
27.10.2011, 13:57 Uhr | Financial Times Deutschland
Deutschen Banken wird nach dem Blitz-Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA voraussichtlich kein frisches Staatsgeld aufgezwungen. "Es fehlen bei keiner Bank aufregend hohe Kapitalbeträge", hieß es in Aufsichtskreisen. Die deutschen Institute profitierten davon, dass sie vergleichsweise hohe Summen in deutsche Staatsanleihen investiert hätten, die zuletzt stark im Wert gestiegen sind. Die Bundesbank hatte den Banken dieser Tage signalisiert, wie die Proberechnung der europäischen Bankenaufsicht EBA für die einzelnen Institute ausgefallen ist.
Innerhalb der Euro-Länder gibt es nach FTD-Informationen aber noch heftigen Streit über die Bewertung von Staatsanleihen. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Banken ihre unrealisierten Kursgewinne bei Bundesanleihen mit den abgewerteten Krisenanleihen verrechnen dürfen.
Vor allem Länder, deren Anleihen nicht gestiegen sind, begehren dagegen auf. Dem Vernehmen nach gab es dazu am Dienstagabend eine Abstimmung im Verwaltungsrat der EBA. Setzen sich die betroffenen Länder mit ihrer Forderung durch, müsste die EBA noch einmal neu rechnen. Wie in den vergangenen Tagen wollte sich die EBA nicht dazu äußern.
Am Wochenende hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf verständigt, dass die größten europäischen Banken ihr Kapital aufstocken müssen, notfalls durch staatliches Zwangskapital. So sollen sie die Schuldenkrise besser überstehen. Die EBA hatte dazu in den letzten Wochen von den größten europäischen Banken die Investitionen in Staatsanleihen abgefragt. Um die potenziellen Verluste der Banken zu ermitteln, hatte sie die aktuellen Kurse europäischer Staatsanleihen unterstellt. Die Vertreter der Euro-Länder werden auf dem EU-Gipfel am Mittwoch über das weitere Vorgehen verhandeln.
Um als sicher zu gelten, müssen die Institute voraussichtlich ab Mitte 2012 eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent ihrer nach Risiken gewichteten Bilanzsumme vorweisen. Mit Blick auf die Debatte um staatliches Zwangskapital hatten die deutschen Banken schon Anfang der Woche Entwarnung gegeben. So hatte der Dachverband der Landesbanken, der Verband öffentlicher Banken (VÖB), den zusätzlichen Kapitalbedarf für die betroffenen deutschen Institute mit 5,5 Milliarden Euro beziffert.
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Der Kapitalbedarf dürfte sich auf mehrere Häuser verteilen. Bleibt es bei der Marktbewertung von Bundesanleihen, gehen die meisten Institute davon aus, die Quote innerhalb der Frist aus eigener Kraft - etwa durch einbehaltene Gewinne oder Bilanzabbau - zu erreichen. So bekräftigte die Deutsche Bank, die Kernkapitalquote bis Juni 2012 zu erreichen.
Nach FTD-Informationen wird unter den Landesbanken voraussichtlich die Nord/LB Kapital benötigen. Die Landesbank hatte schon den letzten Stresstest nur bestanden, nachdem ihre Träger frisches Stammkapital nachgeschossen hatten. Aber auch die Nord/LB wird die Quoten bis 2012 wohl aus eigener Kraft erhöhen könne. Ebenfalls knapp werden könnte es für die Landesbank Baden-Württemberg, die ein großes Volumen an kritischen Staatsanleihen hält. Laut Finanzkreisen könnten deren Träger bei Bedarf stille Einlagen in hartes Kapital wandeln. Keinen Kapitalbedarf haben dem Vernehmen nach HSH Nordbank und BayernLB. Die Helaba hofft darauf, dass ihre bald "gehärteten" stillen Einlagen anerkannt werden und sie den Test besteht.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Schakal schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 07:58:26
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@Tilla
Der Kommentar zeugt nicht von intellektuellem denken .
Der große Unterschied zu Aldi ist, dass Banken keine Wertschöpfung
betreiben.
Ich denke bevor Sie hier solche Dinge verbreiten, sollten Sie sich selbst einmal informieren. Die Wirtschaft könnte sehr wohl ohne Banken (wie sie in der heutigen Form sind) funktionieren. Es ist einfach eine Frage des Geldsystems. Z.B. durch ein umlaufgesichertes Geld. Das benötigt keinen Zins sondern nur eine Demurage für Kapital. Insofern besser für die Wirt.
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uwe1705 schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 07:20:57
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@Konstruktiv, @Tilla
In einigen Teilen Ihrer Beiträge haben sie sicherlich Recht, allerdings bleibt zu bedenken, das die Banken seit der
letzten Krise das Geld bei der EZB zu kaum relevanten Zinsen bekommen. Sollte es nun wie es eigentlich sein sollte so sein das den Banken an einer steigenden Wirtschaft gelegen ist, wäre der einzig richtige weg gewesen das Geld an den Kunden günstiger weiter zu geben. Das war aber nicht so weil einzig der Profit und die Auszahlung an die Aktionäre im Vordergrund stand und steht.
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Tilla schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 16:40:29
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Profis!
Interessant ist, dass sich bis vor knapp einem halben Jahr kaum einer über die Geschäfte der Banken Gedanken gemacht hat. Heute ist
jeder Experte, da man zu der Erkenntnis gelangt ist, dass ein Bankinstitut daran ihr Geld verdient weil sie es an den Kunden "verleiht". Unternehmerisches Handeln oder glaubt jemand, dass Onkel Aldi den Liter Milch für den gleichen Preis verkauft wie er ihn eingekauft hat? Die Wirtschaft funktioniert nun mal nur MIT den Banken, deshalb SELBST gut informieren
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