05.08.2010, 10:16 Uhr | bv
Der Weg des Schwarzgeldes nach Liechtenstein (Illustration: imago) (Quelle: imago)
Der Datendieb, der die Steuerhinterziehung in Liechtenstein aufgedeckte, hat zum ersten Mal ein Interview gegeben. Im Magazin "Stern" (Donnerstag) schildert Heinrich Kieber, wie das Schwarzgeld nach Liechtenstein floss und wie viele Daten er abgriff. Kieber gab nach eigenen Angaben die Steuerinformationen an 13 Staaten weiter und lebt jetzt an einem unbekannten Ort in einem Zeugenschutzprogramm. Allein vom Bundesnachrichtendienst (BND) habe er fünf Millionen Euro für die Daten bekommen.
Durch die gestohlenen Informationen wurde unter anderem die Steueraffäre um den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel aufgedeckt. Nach Kiebers Angaben besitzt er Informationen über 46 "politisch exponierte Personen" wie Zumwinkel, allerdings sei dieser bisher der einzige gewesen, dessen Fall zumindest teilweise öffentlich wurde. Darüber zeigte sich Kieber in dem "Stern"-Interview überrascht.
Insgesamt verfüge er über Daten von mehr als 3900 Stiftungen, Gesellschaften und Trusts sowie von über 5800 natürlichen Personen. Die Schwarzgeld-Milliarden flossen demnach über Konten von Briefkastenfirmen, beispielsweise in Spanien oder Portugal, nach Liechtenstein. Die Briefkastenfirmen hätten indirekt der fürstlichen LGT Treuhand gehört, so der Zeuge. Bargeld hätten die Kunden außerdem durch eine geheime Stahltür im öffentlichen Parkhaus von Liechtenstein direkt in einen Tresorraum der LGT Treuhand fahren können.
Wie sehr sich die Steuerflüchtlinge gegenüber den Liechtensteiner Banken möglicherweise unabsichtlich exponiert und damit erpressbar gemacht haben, zeigen weitere Schilderungen des Datendiebs. Er berichtete, die Mitarbeiter der LGT Treuhand hätten über vertrauliche Gespräche mit ihren Kunden minutiös Buch geführt. Die Notizen seien mit den Kontodaten abgespeichert worden. In den internen Vermerken seien Geschichten "über Familienstreitigkeiten, Zweit- und Drittfrauen oder uneheliche Kinder" nachzulesen.
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Quelle: t-online.de
Rentner schrieb:
am 5. August 2010 um 12:09:36
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Steuer Betrug Made In Germany
Deutschland zahlt nur die Opfer.
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Axel2 schrieb:
am 5. August 2010 um 11:22:28
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@Sigi
Die Diskussion ist genauso schäbig als wenn ich sagen würde: alle Arbeitslosen sind faul. Was in Liechtenstein vesteckt wird, ist zum
grossen Teil versteuertes Geld, also kein Schwarzgeld. Nur die paar mickrigen Zinsen, die natürlich nicht gemeldet werden, fallen unter Steuerbetrug.
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realist schrieb:
am 5. August 2010 um 09:51:14
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Betrug und Reichtum
Was regt ihr euch auf? Ihr habt wohl vergessen in was für einem System wir leben, lest mal Marx und Engels. Solange ihr
alle so wählt wie bisher könt ihr euch die Worte sparen.
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