Künstliche Insel in Palmenform - ein Projekt von Dubai World und dessen Immobilientochter Nakheel (Foto: dpa) Der hochverschuldete Staatsfonds des Emirats Dubai hat einen Plan vorgelegt, mit dem er seine Schulden in den kommenden Jahren zurückzahlen will. Dubai World erklärte, es werde seine Verbindlichkeiten in Höhe von 14,2 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro) komplett begleichen. Geplant ist demnach eine Umschuldung durch die Ausgabe zwei neuer Anleihen, die in fünf und acht Jahren fällig würden. Die Gläubiger müssen sich folglich bis zur Begleichung der Schulden noch in Geduld üben.
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Umwandlung in Kapitalanlage
8,9 Milliarden Dollar Schulden des Fonds bei der eigenen Regierung sollten zudem in eine Kapitaleinlage umgewandelt werden, weshalb sie nicht mehr zurückgezahlt werden müssen. Die Regierung des Emirats will außerdem weitere 1,5 Milliarden Dollar für Dubai World zuschießen, um die Umschuldung zu ermöglichen.
Milliarden vom Emirat Dubai
Die Behörden von Dubai hatten zuvor bereits angekündigt, Dubai World solle auch mit 9,5 Milliarden Dollar aus einem Unterstützungsfonds unter die Arme gegriffen werden. Laut Dubai World wird die Regierung dafür 5,7 Milliarden Dollar verwenden, die das Nachbaremirat Abu Dhabi bereits zugesagt hatte. Der Rest sind eigene Mittel, die unter anderem aus dem Verkauf von Vermögenswerten stammen sollen. Abu Dhabi, das wegen seiner hohen Öl-Einnahmen finanzkräftiger ist, will Dubai vorerst keine zusätzlichen Kredite gewähren.
Gläubiger müssen sich in Geduld üben
Außerdem sollen die Gläubiger von Dubai World und der Immobilientochter Nakheel länger als ursprünglich vereinbart auf ihr Geld warten. Dubai World erklärte, die islamischen Anleihen (Sukuk) von Nakheel, die in diesem und im nächsten Jahr fällig werden, würden pünktlich zurückgezahlt. Die Regierung will allerdings nur dann Geld in die verschuldeten Unternehmen pumpen, wenn die Gläubiger dem von ihr vorgelegten Umschuldungsplan zustimmen.
Baufirmen sollen nur Teil der Rechnung ausbezahlt kommen
Auch die Dienstleistungsunternehmen und Baufirmen, die noch darauf warten, dass Nakheel ihre Rechnungen begleicht, sollen nun einen Teil des Risikos mittragen. Sie sollen nur jeweils 40 Prozent der Rechnungssumme ausbezahlt bekommen. Für die restlichen 60 Prozent bietet ihnen das Unternehmen handelbare Papiere an, die eine Beteiligung an künftigen Einnahmen garantieren. Dass der Markt positiv auf die Ankündigung reagierte, zeigt, dass die Investoren wohl Schlimmeres befürchtete hatten. Der Börsenindex stieg am Vormittag in Dubai um mehr als vier Prozent. Besonders Immobilientitel legten zu.