Sparkassen - Milliardengewinn trotz Krise (Quelle: ddp)Die Sparkassen haben 2008 trotz der Finanzkrise einen Milliardengewinn gemacht. "Kein Wettbewerber genießt höheres Vertrauen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis. Er warnte vor einem neuen Renditewettlauf mit Hilfe staatlicher Mittel. Die Sparkassen hätten zwar keine Abflüsse zu verzeichnen, die Zuflüsse seien aber geringer geworden.
Die 438 Sparkassen verbuchten für 2008 einen Jahresüberschuss von 1,3 Milliarden Euro. Das war zwar gut ein Fünftel (22,3 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Doch insgesamt sei das Jahr für die Sparkassen "sehr erfolgreich" gewesen, bilanzierte Haasis. Die Kundeneinlagen erhöhten sich zum Vorjahr um 24,8 Milliarden auf 742,3 Milliarden Euro. Das war laut Verband der höchste Zufluss seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002. Bei den Kundenkrediten gab es einen Zuwachs von 13,9 Milliarden auf 631,4 Milliarden Euro.
"Sparkassen verdienen gut und sind stabil"
Haasis erwartet auch in den nächsten Monaten nicht, dass die Krise eine Sparkasse derart in Schieflage bringen könnte, dass sie zum Stützungsfall wird: "Insgesamt verdienen alle so gut Geld, dass sie sich am Markt behaupten können."
Landesbanken sollen schrumpfen
Haasis warb erneut dafür, die Krise auch für eine Neuordnung der Landesbankenbranche zu nutzen: "Wir müssen Kapazitäten abbauen bei den Landesbanken." Etliche Landesbanken mussten wegen der Finanzmarktkrise Milliardeneinbußen verbuchen und werden nun mit öffentlichem Geld gestützt. Der Sparkassenpräsident stellte klar: "Die Sparkassen brauchen Landesbanken, aber wir brauchen sie nicht in der Anzahl, nicht in der Größe und nicht in der Risikolage."
Kritik an Unterstützung privater Banken
Haasis kritisierte, dass der Bund Privatbanken wie der Commerzbank (Kapital) und gar Autobanken wie der VW-Tochter VW Bank (Garantien) mit Milliarden unter die Arme greift, die Verantwortung für die Landesbanken aber an die Länder verweise. "Das widerspricht eindeutig dem Sinn und Zweck des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes", sagte Haasis, es gebe da "eine glatte Ungleichbehandlung".