Für Opel gibt es immer noch keine LösungBund und Länder wollen den angeschlagenen Autobauer Opel laut einem Medienbericht vorübergehend über ihre staatlichen Banken finanzieren. Dies erfuhr die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Regierungskreisen. Im Gespräch sei ein Engagement der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Landesbanken der Länder, in denen Opel Standorte hat.
Im Rahmen der geplanten Treuhandlösung für Opel würden die Banken dem Autobauer Kredite zur Verfügung stellen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Über den Plan solle am Donnerstag in Berlin eine hochrangige Ministerrunde beraten. Als Treuhänder kommt nach Angaben aus der Regierung entweder eine Beratungsgesellschaft wie PricewaterhouseCoopers (PwC) oder die KfW selbst infrage.
Forster: "Summe müsste über einer Milliarde liegen"
Im Falle der Umsetzung dieser Lösung benötigen die Rüsselsheimer einen Milliardenbetrag. "Wenn es zu der Treuhandlösung kommt, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen hat, dann wäre dies mit einer Kreditlinie verbunden. Die Summe müsste oberhalb von einer Milliarde Euro liegen", sagte der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).
Widerstand aus Übersee
Nach Informationen des "Handelsblatts" stößt der von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ins Spiel gebrachte Vorschlag in den USA jedoch auf massiven Widerstand. In Berliner Regierungskreisen hieß es demnach, die amerikanische Seite dränge die Bundesregierung dazu, das Unternehmen lieber zu verstaatlichen. Die Amerikaner stünden der Treuhandlösung grundsätzlich skeptisch gegenüber. Die US-Seite könne nur schwer davon überzeugt werden, dass sie mit einem solchen Modell nicht übervorteilt werde, hieß es weiter.
Regierung unter Zeitdruck
Die Regierung steht zudem unter Zeitdruck, weil ab Ende Mai mit einer Insolvenz der Opel-Muttergesellschaft GM gerechnet werden muss. Da private Geldhäuser offenbar abgewunken haben, sollen nun öffentliche Banken die Zwischenfinanzierung von GM Europe sicherstellen, wie die FTD weiter schreibt. Das Wirtschaftsministerium habe den Firmen, die an einem Opel-Kauf interessiert sind, nun eine Frist bis nächste Woche gesetzt.
Frist läuft am 20. Mai ab
"Am 20. Mai läuft die Frist ab", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Zeitung. "Bis dahin müssen alle Interessenten offiziell ihre Angebote abgeben." Neben dem italienischen Autokonzern Fiat, der auch eine Übernahme des US-Herstellers Chrysler plant, buhlt der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna gemeinsam mit dem russischen Autobauer GAZ und der russischen, staatlich kontrollierten Sberbank um Opel.