne in die Pleite. Und kurz vor Ende des Jahres beantragte auch der Sonnenkraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz.

Preisverfall und Überkapazitäten

Preisverfall bei ihren Produkten - wie etwa Sonnenkollektoren - machen den Unternehmen Sorgen. Am Markt gibt es hohe Überkapazitäten, viele Hersteller schreiben rote Zahlen. Die Nachfrage in Deutschland brach zuletzt ein. Auch der Ausstieg aus der Kernenergie brachte keinen stärkeren Einstieg in die Solarenergie.

Partner-Angebot
Jobs im Bereich der Erneuerbaren Energien
Windkraft - Deutschland büßt Weltspitze ein (Foto: ddp)

Finden Sie aktuelle Stellen- angebote von Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche.

Jobsuche starten

Chinesische Anbieter drängen in den Markt. Ende des Jahres beispielsweise erregte der Solarkonzern LDK Solar aus China Aufsehen: Die Asiaten wollen die Firma Sunways aus Konstanz kaufen.

Wenig los ohne Subventionen

Deutsche Öko-Energie-Unternehmen leiden zudem darunter, dass die öffentliche Förderung - etwa die Einspeisevergütung für Solarstrom - gekürzt wurde. Auch weltweit schreiben viele Solarunternehmen rote Zahlen.

GASRECHNER
Gaspreise vergleichen
Der Gasrechner

Mit dem Gaspreisvergleich finden Sie unkompliziert den günstigsten Gas-Versoger.

Verbrauch

Dramatisch ist beispielsweise die Lage vieler Firmen, die auf Photovoltaik spezialisiert sind. Der Chef des deutschen Marktführers SolarWorld, Frank Asbeck, erwartet, dass weltweit nur zehn von heute Hunderten Firmen überleben. In den USA wurden dieses Jahr schon fünf Solarfabriken geschlossen.

Müsste es der Windbranche nicht viel besser gehen?

Viele Unternehmen sind schon älter und länger am Markt als manche Solarfirma. Zudem durchlebte die Windkraftbranche schon vor gut einem Jahrzehnt einen Teil der schmerzhaften Marktbereinigung, die Solarfirmen derzeit durchmachen.

Strompreise
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wir präsentieren in unserem großen Energiespecial die wichtigsten Infos zu Strom und Gas im Haushalt. Strompreise

Doch obwohl die Windkraft durch die Energiewende neuen Schwung bekam, fielen die Preise für entsprechende Anlagen massiv. Denn hier, genau wie auch in der Solarbranche, gibt es riesige Überkapazitäten und massenhaft Konkurrenz aus China - sowohl für Anlagen an Land als auch für solche, die für Offshore-Windparks nötig sind.

Ehrgeizige Ziele für die Offshore-Erzeugung

Deshalb können die Unternehmen auch nicht durchweg positiv in die Zukunft sehen - obwohl seit der Atomwende die Planung von Windkraftanlagen vor der deutschen Küste in der Nord- und Ostsee in Schwung kommt und es auch gute Nachrichten aus der Branche gibt, wie die vom Projektentwickler PNE Wind. Der fand vor einigen Tagen einen Investor für den in der Nordsee geplanten Windpark "Gode Wind II". Ein gutes Signal für die Branche - und die Aktie von PNE Wind, die vergangene Woche zeitweise deutlich stieg.

Ungewöhnliche Kraftwerke: Strom aus ... was?!
6 Bilder von 10

Die Bundesregierung hat als Ziel ausgegeben, bis 2020 auf See Windräder mit einer Leistung von 7600 Megawatt aufzustellen, was etwa der Leistung von vier bis fünf modernen Kernkraftwerken entspricht.

Rendite ist das Problem

Rund 30 Kilometer nördlich von Helgoland errichtet derzeit der Energiekonzern RWE einen Windpark mit einer Leistung von 295 Megawatt. Vor Amrum baut E.ON 80 Siemens-Turbinen, die 288 Megawatt erzeugen sollen. Auch der US-Finanzinvestor Blackstone hat Felder vor Helgoland und Sylt in Arbeit.

Das Geschäft ist dennoch schwer für Firmen, die mit Planung und Fertigstellung von Windparks Geld verdienen wollen. Denn die meisten dieser Offshore-Projekte sind bisher noch nicht über das Stadium der Planung hinausgekommen.

Entwicklung verteuert sich

Zudem verzögern sich Projekte zuweilen - oder die Entwicklung bestimmter Anlagen geht stärker ins Geld als gedacht. Aus diesen Gründen etwa schraubte der weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas aus Dänemark seine Gewinn- und Umsatzziele für 2011 herunter. Und auch die Dänen machten geltend, was die gesamte Ökoenergiebranche beschäftigt: Überkapazitäten.

Das deutsche Windkraft-Unternehmen Nordex kämpft ebenfalls mit sinkenden Preisen, will nach einem verlustreichen Jahr 2012 aber wieder einen Gewinn schreiben.

Drohen weitere Pleiten?

Ja, aber vor allem in der Solar-Industrie. Hier gibt es noch zu viele kleine Unternehmen, die rote Zahlen schreiben. Experten fürchten zudem, dass eine mögliche Rezession die Finanzierung der kostspieligen Projekte noch erschwert.

