29.05.2008, 14:18 Uhr | AFP / dpa-AFX / T-Online
Schwindel beim Blick auf die hohen Spritpreise? (Foto: ddp) Der Dieselpreis hat in Deutschland mit 1,53 Euro je Liter im bundesweiten Durchschnitt einen neuen Höchststand erreicht. Für Benzin mussten die Autofahrer am Donnerstag an Marken-Tankstellen überwiegend 1,52 Euro je Liter bezahlen, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft in Bochum und Hamburg mitteilten. Damit ist Diesel bundesweit teurer als Benzin. Diese Entwicklung dürfte sich voraussichtlich fortsetzen, weil weltweit die Nachfrage nach Diesel-Kraftstoff steigt. Am Rotterdamer Markt gab es unterdessen eine leichte Entspannung für Diesel und Rohöl. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Preise an den Tankstellen in den nächsten Tagen stabilisieren oder leicht verbilligen werden.
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BP sieht Marktwettbewerb intakt
Die Deutsche BP hat unterdessen Vorwürfe zurückgewiesen, auf dem deutschen Tankstellenmarkt gebe es zu wenig Konkurrenz. Der Preiskampf habe sich sogar "dramatisch verschärft", sagte der Chef der Deutschen BP, Uwe Franke, der "Bild"-Zeitung. BP ist mit der Tankstellenmarke Aral am Markt vertreten. Der Preiskampf zwinge BP, "in immer kürzeren Abständen die Preise anzuheben und zu senken, um bei steigenden Einkaufspreisen wirtschaftlich zu verkaufen", so Franke weiter. Angesichts der Preisexplosion an den Zapfsäulen hatte das Bundeskartellamt am Mittwoch angekündigt, die Benzin- und Dieselpreise zu überprüfen. Dies nimmt allerdings offenbar mehrere Monate in Anspruch.
Einkaufspreise stark gestiegen
Laut Franke liegt der Grund für die hohen Spritpreise darin, dass der Staatsanteil so hoch ist. Zusätzlich habe die steigende Nachfrage nach Öl den Einkaufspreis für Super um das Zweieinhalbfache und für Diesel um das Dreifache erhöht.
Extrem hoher Staatsanteil
Auf die Frage, ob Kunden durch Preisabsprachen der Konzerne abkassiert werden, antwortete Franke: "Nein. Unser aktueller Preis für Super liegt bei 59 Cent, für Diesel bei 78 Cent. Das ist der drittniedrigste Wert aller 27 EU-Länder - den Rest kassiert der Staat über die Steuer."
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Autofahrer können ein Viertel einsparen
Franke riet den Autofahrern, ihre Sparmöglichkeiten zu nutzen: "Jeder Autofahrer kann seinen Kraftstoffverbrauch durch sanftere Fahrweise um bis zu 25 Prozent senken." Bei 20.000 Kilometern im Jahr seien das bei einem Sieben-Liter-Auto um die 500 Euro, sagte Franke. Das schone die Umwelt und den Geldbeutel.
Diesel-Vorteile schrumpfen gegenüber Benzin
In Deutschland gelten Diesel-Fahrzeuge aufgrund des Steuervorteils bei hohen Fahrleistungen gegenüber Benzinern als vorteilhaft. Gegenwärtig wird Diesel um rund 22 Cent geringer besteuert. Bei steigenden Diesel-Preisen schrumpft aber dieser Vorteil, zumal Diesel bei der Kfz-Steuer und der Versicherung teurer sind.
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Quelle: t-online.de
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