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Zehn Prozent der Versicherer kommen bei Krise ins Straucheln
05.07.2011, 07:26 Uhr | Financial Times Deutschland
Abendstimmung in der Bankenstadt Frankfurt (Foto: Reuters) Etwa zehn Prozent der europäischen Versicherer müssten bei einer schweren Krise an den Kapitalmärkten 4,4 Milliarden Euro frisches Geld auftreiben oder ihr Geschäftsmodell ändern. Das ist das Ergebnis des zweiten Versicherungs-Stresstests, den die EU-Aufsichtsbehörde Eiopa durchführte. Anders als beim Stresstest der Banken nannte Eiopa die Namen der durchgefallenen Gesellschaften nicht. Das soll bei künftigen Tests nach Einführung der Eigenkapitalregeln Solvency II ab 2013 anders werden.
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58 Versicherer im Stresstest
Insgesamt 58 Versicherungskonzerne und 71 Einzelunternehmen beteiligten sich, ihr Marktanteil liegt bei 60 Prozent. "Der Stresstest zeigt, dass die europäischen Versicherer insgesamt sehr robust dastehen", sagte der Eiopa-Vorsitzende Gabriel Bernardino in einer Telefonkonferenz. Die EU-Behörde unterstellte drei Risikoszenarien mit Annahmen, die zum Teil mit denen des noch laufenden Stresstests für Europas Banken identisch sind.
Zu den Annahmen gehörten ein scharfer Zinsrückgang mit Verfall der Aktienmärkte und ein Einbruch bei den Immobilienpreisen. In einer separaten Berechnung untersuchte Eiopa, was bei einem inflationären Schock passiert, in einer weiteren, wie sich Risiken aus Staatsanleihen auswirken. Naturkatastrophen, Pandemien und der mögliche Ausfall von Rückversicherern wurden einbezogen.
13 Versicherer kommen ins Straucheln
Die Frage war: Reicht das vorhandene Eigenkapital eines Versicherers bei einem solchen Krisenereignis aus, um die Mindestkapitalanforderung unter dem neuen EU-Aufsichtsregime zu erfüllen?
Der schlimmste Fall war ein Szenario mit einem scharfen Zinsrückgang zwischen 62,5 Basispunkten und 125 Basispunkten, einem Aktienkursverlust von 15 Prozent und einem Rückgang der Preise für Gewerbeimmobilien um 25 Prozent. Sollte das die Versicherer treffen, kommen 13 der 129 beteiligten Unternehmen mit ihrem Kapital nicht aus - ihnen fehlen dann zusammen die 4,4 Milliarden Euro.
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Drohender Milliarden-Verlust
"Das heißt aber nicht, dass die Staaten das Geld aufbringen müssten", sagte Bernardino. "Die Versicherer müssten entweder frisches Geld aufnehmen oder ihr Risikoprofil ändern." Sie könnten ihre Kapitalanlagen umschichten und weniger risikoreiche Versicherungssparten zeichnen.
Bei einem Inflationsszenario waren nach den Eiopa-Berechnungen acht Prozent der Gesellschaften betroffen, ihnen fehlen dann 2,5 Milliarden Euro. Beide Summen müsse man in Perspektive setzen. "Die beteiligten Gesellschaften weisen zusammen ein Kapital von 577 Milliarden Euro auf, obwohl die Mindestkapitalanforderung nur 152 Milliarden Euro beträgt", sagte Bernardino. Der Solvenzüberschuss betrage 425 Milliarden Euro. Sollten die erwarteten Stressszenarien eintreten, würden die Gesellschaften davon zwischen 33 Milliarden Euro und im schlimmsten Fall 150 Milliarden Euro einbüßen.
Quelle: Financial Times Deutschland
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