
22.02.2011, 10:28 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Einkaufsprozesse in deutschen Amtstuben sind reichlich verstaubt (Foto: imago) (Quelle: imago)
Deutsche Behörden verschwenden Milliarden durch veraltete Beschaffungsverfahren. So erfassen und analysieren nur 15 Prozent der Verwaltungen ihre Einkaufsdaten nach Kosten und Mengen. Laut Stichproben zahlt die öffentliche Hand zwischen fünf und 15 Prozent mehr als die Privatwirtschaft für gleiche Dienste, auch die Kosten des Einkaufsprozesses sind höher. Dies hat die Befragung von 184 öffentlichen Einrichtungen durch das Beratungsunternehmen Booz & Company ergeben, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird.
Ministerien, Kommunen und öffentliche Betriebe setzen bislang nur selten die Methoden ein, mit denen Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Beschaffungskosten deutlich senken konnten. Durch modernere Einkaufsprozesse ließen sich laut Booz jährlich Steuergelder zwischen 10 und 20 Milliarden Euro einsparen. Auf den öffentlichen Einkauf entfallen jedes Jahr rund zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts - das sind mehr als 200 Milliarden Euro.
Die öffentliche Beschaffung ist für Ulrich Bergmoser, Mitglied der Booz-Geschäftsleitung, mit der Situation des deutschen Bildungssystems vor der ersten PISA-Studie vergleichbar. "Die Verwaltungen wissen häufig nicht, wie effizient sie einkaufen - geschweige denn, wie grün oder ethisch. Dazu fehlen vielfach schlicht die notwendigen Datengrundlagen", sagte er. Da vielen Behörden ihr Preisnachteil gar nicht bewusst sei, bestehe auch wenig interner Reformdruck.
Als Beispiel für eine geglückte Modernisierung ehemals ineffizienter Auftragsvergabe gilt die Bundesagentur für Arbeit, die aus den Arbeitsämtern hervorgegangen ist. Im Gegensatz dazu sehen aber viele Behörden den öffentlichen Einkauf immer noch als reinen rechtlichen Vergabeakt. "Vielerorts wird so gut wie nie datenbezogen gearbeitet", bemängelt Booz-Geschäftsführer Rainer Bernnat. Beispielsweise würden eingehende Angebote nur untereinander, aber nicht mit dem Markt oder den eigenen Preishistorien verglichen.
Ein eklatantes Beispiel von öffentlicher Verschwendung seien die hohen Kosten im Flottenmanagement. Trotz des Behördenrabatts für Fahrzeuge geben Behörden insgesamt für ihre Flotten mehr aus als Privatunternehmen - unter anderem wegen schlechter Auslastung und teurerer Wartung.
Quelle: Financial Times Deutschland
Dirk schrieb:
am 15. Februar 2011 um 11:24:55
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@ Phönix63
Die Beamten bekommen ihr Geld schon zum Monatsanfang. Ein "13. Monatsgehalt" gibt es für Beamte schon lange nicht mehr. Ich
glaube, Sie wissen nicht viel über unser Staatswesen! Bin übrigens selbst kein Beamter, finde aber diese vielen unqualifizierten Bemerkungen über Beamte unerträglich, weil sie die Probleme dieser Gesellschaft eher noch verschärfen. Ich sehe die Probleme eher in einer geeigneten politischen Kontrolle über das Verwaltungshandeln.
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Alfi schrieb:
am 11. Februar 2011 um 17:07:13
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Verschwendung
Diese Sache ist nicht Neues.Wer das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler liest, bekommt Magenschmerzen. wir haben ein sehr
gutes Kastensystem in Deutschland. Viel verdienen , nichts leisten, keine Haftung für Murks.
Herr Geier repräsentiert sehr gut den nicht sympatischen Beamten.
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Krobi1944 schrieb:
am 11. Februar 2011 um 17:05:09
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Behörden werden über den Tisch gezogen
War selbst in einer Behörde tätig - vorher in der freien Wirtschaft.
Zwei Dinge erzeugen
unverhältnismässige hohe Kosten bei der Beschaffung in der öffentlichen Verwaltung.1.Die Ansprüche an die Leistungen und Güter sind immer zu hoch angesetzt; die Vergleiche hinsichtlich günstigerer Angebote finden kaum oder nicht statt.
2. Aus dieser Kenntnis heraus sind die Anbieter immer bestrebt, der öffentlichen Hand von vornherein die teuersten Lösungen anzubieten.
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