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Staatsverschuldung: Fitch stuft Griechenlands Bonität herab

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Griechenland muss um Kreditwürdigkeit bangen

17.12.2009, 12:55 Uhr | AFP, dpa-AFX, bab

Griechenland droht die Herabstufung der Kreditwürdigkeit (Foto: imago) (Quelle: Reuters)Griechenland droht die Herabstufung der Kreditwürdigkeit (Foto: imago)Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Griechenland von "A-" auf "BBB+" herabgestuft. Der mittelfristige Ausblick für die Entwicklung der Staatsfinanzen mache Sorgen, teilte Fitch mit. Erstmals seit zehn Jahren wird der Euro-Staat damit nicht mehr als sogenanntes A-Land eingestuft. Die europäischen Börsen und der Eurokurs gerieten nach der Herabstufung unter Druck. Negativ wirkten sich zudem Sorgen um die Staatsfinanzen von Dubai aus.


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Video - Finanzkrise erreicht Dubai

Warnung von Moody's und S&P

Verstärkt wird der Druck durch die beiden anderen großen Ratingagenturen, Moody's und Standard & Poor's (S&P). S&P bewertet Griechenland noch mit A- und Moody's mit A1, beide Finanzunternehmen prüfen zurzeit intensiv die Bonität des EU-Mitgliedsstaats, wollen eine abschließende Beurteilung jedoch erst kommendes Jahr abgeben. Die Situation bleibt angespannt und als Zeichen von Marktmisstrauen waren die Kosten für eine Kreditausfallversicherung auf griechische Staatsanleihen zuletzt stark angestiegen, auf den höchsten Wert der 16 Euroländer.

In der Schuldenfalle

Eine Herabstufung des sogenannten Kreditratings würde den Schuldendienst für die Regierung in Athen verteuern. Zudem könnten die Märkte im Euroland durch einen solchen Schritt deutlich verunsichert werden, ähnlich wie zuletzt durch die Probleme beim Schuldendienst einer regierungseigenen Investitionsgesellschaft in Dubai. Entsprechend deutlich fiel die Reaktion am Markt für Anleihen aus. Spreads für die griechischen Staatsanleihen seien geradezu "explodiert", kommentiert ein Händler. "Das wirkt sich auch auf die anderen 'Patienten' wie Italien oder Portugal aus. Es sieht so aus, als ob es bald den ersten großen Test für den Euro und die EU gibt", so ein weiterer Börsianer.
 

Riesiges Defizit

S&P geht davon aus, dass sich die griechische Staatsverschuldung ohne ein Gegensteuern der neuen Regierung in Athen im Jahr 2010 auf 125 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen wird, der höchste Wert der Eurozone. Nach dem Regierungswechsel im Oktober hatte sich zudem herausgestellt, dass die Neuverschuldung mit 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Jahr 2009 doppelt so hoch ausfallen wird, wie die Vorgängerregierung prognostiziert hatte.

Fitch zieht die Notbremse

Die schlechte Haushaltslage steht deshalb auch bereits seit längerem auf der Tagesordnung der EU, die laut dem offiziellen Haushaltsentwurf der Hellenen für das Jahr 2010 mit einem Defizit von 9,1 Prozent rechnet. Von der neuen griechischen Regierung erwartet Brüssel deshalb umfassende Sparmaßnahmen, an deren Umsetzbarkeit in letzter Zeit immer wieder Zweifel aufkamen. So auch bei Fitch, wo man trotz der Reduzierung des Defizits nicht mehr an einen Abbau der Verschuldung glaubt. Die Verringerung des Haushaltsdefizits sei zwar machbar, eine Reduzierung der Schulden in den kommenden drei bis fünf Jahren wegen des Mangels an substanziellen Maßnahmen jedoch unwahrscheinlich.

Trichet zeigt sich zuversichtlich

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatte die Lage in Griechenland am Montag als "sehr schwierig" bezeichnet, versuchte jedoch gleichzeitig die Märkte zu beruhigen. Vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments betonte Trichet, "die Situation sei sehr, sehr kritisch", er sei jedoch zuversichtlich, dass die Regierung in Athen Maßnahmen ergreifen werde, die nötig seien.

Widerstand gegen stützende Maßnahmen

Noch in der vergangenen Woche hatte EU-Kommissar Joaquin Almunia betont, dass Griechenland "nie" zahlungsunfähig werde würde, da es die Rückendeckung der EU habe. In der Bundesbank herrscht laut Presseberichten jedoch großer Widerstand gegenüber unterstützenden Maßnahmen für Griechenland. Die Commerzbank erwartet daher einen weiteren Anstieg der Spreads zwischen Bundesanleihen und griechischen Staatsanleihen.

Trübe Aussichten

Im laufenden und kommenden Jahr dürften griechische Staatsanleihen nach Einschätzung der Royal Bank of Scotland (RBS) dennoch weiterhin als Sicherheiten akzeptiert bleiben. Dies liege jedoch an den in der Finanzkrise verringerten Ratinganforderungen der EZB. Diese dürften jedoch im Jahr 2011 wieder verschärft werden, was für Griechenland ein Problem darstellen könnte. Beobachter erwarten zunächst auch keine Besserung der Lage. S&P geht davon aus, dass sich die griechische Wirtschaft auch nach der Krise schwächer als vergleichbare Länder entwickeln dürfte. Laut RBS dürfte auch die EZB Griechenland nicht entgegen kommen, solange das Land nicht entschlossene Maßnahmen ergreift.



Quelle: AFP , dpa , t-online.de

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Kommentare (3)

zum Forum

Thema: "Staatsverschuldung: Fitch stuft Griechenlands Bonität herab"

Dummy schrieb: am 29. Januar 2012 um 10:07:26
(0) (0) Bonitität abgestuft
Na dann ist ja alles halb so schlimm. Es ist immer noch Bonität da, denn eine absolut fehlende könnte man ja nicht
mehr herabstufen. Dank an Fitch für diesen Hoffnungsschimmer. Ich hätte es fast schon aufgegeben. Ja sind wir denn schon so gaga, einen solchen Sch.... ernst zu nehmen?
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Didi schrieb: am 29. Januar 2012 um 09:06:44
(0) (0) Staatsverschuldungen
Wie können wir anderen Staaten Steuergelder geben wenn Deutschland selber Schulden hat.Diem einzigen die dieses zu
spüren bekommen sind die Bürger denn ihnen wird immer mehr von ihrem Verdienst genommen und am ende müssen wir selber zum Sozialamt oder Arbeisamt gehen und beihilfe beantragen.
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Veritas schrieb: am 28. Januar 2012 um 07:20:10
(0) (0) Staatsverschuldung
Ratingagenturen sind überflüssig. Europa muß die Bonität nur beweisen, daß Kredite zurückgezahlt u.Zinsen bezahlt
werden, gesetzlich abgesichert, mit Grundschuld u.verbrieft. Ausgedruckt u.faksimilisiert vom Präsidenten. Es gibt Vertrauenswürdigkeit erst, wenn Zinsen bezahlt, die Darlehen bezahlt ohne Schuldenschnitt. Die Vertrauenswürdigkeit ist gewährleistet, wenn der Gläubiger die Urkunde in der Hand hat. Wie gut daß wir Friedrich den Großen feiern, der den Pfandbrief erfunden hat.
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