
20.01.2012, 09:11 Uhr | Der Aktionär
Der Investmentexperte Eric Sprott erwartet, dass das Finanzsystem in immer größere Schwierigkeiten gerät. Edelmetalle, insbesondere Silber, sieht er als einzige Anlaufstelle.
Die Lage an den Finanzmärkten spitzt sich zu. Im Interview mit dem "Aktionär" erklärt der renommierte Fondsmanager Eric Sprott, wie er die derzeitige Situation einschätzt und welche Rolle Gold und Silber in Zukunft spielen könnten.
Eric Sprott: Nun, ich habe schwerwiegende Bedenken. Ich denke, dass die politischen Entscheidungen der letzten Jahre absolut falsch waren. Und die, die jetzt getroffen werden, verschärfen die aktuelle Situation noch zusätzlich. Seit Jahren hat dies einen natürlichen Bärenmarkt verzögert.
Der fing im Jahr 2000 an und die Regierungen und Zentralbanken haben ihn die ganze Zeit bekämpft. Und jede Krise wurde möglichst schnell gelöst, so wie wir die europäische Krise jetzt zum wiederholten Mal lösen. Ständig wurde Geld reingepumpt, aber so leicht lässt sich das nicht lösen, was wir hier haben. Ich bin überhaupt nicht optimistisch gestimmt, was daraus werden soll.
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Ihre Entwicklung zeichnet sich deutlich ab. Wenn Sie sich jeden Tag die Nachrichten anhören, vergleichen wir immer den Dollar mit dem Euro, dem Yen und dem Pfund. Wir vergleichen ihn niemals mit Gold. Gold ist im Vergleich zu fast jeder Währung um fast 600 Prozent gestiegen. Meiner Meinung nach hat der Markt Gold zur Reservewährung gemacht. Nicht die Zentralbanken, nicht die Regierungen, sondern der Markt hat entschieden, dass Gold eine Reservewährung ist.
Wenn die Leute den Dollar zum Euro oder Yen in Beziehung setzen, denke ich immer, wie irreführend es ist, diese Währungen miteinander zu vergleichen. Denn sie sind alle schwach. Alle haben fundamentale Schwächen und Probleme, die nahezu unlösbar sind. Keine Ahnung, ob der Dollar oder der Euro sich erholen werden. Ich weiß jedoch, dass Gold die echte Reservewährung ist und sich weiter gut entwickeln wird.
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Viele Leute sprechen über eine Blase, außer die, die sich mit Gold auskennen. Ich glaube nicht an eine Goldblase, vielmehr an eine Blase des Finanzsystems, ganz offen gestanden. Wir stecken mit dem Finanzsystem in echten Schwierigkeiten und geraten immer weiter hinein. Haben wir jemals zuvor eine derartige Nullzinspolitik erlebt? Gelddruckmaschinen? Rettungspläne? So etwas wie derzeit war noch nie da. Was auch immer abläuft, es bringt die Währungen zum Schwanken.
Als ich im Jahr 2000 bei Gold einstieg, tat ich das nicht, weil ich an die Währungsschwäche glaubte. Ich tat es, weil ich dachte, dass die Nachfrage beim physischen Gold das Angebot übersteigen würde und es auch ansonsten zu Veränderungen kommen musste.
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Ich glaube, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Manie entwickelt, aber da sehe ich uns aktuell nicht. Wenn Sie sich anschauen, wie viele Prozent die Nasdaq Ende der 90er-Jahre nach oben ging – nageln Sie mich bitte nicht auf den genauen Wert fest – aber es waren etwa 2500 Prozent. Gold hingegen kletterte bislang "nur" um etwa 600 Prozent. Wir befinden uns meiner Meinung nach nicht im Zustand einer Manie. Man erlebt eine Manie, wenn die breite Öffentlichkeit sich darauf zu bewegt.
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat bisher in Gold investiert und – was noch viel bedeutender ist – die institutionellen Anleger haben sich dafür noch nicht wirklich interessiert. Die großen Investmentmanager ebenso wenig. Der Durchschnittsbürger hat also gerade mal 1,5 Prozent seines Vermögen in Gold angelegt. Zum Vergleich: Im Jahr 1980 waren es 20 Prozent. Wenn das Anlagevolumen nur auf zwei Prozent hochgehen würde, würde das den Goldpreis dramatisch in die Höhe treiben, denn wir produzieren ja nicht mehr Gold.
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Wenn man sich die Verkäufe von Gold gegenüber Silber bei amerikanischen Münzen anschaut, kann man erkennen, dass die Leute die gleichen Beträge in Silber wie in Gold anlegen. Will heißen: Sie kaufen mengenmäßig betrachtet 50 mal mehr Silber, denn der Preis liegt im Verhältnis 50 zu 1. Wie lange jedoch können die Leute im Verhältnis 1:1 anlegen und der Preis bleibt trotzdem bei 50:1? Das ist physisch unmöglich.