Für 2012 gibt es aber auch schwierige Signale für die Windkraft: "Der Windsektor wird wahrscheinlich noch ein herausforderndes Jahr erleben", schreiben die Analysten der UBS. Zwar wachse der Markt, "aber nicht genug, um die Abwärtsspirale aus fallenden Preisen und schrumpfenden Gewinnen zu durchbrechen."

Welchen Anbietern geht es gut?

Wenigen. Ein Beispiel ist der von Vorstandschef Frank Asbeck geführte Konzern Solarworld, der Gewinne schreibt und immer wieder die Branche aufmischt.

So wehrt sich SolarWorld mit internationalen Klagen gegen Dumping aus China - und machte mitten im Kampf um Opel ein Übernahmeangebot für den Autohersteller. Viele sahen das allerdings als PR-Gag.

Neben SolarWorld sind es vor allem Unternehmen in Hightech-Nischen, die gute Geschäfte mit grüner Technik machen. Unter den Technik-Spezialisten ist das etwa der Wechselrichterbauer SMA. Auch einige Projektierer stehen gut da, beispielsweise SAG Solarstrom. Unter den Modulbauern ist beispielsweise Centrosolar zu nennen.


Newsletter
Die wichtigsten News kostenlos ins Postfach
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!

Quelle: Financial Times Deutschland

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Sonne und Wind: So groß ist die Not der Öko-Firmen" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Sonne und Wind: So groß ist die Not der Öko-Firmen" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (34)

zum Forum

Thema: "Sonne und Wind: So groß ist die Not der Öko-Firmen"

hans enniwann schrieb: am 20. Januar 2012 um 20:39:11
(0) (0) Dummfug, Herr Professor!
Na, Herr "Professor" - Germanistik oder Ornithologie ist aber nicht Ihr Hauptfach, stimmt's? Ich bin
froh, daß unsere Zukunft jetzt weniger "strahlend" ist. Ansonsten: Nicht immer alles glauben, was in der BILD steht. Und unter die Kategorie "Ängste schüren" fällt vor allem das sinnfreie Abhängigkeits-Gejammer. Aber wenn es hier nicht mehr gefällt: In Fukushima sollen ja die Immobilienpreise ganz unten sein. Sorry, "Prof"- der Beitrag war echt ein Witz, Mann..
mehr Kommentar melden

Prof.Witzmann schrieb: am 17. Januar 2012 um 21:28:52
(2) (1) Öko Strom
Wie zum Kukuk kann man eine sichere Energiequelle abschalten(die AKW-s)und dann herumweinen??Die Grünen sind auch gut das Volk zu
verdummen und Ängste zu schüren(Wahltaktisches geplenkel)und danach Strom von den Nachbaren zu Importieren.So etwas macht man wenn die Infrastruktur dazu geschaffen ist,dann könnte man die AKW-so der Reihe nach aus den Netz zu nehmen,damit man nicht Energieabhängig von anderen wird!!!!!
mehr Kommentar melden

Haudegen schrieb: am 8. Januar 2012 um 16:52:45
(5) (0) Öko-Firmen in Not? Teil 2
Der Aufschrei der Hersteller solcher Windkraftanlagen richtet sich also nicht gegen Billiganbieter und
Überkapazitäten auf dem Markt,sondern bezieht sich auf die Kosten drum herum,von denen er nichts hat.Würde sich ein Hersteller einen eigenen Fuhrpark und Autokräne zulegen,käme er mit den Investitions u. Unterhaltungskosten genauso ins straucheln,da würde eine Produktion in China auch nichts bringen,wenn anschließend verzollt u. technisch geprüft werden müsste.Den Nutzen haben nur die Konzerne.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Girokonto für 0,- Euro
 (Quelle: norisbank)

Das kostenlose Top-Girokonto der norisbank. Jetzt informieren

Anzeige
Silber-Sonderangebot
Silbermünzen: 25 x Silber Unze Maple Leaf zum Sonderspreis. (Quelle: ophirum.de)

Exklusiv für Nutzer von t-online.de. zum Angebot

Anzeige

Anzeige
iPad gewinnen
 (Quelle: fxDirekt Bank)

Am Börsenspiel teilnehmen und gewinnen. Jetzt mitmachen

Wirtschaft
Diese Australierin ist die reichste Frau der Welt

Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video

Tipps: Versorger- wechsel leicht erklärt
Strompreise: Anbieterwechsel spart Bares (Foto: imago) (Quelle: imago)

Jährlich einige hundert Euro sparen. mehr

Wie Sie Herr Ihrer Energiekosten werden
Energiepreise: Wie Sie Ihre Kosten senken (Foto: ddp) (Quelle: ddp)

Clevere Tipps zum Kosten sparen. mehr

Strom-Rechner
Tarifvergleich Strom
Strom-Rechner (kWh/Jahr)

Jobs
Jobs in Energie-Berufen
Windkraft - Deutschland büßt Weltspitze ein (Foto: ddp)

Aktuelle Stellenangebote für die Energiebranche. Jobsuche starten

Einkaufswelt
Unglaubliche Ersparnis
Tiefpreise: Patronen für Canon-Drucker bei druckerzubehoer.de

Bis zu 92% auf Patronen für Marken-
drucker. von druckerzubehoer.de


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige