15.02.2012, 14:48 Uhr | dpa, AFP
Die Gewerkschaft der Flugsicherung legt die Arbeit weiter nieder (Quelle: dapd)
Auf die Fluggäste an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main kommen am Donnerstag Streiks zu. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) beschloss am Mittwoch in Berlin, die Arbeit in den Bereichen Vorfeld-Aufsicht und Vorfeld-Kontrolle von 15.00 bis 22.00 Uhr niederzulegen. Nach Piloten und Fluglotsen wollen nun auch die Vorfeldkontrolleure am Frankfurter Flughafen ein größeres Stück vom Kuchen.
Grund sei, dass der Flughafen-Betreiber Fraport bis zuletzt dem Ergebnis einer Schlichtung in dem Tarifkonflikt nicht zugestimmt habe, sagte GdF-Sprecher Matthias Maas.
"Wir gehen davon aus, dass der Flugverkehr massiv beeinträchtigt wird", sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers nach einer Sitzung des Gewerkschaftsvorstands. Die Streikenden könnten nicht ohne weiteres durch andere Mitarbeiter ersetzt werden. Das Vorfeldpersonal ist eine kleine, aber entscheidende Berufsgruppe auf den Flughäfen. Es sorgt unter anderem dafür, dass Flugzeuge von ihren Parkpositionen reibungslos zu den Flugbahnen kommen. Legen diese rund 200 Beschäftigten am Flughafen ihre Arbeit nieder, dürfte der Flugverkehr in Frankfurt komplett zum Erliegen kommen
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Die Auseinandersetzung kommt nicht aus heiterem Himmel, beide Seiten haben sich schon in langen Verhandlungen gegenübergesessen. Aber auch der von der Fraport bestellte Schlichter Ole von Beust konnte keine Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel gewesen wäre. Die Fraport lehnte den Vorschlag des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg über einen vier Jahre laufenden Vertrags ab, wollte mindestens für sechs Jahre Ruhe.
Auch die absolute Höhe der Forderungen bereitet dem Flughafenbetreiber Sorgen: Einzelne Mitarbeiter hätten über alle Komponenten zu Entgelt und Arbeitszeiten bis zu 70 Prozent mehr bekommen, behauptet das Unternehmen. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte einen Schlichterspruch abgelehnt. Die Gewerkschaft reagiert darauf nun mit dem Streik.
Die GdF hatte bisher immer Erfolg in einem Schlichtungsverfahren. Bei der bundeseigenen Deutschen Flugsicherung (DFS) hat sie über die Jahre internationale Top-Gehälter für die einstmals beamteten Lotsen durchgesetzt und im jüngsten Tarifkonflikt sogar den allzu forschen Arbeitsdirektor gekippt. Immer ging es in die Schlichtung, gestreikt hat die kleine Gewerkschaft bisher aber noch nie in ihrer Geschichte.
Zwei Mal stand es bei den Fluglotsen im August vergangenen Jahres knapp davor, doch zu einem Arbeitskampf ist es nicht gekommen. Die Fluggesellschaften Lufthansa, Air Berlin und Ryanair verlangen von der Gewerkschaft nun 3,2 Millionen Euro Schadenersatz, doch juristisch ist die Position der GdF stark.

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Die GdF wollte durch einen Schlichterspruch die Frankfurter Kollegen mit denen in München und Berlin gleichstellen. "Das ist eine Spirale nach oben", kritisierte Ralph Beisel von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Zugeständnisse an einem Flughafen würden in der nächsten Runde überall anders als Forderungen präsentiert. Er wirft den Vorfeldleuten vor, ihre Machtposition über Gebühr auszuspielen. "Die Vorfeld-Lotsen wissen um ihre Bedeutung. Sie sind absolut sicherheitsrelevant."
Im Verkehrswesen sind Spartengewerkschaften mit hohem Drohpotenzial keine Seltenheit. Piloten, Fluglotsen oder auch Lokführer haben ihren jeweiligen Arbeitgebern in der Vergangenheit vergleichsweise hohe Zugeständnisse abgerungen. Dass nun auch einzelne Berufsgruppen am Flughafen die GdF für sich entdeckt haben, liegt auch an der räumlichen Nähe: Die Vorfeldlotsen der Fraport sitzen mit den DFS-Fluglotsen gemeinsam im Tower und dirigieren von dort die Vorfeldaufseher in den Follow-Me-Fahrzeugen. Die Abläufe geplant haben die Disponenten in der Verkehrszentrale, die ebenfalls mit ins neue Tarifboot gesprungen sind.
Die Fraport zeigte sich angesichts der hohen Forderungen dem Vernehmen nach kreativ. Innerhalb ihres eigenen Tarifrahmens wären die neuen Entgelte nicht mehr darstellbar, so dass die betroffenen Firmenteile in mehrere Gesellschaften ausgegründet werden sollten. Dieses Mal nicht zur Tarifflucht nach unten wie bei den Personenkontrollen, sondern um höhere Gehälter zahlen zu können. Die GdF sei laut Vogelsang damit einverstanden gewesen, wollte aber eine Dach-GmbH installieren.
Quelle: t-online.de , dpa , AFP
Andy schrieb:
am 15. Februar 2012 um 18:38:19
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Flieger
Zeit der Billigfliegerei ist vorbei ,nun wollen auch alle mehr haben wenn gute zahlen da sind und Arbeitsplätze sicher sind. Bloss
wenn gerade dann Flieger teuerer werden,Kunden wieder abspringen und zur Bahn im innflug überwechseln ,na dann kann die Bahn wieder wachsen.
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leser123 schrieb:
am 15. Februar 2012 um 15:02:14
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Lohnforderung
Was da in Ffm gefordert wird, das geht ja wirklich nicht. Aber ich bin der Meinung, daß mal für alle Arbeitnehmer ein
"ordentlicher Schluck aus der Pulle" angesagt wäre. Geht aber leider nicht, denn bei Privatfirmen würde das Eiinkommen der Inhaber geschmälert (ist ja absolut nicht möglich), oder bei AG's kämen die Aktionäre zu kurz und die Vorstände usw. würden nicht wiedergewählt. Also, wir werden weiter mit Minilöhnen, 400-€-Jobs usw. leben müssen, damit diese Kaste uns erhalten b
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PDW schrieb:
am 15. Februar 2012 um 14:26:54
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Lohnforderungen
70% sind Inflationär.Ist es schon soweit?
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