Nein, ich denke nicht, dass das Gold-Silber-Ratio auf 1:1 sinken wird, aber das ist eine gute Frage. Denn fast alles an Gold, das produziert wird, wird für Investment genutzt, nicht zur industriellen Verarbeitung. Mehr als die Hälfte der Silbermenge, die produziert wird, geht jedoch in die Industrie. Nicht mal die Hälfte der Menge steht für Investment zur Verfügung. Also wie könnten wir je die gleiche Menge in Silber und Gold investieren, wenn nicht mal die Hälfte an Silber dafür zur Verfügung steht?
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Ich denke, wenn wir viel Schubkraft bekommen, könnte das Verhältnis auf mindestens 16 zu 1 sinken. Legen wir nur einen Goldpreis von 1600 Dollar zugrunde, dann müsste Silber in den kommenden Jahren auf mindestens 100 Dollar steigen. Ich glaube, dass der Investmentbedarf ungebrochen sein wird. Denn, wenn die Menschen davor zurückschrecken ihr Geld auf die Bank zu tragen, worin investieren sie es? Cash, Silber oder Gold? Nur das bleibt.
Nun, wir befinden uns nicht in der Endphase. Und auch nicht in einer manischen Phase. Denn eine Manie führt viel weiter als der Punkt, an dem wir uns heute befinden. Ich schaue mir die Entwicklung Tag für Tag an, den fundamentalen Prozess, der abläuft. Ich weiß, dass der Kurs nach oben laufen wird. Wenn nichts weiter steigt, sollte man in Gold und Silber investiert sein. Denn wir steuern auf eine große Umverteilung des Wohlstandes zu. In den letzten zehn Jahren hat man mit Gold bis zu 600 Prozent eingestrichen, mit normalen Aktien haben Sie in den letzten Jahren nichts gewonnen. Null. Mit Goldaktien konnten Sie mehr als 1000 Prozent machen.
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Ich werde die Frage so beantworten: Ich bin ein Fondsmanager. Ich betreue Fonds im Wert von sieben Milliarden Dollar. Nicht alles, aber 80 Prozent davon liegen in Edelmetallen. Ich will ein Portfolio haben, von dem ich glaube, dass es die anderen outperformen kann. Ich bin der Meinung, dass man einen großen Teil seines Vermögens in Edelmetalle anlegen sollte.
Wie sollte ich also, wie viele andere, Anlegern empfehlen, nur fünf oder zehn Prozent in Edelmetallen zu halten? Ich habe die Hälfte der Anlagen in Gold und Goldaktien liegen und die andere Hälfte in Silber und Silberaktien. Doch ich habe darüber nachgedacht, Silber und Silberaktien mehr zu gewichten. Denn ich denke, Silber wird Gold in diesem Jahrzehnt outperformen.
Eric Sprott besitzt über 40 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche. Nach seinem Abschluss als Wirtschaftsprüfer begann er als Analyst bei Merrill Lynch. Im Jahre 1981 gründete er Sprott Securities (heute Cormark Securities), mittlerweile eine der größten kanadischen Investmentfirmen. Nach der Gründung von Sprott Asset Management Inc. im Dezember 2001, überließ er seine Anteile an Sprott Securities seinen Angestellten. Seine Hedge Fonds wurden mehrfach ausgezeichnet, in diesem Jahr erhielt er sogar den Titel "Top Financial Visionary in Canada".
Der Aktionär
Ingo "The Cat" Nicht-Star-Investor schrieb:
am 13. Januar 2012 um 11:41:18
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Der Nicht-Star-Investor glaubt auch an dran ...
... und hat Anfang 2009 den massiven Einstieg in physisches Silber durchgeführt - bei
unglaublichen $ 12,50 am Spotmarkt.
Tja, jetzt macht "The Cat" wieder, was er am besten kann - vor der Mäuserennbahn sitzen, warten und nebenbei weiter lesen, nachdenken und selbstdenken. ;-)
Die größten Krisen sind immer die besten Gelegenheiten - und die Zeit ist mein bester Freund! :-D
Leute, diese Zeiten machen ALLES möglich - ihr müsst nur machen!
Alles Gute!
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Gerry schrieb:
am 8. Januar 2012 um 17:26:29
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Silber
Mit Silber in kleiner Stückelung kann ich dann immer noch etwas kaufen,
wenn das Scheiß Papier nichts mehr Wert ist.
Geld ist nur
ein Zahlungsversprechen (Tauschmittel).
Silber ist Hardware.
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Gerry schrieb:
am 8. Januar 2012 um 17:22:51
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Silber
Ich bin auch der Meinung, daß eine Unze Silber bald 100 - 200 Dollar
kosten wird
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Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video