14.04.2011, 10:07 Uhr | dpa-AFX
Nicht nur Griechenland, Portugal und die USA leiden unter einer wachsenden Schuldenlast. Auch der deutsche Schuldenberg wächst kräftig: Die Staatsschulden kletterten 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 319 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 2.080.000.000.000 (2,08 Billionen) Euro, wie die Deutsche Bundesbank berichtete. Damit stieg die deutsche Schuldenlast von 73,5 Prozent auf 83,2 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) - und liegt deutlich über der Marke von 60 Prozent, die nach den EU-Regeln noch erlaubt ist. Allerdings wird diese Marke von praktisch keinem Euroland eingehalten.
In dem starken Schuldenzuwachs (bei Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen einschließlich der zuzurechnenden Extrahaushalte) spiegeln sich nach Angaben der Bundesbank "umfangreiche Maßnahmen zur Finanzmarktstabilisierung über 241 Milliarden Euro wider". Gemeint ist die Bankenrettung vor allem im Zusammenhang mit den sogenannten Bad Banks (Abwicklungsanstalten) von Hypo Real Estate (HRE) und WestLB.
Berlins Kreditwürdigkeit steht aber weiter außer Zweifel. Dass die Märkte Deutschland den Geldhahn zudrehen wie den Wackelkandidaten Griechenland, Portugal oder Irland, ist praktisch ausgeschlossen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Deutschland erst am Dienstag bescheinigt, der Etat-Musterknabe unter den großen Industrieländern zu bleiben.
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Schuldenberg wächst und wächst (Quelle: dpa)
Nach einem Defizit von 3,3 Prozent im vorigen Jahr sieht der IWF die deutsche Etatlücke in diesem Jahr bei 2,3 Prozent. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will das Defizit von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen in diesem Jahr auf 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung und bis 2014 auf rund 0,5 Prozent drücken. Ein Jahr später soll der Staatshaushalt "nahezu ausgeglichen" sein. Dabei dürfte helfen, dass die in der Finanz- und Wirtschaftskrise geknüpften milliardenschweren Konjunkturpakete ausgelaufen sind.
Allerdings tickt die Schuldenuhr unaufhörlich weiter. Jede Sekunde werden 2279 Euro Miese angehäuft, wie der Bund der Steuerzahler vorrechnet. In einer Stunde wächst die deutsche Staatsverschuldung also um mehr als 8,2 Millionen Euro. Schäuble peilt bei der "Schuldenstandsquote" in diesem Jahr einen Wert von 82 Prozent und für 2015 von rund 75,5 Prozent an. Deutschland wird die Maastricht-Hürde also auch in den kommenden Jahren reißen. Das ist trotz Stabilitätspakt kein neues Phänomen: Deutschland überschreitet den 60-Prozent-Referenzwert bereits seit 2002.
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Quelle: dpa-AFX
Peter Fendt schrieb:
am 13. April 2011 um 19:51:00
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Fortsetzung
Dieser Fall KANN eintreten, wenn man einen Staat oder eine Großbank pleite gehen lässt. Deshalb ist hiermit nicht zu spassen
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Klaus schrieb:
am 13. April 2011 um 19:50:53
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Schulden
Ich habe auch 35000 € Schulden,aber mir hilft auch keiner in dieser Lage mal raus !!!! Insolvent droht bald.
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Peter Fendt schrieb:
am 13. April 2011 um 19:50:06
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2 Bio. Schulden
Das System funktioniert noch solange, solange die Kreditgeber noch Vertrauen haben, dass die Schuldner Darlehen
zurückzahlen, wenn auch finanziert mit neuen Krediten. Deshalb ist die Regierung auch so sehr dahinter her, dass dieses Vertrauen nicht abreisst. Genauso wie die Strömung beim flugzeug. Solange die nicht abreisst, stürzt es nicht ab. Sollte das Vertrauen aber massiv verloren gehen, bricht das ganze System global unter einem großen Knall zusammen.
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