
26.08.2011, 10:14 Uhr | Financial Times Deutschland
Büros der Ratingagentur Fitch in New York (Quelle: dpa)
Die Ratingagentur Fitch hat die Folgen einer neuerlichen Rezession in den USA für die Weltwirtschaft untersucht. Ein Einbruch der amerikanischen Wirtschaftsleistung um ein halbes Prozent im kommenden Jahr würde demnach vor allem Europa und Japan gefährden. "Das Risiko, dass eine Krise in den USA auch die anderen großen Industriestaaten in die Rezession stürzen würde, ist nicht zu vernachlässigen."
Nachgewiesen wird dieser Effekt in der Studie allerdings nicht. Fitch beschränkte sich darauf, die Auswirkungen einer US-Rezession auf den Welthandel zu untersuchen. Die Warnung vor einem Einbruch der Wirtschaftsleistung auch in Europa und Japan bezieht sich auf "Zweitrundeneffekte" wie eine Ansteckung über das Finanzsystem. Diese Effekte hält Fitch für wahrscheinlich, ohne sie allerdings näher zu untersuchen.
In jedem Fall müssten die großen Industriestaaten aber eine deutliche Verlangsamung ihres Wachstums befürchten, heißt es in der Studie. Fitch geht darin von dem hypothetischen Szenario aus, dass das amerikanische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur um ein Prozent zulegt, im nächsten Jahr um 0,6 Prozent schrumpft und 2013 wieder um 1,5 Prozent steigt. Im Vergleich zum Basisszenario, also den von Fitch tatsächlich angenommenen Wachstumsraten, wäre das eine Verschlechterung um kumulativ fünf Prozentpunkte.
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Die Eurozone würde der Rückgang der Exporte in die USA im gleichen Zeitraum nach Einschätzung von Fitch insgesamt 1,6 Prozentpunkte Wachstum kosten - die Zweitrundeneffekte nicht eingerechnet. Für 2012 ergibt sich unter dem Stressszenario damit eine Wachstumsrate von 1,4 anstelle von 1,8 Prozent. 2013 würden die 17 Volkswirtschaften der Währungsunion lediglich um 1,8 Prozent wachsen, im Basisszenario sieht Fitch ihr Potenzial bei 2,1 Prozent. In Großbritannien fiele das Wachstum im Falle einer US-Rezession in den Jahren 2011 bis 2013 um insgesamt 0,7 Prozentpunkte schlechter aus, in Japan um 0,9 Prozentpunkte schwächer.
Am härtesten wären die unmittelbaren Folgen für die Nachbarländer der USA: Wegen der engen Handelsverbindungen mit den Vereinigten Staaten würde das Wachstum in Mexiko bei einer Rezession in den USA den betrachteten Zeitraum um 4,3 Prozentpunkte gedrückt. In Kanada würde es um 3,2 Prozentpunkte geringer ausfallen. Neben den Ausfuhren in die USA würden laut Fitch auch die Exporteinnahmen insgesamt zurückgehen. Denn Mexiko und Kanada fördern Öl, dessen Preis im Falle einer US-Rezession deutlich sinken dürfte. Europa würde diese Entwicklung dagegen helfen, die Folgen der Krise abzufedern.
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Ähnlich dramatisch wäre ein Einbruch der Nachfrage im wichtigsten Konsumland USA für die Schwellenländer in Asien, schreibt Fitch. Besonders in den Kleinstaaten Singapur und Taiwan würde das Wachstum deutlich gebremst, aber auch China erhielte einen kräftigen Dämpfer: Das Wachstum in der Volksrepublik würde sich von mehr als acht Prozent in diesem Jahr auf sieben Prozent verlangsamen.
Die Autoren der Studie betonten, das gesamte Szenario sei hypothetisch. Fitch betrachte einen "Double Dip", also einen Rückfall der USA in die Rezession, als unwahrscheinlich. In ihrem zentralen Szenario geht die Ratingagentur von einem Wachstum von 1,8 Prozent in diesem Jahr, von 2,6 Prozent im nächsten und von 2,3 Prozent im übernächsten Jahr aus.
Quelle: Financial Times Deutschland
der pontifex schrieb:
am 26. August 2011 um 21:40:03
(5)
(1)
@pappnase
ist es das was dein leben ausmachen soll? konsum und vollbeschäftigung?
eines tages bist du alt und vergehst. sammele dir wahre
schätz für dein leben.
verbinde das äussere mit dem inneren, verbinde das obere mit dem unteren dann wirst du das leben haben.
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Pappnase schrieb:
am 26. August 2011 um 21:29:17
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(1)
bärenstark
Das die Agenturen und die Weicheier von der Börse selten das Positive und meistens die schlechten Entwicklungen voraussagen,
kennen wir schon. Natürlich kennen sie auch kein Rezept dagegen. Wenn man alle Normal-Menschen auf diesem Planeten befragt, würde der größte Teil sicher keine Rezession ansteuern wollen, sondern sicher Vollbeschäftigung und Konsum. Aber wer fragt schon Normalmenschen. Hochinteressant finde ich die Exaktheit der Voraussagen auf eine Stelle hinter dem Komma für Jahre.
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MAN schrieb:
am 26. August 2011 um 21:22:12
(5)
(1)
Wirtschaft
Das westliche Wirtschaftssystem erfordert en ständiges Wachstum, weil die, die das Geld zur Verfügung stellen, eine viel höhere
Rendite erwarten, als für echte Arbeit bezahlt wird, ohne eigene Arbeit und Gegenleistung. Und dieser Gegensatz wird immer größer. Spekulanten verdienen Millionen, ohne je etwas produziert zu haben. Es gibt aber kein ständiges Wachstum und die Kleinen zahlen die Zeche.
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