23.12.2011, 15:48 Uhr | dapd, oca
Gigantische Kostenüberschreitungen beim Neubau eines Stahlwerks in Brasilien und Wertberichtigungen bei der Edelstahltochter Inoxum sorgen für Milliardenverluste bei ThyssenKrupp. Unter dem Strich wies Deutschlands größter Stahlproduzent am Freitag für das Geschäftsjahr 2010/2011 einen Verlust von knapp 1,8 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 927 Millionen Euro gemacht. Die Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen gegen den DAX-Trend zeitweise mehr als zwei Prozent.
Ausschlaggebend für den Gewinneinbruch war offenbar ein auf reines Renditedenken verengter Blick. So wurde beim Bau des Stahlwerks in Brasilien sogar der konzerneigene Anlagenbauer Uhde bewusst übergangen. Die alte Führung um den inzwischen ausgeschiedenen Ekkehard Schulz beauftragte die chinesische Citic-Gruppe mit dem Bau der Kokerei. Der Konzern wollte so rund 270 Millionen Euro sparen, meldet das "Handelsblatt". Doch diese Entscheidung rächte sich bitter. Bereits Anfang 2009 war deutlich geworden, dass die Asiaten "Murks" abgeliefert hatten, wie ein Manager sagte. "Falsche Konstruktion, falsches Material", urteilten Insider laut "Handelsblatt".
Umfangreiche Nacharbeiten waren die Folge. Thyssen-Krupp einigte sich zwar mit Citic, den Kaufpreis um 100 Millionen Euro zu senken, doch die Kosten liefen völlig aus dem Ruder. "Diese Mehrkosten können kurzfristig nicht kompensiert werden", erklärte das Unternehmen. Außerdem machte die Stärke der brasilianischen Landeswährung ThyssenKrupp einen Strich durch die Ergebnisrechnung. Die aktuelle Schwäche der Absatzmärkte in den USA und Europa erschwere außerdem den Markteintritt für die Produkte der neuen Stahlwerke, wird weiter berichtet.
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So waren zudem Wertberichtigungen von insgesamt 2,9 Milliarden Euro bei der Tochter Steel Americas und im Edelstahlgeschäft notwendig. Der Löwenanteil der Wertberichtigungen entfiel dabei mit 2,1 Milliarden Euro auf das Amerika-Geschäft. Hier kämpft der Konzern gleich mit einer ganzen Serie von Problemen.
Eine deutliche Verbesserung der Situation in Brasilien sei erst im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres zu erwarten, wenn die dritte Batterie der Kokerei in Betrieb genommen werde, teilte das Unternehmen mit.
Doch auch auf die Edelstahlsparte, von der sich der Konzern bis zum Herbst nächsten Jahres trennen will, musste ThyssenKrupp Wertberichtigungen in Höhe von 800 Millionen Euro vornehmen. Das operative Geschäft abseits von Steel Americas entwickelte sich dagegen positiv. So konnte der Konzern seien Umsatz um 15 Prozent auf 49 Milliarden Euro und den Auftragseingang um 22 Prozent auf 50,2 Milliarden Euro steigern.
Aufgrund der durch die Schuldenkrise ausgelösten konjunkturellen Unsicherheiten wagte der Konzern keine Prognose für das Geschäftsjahr 2011/2012, sondern lediglich für das erste Quartal. Hier rechnet der Konzern mit einem operativen Ergebnis (Ebit), das "deutlich niedriger" als im Vorjahresquartal ausfällt.
Der Konzern erwarte auf der einen Seite Verluste bei Steel Americas sowie Mengen- und in Folge Ergebnisrückgänge bei Steel Europe und Material Services. Auf der anderen Seite würden die Technologie-Geschäfte weiter verlässliche Ergebnisbeiträge bringen.
Quelle: dapd
Inoxum schrieb:
am 2. Dezember 2011 um 21:08:29
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Stahl
@ Stahl: Da wird Krupp aber zittern. Ob die wohl pleite gehen, wenn Sie keine Produkte mehr kaufen "wo Krupp drin ist"?
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Jensi schrieb:
am 2. Dezember 2011 um 19:58:15
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Stahlgigant
aktien von ThyssenKrupp hab ich heute verkauft die chinesen produzieren nur schrott 2milliarden in sand gesetzt na toll.aktie
verkauft .Stahlgigant?????
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Querdenker schrieb:
am 2. Dezember 2011 um 18:38:35
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Quartalsdenken
Sowas passiert einer GmbH mit nem richtigen Chef nicht. Die Manager denken nur von Quartal zu Quartal - ob die Firma in 3
Jahren den Bach runter geht ist denen völlig Wurscht. Der gleiche Teufelskreis wie in der Politik.
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