25.07.2008, 08:18 Uhr | Spiegel Online
Erdwärme in Oberbayern (Bild: Rödl & Partner) Der Kern des Unterhachinger Geothermie-Kraftwerks ist das Pumpenhäuschen. Hier wird aus 3350 Metern Tiefe rund 120 Grad heißes Thermalwasser an die Oberfläche gefördert. Pro Minute sind es mehrere tausend Liter. "Das Wasser wird nicht im Geringsten verunreinigt", erklärt Knapek. "Über eine zweite Bohrung wird es wieder zurückgepumpt, damit das Reservoir nicht irgendwann erschöpft ist."
Deutsches Großprojekt in Dubai -Von der Sonne gekühlt
Einfach online bestellen - Solar-Module von einfach bis professionell
20 Millionen Euro für Bohrungen
Allerdings zeigen sich hier die Folgen der hohen Energiepreise. Weltweit werden immer mehr Ölfelder angezapft, Bohrgeräte werden dadurch knapp, die Preise springen in die Höhe. Hinzu kommen die rasant steigenden Stahlpreise, was die Kosten einer einzigen Bohrung massiv nach oben treibt. Kostete ein Meter vor fünf Jahren rund tausend Euro, sind es jetzt schon 1800 Euro. Die Kalkulation der Unterhachinger geriet dadurch erheblich durcheinander. Für zwei Bohrungen hatten sie mit sieben Millionen Euro gerechnet. Andere Teuerungsfaktoren kamen hinzu: Am Ende beliefen sich die Ausgaben auf rund 20 Millionen Euro.
Weniger Abhängigkeit von Importen
"Bei den Bohrkapazitäten steht die Geothermie im Wettbewerb mit der Erdöl- und Erdgasförderung", erklärt Rolf Katzenbach, Experte für Tiefengeothermie an der TU Darmstadt. Deutschland sei hier abhängig von großen amerikanischen Bohrfirmen, Kompetenzen hierzulande fehlten. "In Zukunft müsste in diesem Bereich deutlich mehr investiert werden, um auch in tiefere Schichten bohren zu können", erklärt der Forscher. Schließlich sei die Geothermie wichtig, um energiepolitisch unabhängiger zu werden.
In tiefere Schichten vordringen
Bislang stammt nicht einmal ein Prozent der regenerativen Energie in Deutschland aus Geothermieanlagen. "Doch das könnte sich durch den hohen Ölpreis schon bald ändern", prophezeit Katzenbach. In zwei Jahrzehnten sei es in Deutschland möglich, so viel Strom aus Erdwärme zu erzeugen wie in zwei bis vier Atomkraftwerken. Bei seiner Prognose geht der Forscher allerdings von weiter steigenden Ölpreisen aus. Außerdem müssten Regierung und Unternehmen neue Technologien entwickeln, um in tiefere Erdschichten vorzudringen.
Selbst E.ON sieht Wachstumspotential
Immerhin: Auch die Geothermische Vereinigung schätzt die installierte Kraftwerksleistung im Jahr 2030 auf drei Gigawatt Elektrizität. Und selbst der Großkonzern E.ON geht davon aus, dass die in Bayern in den nächsten 20 Jahren wirtschaftlich erschließbaren Reserven reichen, um ein mittleres Steinkohlekraftwerk zu ersetzen. Bundesweit sind nach Schätzungen des Bundesverbandes Geothermie rund 150 Anlagen in Planung, davon 90 in Bayern. Meist sind es die örtlichen Stadtwerke, die die Erdwärme nutzen wollen. Energie-Experte Richter erwartet einen regelrechten Wirtschaftsboom: In den nächsten zehn bis 15 Jahren stünden allein im Freistaat Investitionen für Geothermie-Projekte von rund sechs Milliarden Euro an.
Zurück zum Anfang
Mehr zum Thema
Testen Sie Ihr Wissen -Energie-Quiz
Umweltminister -Gabriel will Windkraft ausbauen
Video - So funktioniert Windenergie
Hintergrund - Das steht im Biosprit-Gesetz
Testen Sie Ihr Wissen -Energie-Quiz
Quelle: Spiegel Online
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de
Staats- und Regierungschefs be- kräftigen ihre Solidarität. zum Video