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Spritpreise: Benzinabsatz in Deutschland bricht ein

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Benzinabsatz in Deutschland bricht ein

14.06.2008, 14:01 Uhr | dpa / t-online.de

Deutsche tanken deutlich weniger Benzin (Foto: Archiv) Deutsche tanken deutlich weniger Benzin (Foto: Archiv) Die hohen Spritpreise an den Tankstellen zeigen Wirkung: Der Kraftstoffverbrauch ging im Mai deutlich zurück, wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg mitteilte. Allein der Absatz von Benzin sank gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent. Selbst beim Diesel gab es im Mai einen Einbruch von rund 3,4 Prozent, obwohl die Nachfrage nach dieser Spritsorte in den letzten Monaten immer stärker zugenommen hat.

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Diesel-Verbrauch nimmt weiter zu

Insgesamt liegt der deutsche Benzinmarkt für die ersten fünf Monate des Jahres mit 3,7 Prozent im Minus, der Dieselmarkt dagegen mit 4,7 Prozent im Plus. Der Zuwachs beim Diesel kommt daher, dass die Zahl der Selbstzünder-Pkw weiter steigt und weil wegen der guten Konjunktur viele Lastwagen auf den Straßen unterwegs sind, die ebenfalls traditionell von Dieselmotoren angetrieben werden.

Normalbenzin wird immer unbedeutender

Seit Normalbenzin genau so viel kostet wie Super, wird davon weniger als die Hälfte der früheren Absatzmenge verkauft, das sind aber immer noch mehr als eine Million Tonnen. Normal hat damit an den Otto-Kraftstoffen einen Anteil von 12,3 Prozent.

Heizöl-Kunden müssen nachkaufen

Der Heizöl-Verkauf, der im vergangenen Jahr wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer weitgehend zum Erliegen gekommen war, zieht unterdessen wieder an. Viele Heizöl-Kunden hatten in der Hoffnung auf sinkende Preise mit dem Kauf gewartet und müssen nun zu hohen Preisen von mehr als 90 Euro je 100 Liter dringend nachkaufen, weil sie sonst bald auf dem Trockenen sitzen würden.

Mineralölmarkt wegen Heizöl im Plus

In den ersten fünf Monaten legte der Heizöl-Verkauf um 26 Prozent auf knapp acht Millionen Tonnen zu. Wegen des stärkeren Heizöl-Geschäfts lag auch der Gesamtmarkt für Mineralölprodukte in den ersten fünf Monaten mit 5,5 Prozent im Plus und erreichte 30,5 Millionen Tonnen.

Bundesbürger wollen Energie sparen

In einer ARD-Umfrage hatten fast zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger erklärt, sie wollten versuchen, weniger Strom, Benzin oder sonstige Energie zu verbrauchen. Elf Prozent wollen sich demnach sparsamere Geräte oder ein neues Auto anschaffen.

Ende des Ölpreis-Anstiegs in Sicht?

Die Rohstoff-Analysten der Commerzbank sind derweil überzeugt, dass der Ölpreis nicht mehr lange steigen wird. Bei 150 Dollar pro Barrel (159 Liter) gebe es einen starken Widerstand. "Das ist so etwas wie eine magische Grenze für die Anleger", sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg.

Anzeichen für Platzen der Öl-Blase

Mittlerweile mehren sich die Stimmen, die ein Platzen der Spekulationsblase an den Ölmärkten erwarten. Als sicheres Anzeichen dafür sehen die Experten übereinstimmend die starken Kursschwankungen beim Ölpreis (WTI). So gab es Anfang des Monats einen Rekord-Kurssprung um elf Dollar an einem Tag. Nach seinem Allzeithoch bei 139 Dollar ging es direkt wieder runter auf 131 Dollar. "Die Blase wird platzen und der Ölpreis wieder unter 100 Dollar fallen", zeigte sich Experte Weinberg überzeugt. Ähnlich äußerte sich der Chefberater der Europäischen Union in Wirtschaftsfragen, Klaus Gretschmann in der "Welt".

Unterbrecher 70-Tage

Entwicklung in Indien und China entscheidend

Ein konkrete Prognose für den Zeitpunkt des Platzens wagt dennoch kaum jemand. Noch fließe frisches Spekulationsgeld nach, heißt es. Die Analysten der Citigroup halten immerhin einen "Nachfrage-Kollaps" in den nächsten 18 Monaten für möglich, der entsprechende Auswirkungen auf die Preise hätte. Aber da hält Weinberg dagegen: Die künftige Entwicklung des Automarktes in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien werde immer noch unterschätzt, sagte er.

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Quelle: t-online.de

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