05.05.2011, 11:10 Uhr | t-online.de/business, sia / dpa-tmn
Knigge- und Etikette-Regeln lernen sich am besten durch praktische Übungen. (Foto: imago)
Wissen Sie, ob Sie in der Sitzung dem niesenden Kollegen "Gesundheit" wünschen dürfen? Oder was Sie bei einem Geschäftsessen mit der Servierte tun? Wenn nicht, ist das keine gute Voraussetzung, um im Job nach vorn zu kommen. Aber keine Sorge: Nachhilfe in Sachen Benimm können alle, die sich auf dem beruflichen Parkett unsicher fühlen, in Business-Knigge-Kursen und Etikette-Seminaren nehmen. Stiftung Warentest hat jetzt zehn Angebote unter die Lupe genommen. Wir verraten, welche wirklich etwas bringen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Die gute Nachricht: Wer durch einen stilsicheren Auftritt seine Karriere-Chancen verbessern will, muss nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Gute Benimm-Kurse werden schon für weniger als 50 Euro angeboten. Zu dem Ergebnis kamen jedenfalls die Tester der Stiftung Warentest.
Die getesteten Kurse kosteten zwischen 40 und 1490 Euro. Größtenteils handelte es sich um Tageskurse, ein Kurs ging über zwei Tage und einer über drei Abende. Bewertet wurden sowohl der Inhalt als auch die Didaktik des Kurses. Vor allem Mitarbeiter aus dem Vertrieb sowie dem Bank- und Personalbereich nahmen daran teil.
Am besten hat das Seminar „Business-Knigge: Moderne Umgangsformen im Beruf“ der Handwerkskammer Leipzig abgeschnitten. Das war mit 49 Euro für einen ganzen Tag auch eines der günstigsten Angebote. Ein großer Pluspunkt: Die Teilnehmer hatten dort viel Gelegenheit zum Üben. Rund 50 Minuten waren etwa den Themen Vorstellung und Rangordnung im Job gewidmet, wobei die Teilnehmer auch Begrüßung und Vorstellung in Rollenspielen übten.
In anderen Kursen fehlten die praktischen Übungen, jedes zweite geprüfte Seminar basierte hauptsächlich auf Vorträgen, so Warentest. "Ohne Üben können Sie Ihr Verhalten aber kaum ändern", so Nina Gerstenberg von der Stiftung Warentest. Geschäftsessen etwa sollten in einem Restaurant und nicht auf dem Papier durchgespielt werden.
Das Schlusslicht der getesteten Angebote bildet die private Knigge-Akademie. Das Neun-Stunden-Seminar für 198 Euro überzeugte die Tester weder inhaltlich noch didaktisch. Warentest bemängelte, dass wichtige Fragen etwa der Themenbereiche Rangordnung, Distanzzonen oder nonverbale Kommunikation nicht behandelt wurden.
Auf Platz zwei gelandet ist hingegen der teuerste Kurs im Test, das zweitägige „Business-Knigge heute“-Seminar der Haufe Akademie. Auf dem Stundenplan stand dort zusätzlich das korrekte Verhalten bei einem Geschäftsessen. Diese Übung fand gleich im passenden Edel-Restaurant statt.
Wer sich für Benimm-Kurse interessiert, sollte sich vorher genau überlegen, was er überhaupt lernen möchte, und dann über die Kursinhalte informieren. Gerstenberg empfiehlt, vorab den Veranstalter nach der Themenvielfalt zu fragen. Wichtig sei ein breites Spektrum, das zu den Bedürfnissen des Teilnehmers passt.
Typische Themen seien etwa, welche Hierarchien gelten, wie viel Körperkontakt erlaubt ist und welche Grundregeln der Körperhaltung es gibt. Heutzutage seien die korrekten Formen der Begrüßung und Anrede wichtiger als der gekonnte Umgang mit dem Hummerbesteck, heißt es im Testbericht. Und ein weiterer Tipp lautet: frühzeitig anmelden. Denn die Tester mussten bei der Auswahl der Kurse feststellen, dass einige schon lange ausgebucht waren und viele ausfielen.
Den vollständigen Test der Stiftung Warentest finden Sie hier.
Quelle: dpa-tmn
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